Was gehört zu den Bewerbungsunterlagen?

Die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen stellt für viele eine große Herausforderung dar.

Neulich wandte sich eine Klientin an mich. Als ich mir ihre Bewerbungsunterlagen durchsah, stellte ich fest, dass sie ein Dokument produziert hat, das insgesamt 15 (!) Seiten umfasste. Das Motivationsschreiben war darin noch nicht enthalten!

Die Bewerbungsunterlagen waren extrem unübersichtlich und auch die Gestaltung lud nicht zum Lesen ein.

Versetzen Sie sich in Ihr Gegenüber!

Personalisten und Personalberater sind Menschen. Nach eigenen Angaben bekommen sie durchschnittlich ca. 200 Bewerbungen auf ein Stelleninserat.

Dabei stechen ihnen diejenigen ins Auge, die bei kleinstmöglichem Input größtmöglichen Output versprechen! Mit einfacheren Worten: jene Bewerbungen, bei denen sie mit dem geringsten Aufwand die größten Erfolgschancen sehen, sind ihnen am liebsten. Das ist menschlich und leicht nachvollziehbar.

Genau deshalb sollten Sie versuchen, Ihre Bewerbungsunterlagen so knapp wie möglich zu verfassen, und durch die Gestaltung Ihrer Unterlagen zum Lesen einladen.

positive Emotionen erzeugen!

Sitzt der Personalist vor einem Dokument und scrollt über Deckblatt und mehrere Seiten Lebenslauf und Zeugnisse, bauen sich beim Gedanken, alles lesen zu müssen, Aversion und Unbehagen, auf.

Wenn er versucht, das Dokument auszudrucken, um sich mehr Übersicht zu verschaffen, dann hat man spätestens dann „verloren“, wenn sich das Dokument nicht drucken lässt, weil es zu groß ist. Was mir tatsächlich schon passiert ist.

Trennen Sie die Dokumente und achten Sie auf die Dateigrößen.

Präsentiert sich jemand mit sympathischen Unterlagen, die kurz und knackig transportieren, wer die Person ist und was sie kann, ist der Personalist mittels raschem Durchblättern in der Lage, zu entscheiden, ob es Sinn macht, sich mit dieser Person zusammenzusetzen und mindestens eine Stunde seiner Zeit zu investieren, um diese Person zu interviewen.

Was gehört eigentlich zu den Bewerbungsunterlagen?

Deshalb empfehle ich meinen Klienten, die Bewerbungsunterlagen in drei Teile zu teilen: nämlich Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Nach diesem Muster sind auch die meisten Bewerberdatenbanken aufgebaut.

Bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen  fangen Sie am besten mit dem Lebenslauf an.  Dieser sollte für alle Bewerbungen stabil bleiben. Erst das Motivationsschreiben verfassen Sie individuell als Antwort auf ein bestimmtes Inserat.

Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte auf ca. zwei Seiten einen guten Überblick über wesentliche Stationen des Bewerbers oder der Bewerberin geben und sich nur mit Dingen beschäftigen, die für die gesuchte Stelle relevant sind!

Je älter Sie sind, desto eher ist auch eine dritte Seite zulässig. Insbesondere dann, wenn Sie IT Kenntnisse und Projektmanagement-Erfahrung detaillierter darstellen wollen.

Der Lebenslauf muss unbedingt mit Ihrer letzten Station beginnen. Bei üblicher  Gestaltung  Ihrer Bewerbungsunterlagen erwartet man die Berufserfahrungen am Anfang und erst dann eine Aufzählung der Schul- und Weiterbildungen.

Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben sollte in einem eigenen Dokument verfasst sein und in ungefähr vier bis fünf Absätzen darstellen, warum man sich für die Stelle interessiert und glaubt, ein geeigneter Kandidat oder eine geeignete Kandidatin zu sein!

Dabei überlegen Sie sich eine interessante Einleitung und schreiben im Mittelteil, was Sie bewegt sich zu bewerben, und warum man Sie einladen sollte. Vermeiden Sie so weit als möglich Nennungen, die sich schon im Lebenslauf finden.

Schließen Sie dann mit Ihrer Verfügbarkeit, Ihrer Bereitschaft zu Dienstreisen und mit Ihrer Gehaltsforderung ab, wenn diese Kriterien verlangt werden.

Zeugnisse

Wenn in einem Inserat angemerkt wird, dass Zeugnisse mitgeschickt werden sollen, dann sollte man sich auf die letzten zwei bis drei relevanten Zeugnisse beschränken und in einem Begleitmail anführen, dass man gerne bei Bedarf weitere Zeugnisse vorlegen wird!

Einige kostenfreie Vorlagen finden Sie hier zum Download.

www.dieBusinesscoach.at

Lesen Sie auch: “DER Kardinalfehler im Motivationsschreiben”

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininums oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

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