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“Ich bekomme keine Rückmeldungen”

Schreiben Sie sehr häufig Bewerbungen, bekommen aber keine Rückmeldungen? Sollte es tatsächlich so sein, dass Sie keine oder nur standardisierte Rückmeldungen erhalten, sollten Sie dringend Ihre Unterlagen und die Art Ihrer Bewerbungen überprüfen lassen.

Gründe, warum Sie keine Rückmeldungen erhalten

Abgesehen von Fehlern, die bei der Übermittlung passiert sein können (falsche Emailadresse, kein Betreff, etc.) gibt es inhaltliche Gründe, die dazu führen können, dass sich das Unternehmen nicht meldet.

Unvollständigkeit

Aktuell habe ich eine Stellensuchanzeige laufen. Trotz detaillierter Beschreibung, was ich mir als Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Zeugnisse) wünsche, schafft es nahezu kein(e) Kandidat(in), diese Unterlagen vollständig zu übermitteln!

Das ärgert mich. Und das ist die denkbar schlechteste Emotion, die Sie bei Ihrem Gegenüber auslösen können, wenn Sie zu einem Gespräch eingeladen werden wollen.

Ein Motivationsschreiben gibt Ihnen die Möglichkeit, sich aus der Maße abzuheben, detailliert darzustellen, was Sie für die Bewerbung motiviert und Argumente zu nennen, die den Arbeitgeber motivieren soll, Sie einzuladen. Erst durch das Motivationsschreiben werden Sie als Mensch hinter der Bewerbung erfasst.

Unübersichtlichkeit

In der Regel erhalte ich nur Lebensläufe, bei denen ich mir selbst zusammensuchen muss, ob der/die Bewerber(in), meine gewünschten Kriterien erfüllt. Im Falle wenig qualifizierter Positionen, die eine Vielzahl von Bewerbern nach sich ziehen, können Sie sicher sein, dass kein(e) Personalist(in) sich die Mühe macht, Ihren Lebenslauf zu durchforsten!

mangelnde Lesbarkeit

Machen Sie es Ihrem Leser so einfach und angenehm wie möglich. Verwenden Sie eine angenehme Schriftart und eine leicht lesbare Schriftgröße. Bauen Sie Hilfslinien ein, an denen sich das Auge orientieren kann. Und verwenden Sie nur dann den Europass, wenn es unbedingt verlangt wird!

keine Aussagekraft

Leider erreichen mich auch immer wieder Lebensläufe, deren Aussagekraft sehr gering ist.  Es ist zwar wichtig, dass Sie angeben, wo Sie gearbeitet haben, noch viel wichtiger ist aber, die Tätigkeiten aufzulisten, für die Sie verantwortlich waren. Dies ist auch deshalb relevant, als manche Positionen “hochtrabende” Titel haben. In vielen Unternehmen ist es modern geworden, Anglizismen zu verwenden. So ist zum Beispiel der ehemalige Haustechniker mittlerweile zum Facility Manager mutiert. Nicht mehr nachvollziehbar ist seither, wofür der Bewerber tatsächlich verantwortlich war.

Für Führungskräfte und Key Account Manager ist es ein Muss, Kennzahlen anzugeben. Erst dadurch lässt sich die Dimension Ihrer Tätigkeiten wirklich erfassen.

mangelnde Qualifizierung

Ein Inserat aufzusetzen, herauszufinden, welche Muss-Kriterien in einem Job gegeben sein müssen und welche Tätigkeiten den Job ausmachen, bedeuten für den Recruiter Arbeit. Er muss dazu einige Leute befragen, da er selbst in ganz andere Fertigkeiten ausgebildet ist. Ärgerlich ist es dann, wenn man Bewerbungen erhält, die nicht das Mindestmaß an Qualifizierung erkennen lassen oder man sogar erkennt, dass der Bewerber das Inserat augenscheinlich nicht gelesen hat.

Erreichbarkeit

Man sollte es nicht glauben! Immer wieder gibt es Bewerbungen, deren Absender ich nicht erreichen kann. Entweder weil ich keine Telefonnummer finde, sie falsch ist, oder aber die Kandidaten nicht zurückrufen.

Besonders interessant sind jene Fälle, die ich ein- bis zweimal anrufe, ihnen auch auf die Mailbox spreche, die aber nicht zurückrufen. Mehr als zweimal wird kein Recruiter versuchen, Sie zu erreichen.

Und wenn ich dann noch feststelle, dass der Kandidat nur per email erreicht werden möchte, seine email Adresse aber falsch ist, dann war die Bewerbung jedenfalls völlig sinnlos und macht mich fassungslos.

mangelnde Wertschätzung

Treffen mehrere der genannten Kriterien zusammen, fühlt sich der Leser nicht wertgeschätzt. Und das ist einer der wichtigsten Gründe, warum er es nicht wert findet, dem Bewerber zu antworten.

Wenn Sie allerdings überzeugt sind, dass Sie eine ordentliche Bewerbung abgeliefert haben und zu unrecht keine Antwort erhalten haben, sollten Sie nachfragen und können hier eine Arbeitgeberbewertung abgeben.

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aktualisiert im April 2019

Lang in einer Firma? Verlangen Sie ein Zwischenzeugnis!

Leider mache ich relativ häufig die Beobachtung, dass Klienten die lange in einer Firma gearbeitet haben, keine Zeugnisse vorlegen können!

Dies ist problematisch, besonders dann, wenn Sie innerhalb der Firma Karriere gemacht haben und nunmehr unerwartet in der Situation sind, sich einen neuen Job suchen zu müssen!

Bauen Sie also vor!

Verlangen Sie jedenfalls dann, wenn Sie innerhalb der Firma Abteilungen oder Teams gewechselt haben, wenn Sie ein anderes Aufgabengebiet oder eine Führungsrolle übernommen haben, wenn Sie über ein Praktikum in die Firma kamen und fix übernommen werden, etc., ein Zwischenzeugnis!

Das Gesetz sieht dazu  vor, dass Sie ein Recht auf ein solches Zeugnis haben! Etwas praxisfern ist, dass weiters gesetzlich geregelt ist, dass Sie die Kosten dieses Zeugnisses selbst tragen müssen.

In meiner langjährigen Praxis kam mir kein einziger Fall unter, wo die Kosten des Zeugnisses dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin in Rechnung gestellt worden wären, schon allein deshalb nicht, weil das bezugnehmende Gesetz den wenigsten bekannt ist!

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7 wichtige Tipps für gelungene E-mails

Im Regelfall verwenden Bewerber heutzutage E-mail Bewerbungen. Wenn auch die postalische Bewerbung aus der Mode gekommen ist, gibt es doch einige Relikte, denen man nach wie vor Aufmerksamkeit schenken sollte!

  1. Wie schon anderenorts beschrieben, ist die Grundvoraussetzung für eine E-Mail Bewerbung eine seriöse E-Mail Adresse.
  2. Ein sinnvoller Betreff leitet sich bei den meisten Bewerbungen schon aus dem Inserat ab, da viele Firmen und Personalberater Job-Kennziffern verwenden! Diese sollte vorangestellt werden, gefolgt vom Job-Titel. Enthält das Inserat keine sonstigen Informationen die im Betreff genannt werden sollen, befühlt man ihn mit „Bewerbung als xy“.
  3. Im Schreiben selbst sollte in kurzen Worten beschrieben sein, was man mit seiner E-Mail bezweckt.
  4. Wie bereits im Motivationsschreiben sollte man unbedingt versuchen, das Schreiben persönlich zu adressieren. Dafür liefert das Inserat in der Regel Auskunft. Ist dies nicht der Fall, sollte man durch einen Anruf beim Unter­nehmen versuchen, herauszufinden, wer der konkrete Ansprechpartner ist!
  5. Achtung beim Stil der E-mail! Eine E-Mail ist schnell verfasst und verleitet leicht zu einem formlosen „Hallo“. Die E-Mail muss jedenfalls im selben Stil verfasst werden, wie es Motivationsschreiben und Lebenslauf sind. Der Stil sollte insgesamt dem Eindruck angepasst werden, den Inserat und Homepage vermitteln.
  6. Als Anhänge müssen Motivationsschreiben und Lebenslauf angefügt werden. Für eine „aussagekräftige“ Bewerbung – wie sie in vielen Inseraten gefordert wird – sollten auch Zeugnisse beigefügt werden. Dabei empfehle ich bis zu drei wichtige, für den Job relevante (!) Zeugnisse.
  7. Zum Abschluss – wie bei jedem Schreiben, das Sie nicht ausschließlich privat versenden – empfehle ich Ihnen, alles in aller Ruhe noch einmal auf Rechtschreib- bzw. Flüchtigkeitsfehler zu überprüfen!

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7 wichtige Tipps zum Arbeitszeugnis!

Das Arbeitszeugnis Ihres bisherigen Arbeitgebers zählt zu den “aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen”, die häufig in Stelleninseraten verlangt werden.

Bestimmungen zum Arbeitszeugnis
  1. Ein Arbeitszeugnis muss nach dem Gesetz Auskünfte über Dauer und Art der Dienstleistung enthalten.
  2. Das Dienstzeugnis darf keine nachteilig Bemerkungen für die neue Jobsuche enthalten.
  3. Auch nachteilige Telefonauskünfte sind verboten und der Auskunftgeber haftet für den entstandenen Schaden.
  4. Jeder Dienstnehmer hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Dieses ist ihm auf Verlangen unverzüglich auszustellen. Einem Lehrling ist nach Beendigung oder vorzeitiger Auflösung des Lehrverhältnisses unaufgefordert ein Zeugnis auszustellen!Die Ausstellung kann bei Gericht eingeklagt werden. Es kann auch eine Schadenersatzklage erhoben werden, wenn man aufgrund der verspäteten Zeugnisausstellung eine Jobchance verliert.
  5. Jeder Dienstnehmer hat auch das Recht, ein Zwischenzeugnis zu verlangen. Das ist insbesondere wichtig, wenn man lange in einer Firma arbeitet und dort oftmals Jobs und Abteilungen wechselt!
  6. Ein abschließendes Arbeitszeugnis ist auf Kosten des Arbeitgebers zu erstellen. Für ein Zwischenzeugnis könnte der Arbeitgeber einen Kostenersatz verlangen.
  7. Die Ausstellung eines Zeugnisses kann theoretisch 30 Jahre lang eingeklagt werden.

Wenden Sie sich an die Arbeiterkammer,  wenn Sie trotz Aufforderung kein Arbeitszeugnis erhalten.

Umgang mit dem Arbeitszeugnis durch Unternehmen

Leider hat der Gesetzgeber mit diesen Regeln weit übers Ziel hinausgeschossen.

Der Gesetzgeber meinte es vielleicht gut, in der Praxis führte die Bestimmung allerdings dazu, dass die meisten Firmen nur mehr Fakten hinsichtlich Arbeitszeitraum und Ihrer Tätigkeiten in ein Arbeitszeugnis schreiben. Die Gefahr, wegen des Zeugnisses verklagt zu werden ist nämlich sehr groß geworden.

Unternehmen wurden  nunmehr indirekt gezwungen, Arbeitszeugnisse durch JuristInnen erstellen zu lassen. Das steigert den Arbeitsaufwand und benötigt Zeit. Besonders unklar ist nämlich, welche Äußerungen in einem Dienstzeugnis dem Arbeitnehmer zukünftig schaden könnten. Deshalb wird der Inhalt des Zeugnisses auf ein Minimum gekürzt und hat letztlich für den zukünftigen Arbeitgeber keinerlei Aussagekraft mehr.

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aktualisiert im Mai 2019

Was gehört zu den Bewerbungsunterlagen?

Die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen stellt für viele eine große Herausforderung dar.

Neulich wandte sich eine Klientin an mich. Als ich mir ihre Bewerbungsunterlagen durchsah, stellte ich fest, dass sie ein Dokument produziert hat, das insgesamt 15 (!) Seiten umfasste. Das Motivationsschreiben war darin noch nicht enthalten!

Die Bewerbungsunterlagen waren extrem unübersichtlich und auch die Gestaltung lud nicht zum Lesen ein.

Versetzen Sie sich in Ihr Gegenüber!

Personalisten und Personalberater sind Menschen. Nach eigenen Angaben bekommen sie durchschnittlich ca. 200 Bewerbungen auf ein Stelleninserat.

Dabei stechen ihnen diejenigen ins Auge, die bei kleinstmöglichem Input größtmöglichen Output versprechen! Mit einfacheren Worten: jene Bewerbungen, bei denen sie mit dem geringsten Aufwand die größten Erfolgschancen sehen, sind ihnen am liebsten. Das ist menschlich und leicht nachvollziehbar.

Genau deshalb sollten Sie versuchen, Ihre Bewerbungsunterlagen so knapp wie möglich zu verfassen, und durch die Gestaltung Ihrer Unterlagen zum Lesen einladen.

positive Emotionen erzeugen!

Sitzt der Personalist vor einem Dokument und scrollt über Deckblatt und mehrere Seiten Lebenslauf und Zeugnisse, bauen sich beim Gedanken, alles lesen zu müssen, Aversion und Unbehagen, auf.

Wenn er versucht, das Dokument auszudrucken, um sich mehr Übersicht zu verschaffen, dann hat man spätestens dann „verloren“, wenn sich das Dokument nicht drucken lässt, weil es zu groß ist. Was mir tatsächlich schon passiert ist.

Trennen Sie die Dokumente und achten Sie auf die Dateigrößen.

Präsentiert sich jemand mit sympathischen Unterlagen, die kurz und knackig transportieren, wer die Person ist und was sie kann, ist der Personalist mittels raschem Durchblättern in der Lage, zu entscheiden, ob es Sinn macht, sich mit dieser Person zusammenzusetzen und mindestens eine Stunde seiner Zeit zu investieren, um diese Person zu interviewen.

Was gehört eigentlich zu den Bewerbungsunterlagen?

Deshalb empfehle ich meinen Klienten, die Bewerbungsunterlagen in drei Teile zu teilen: nämlich Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Nach diesem Muster sind auch die meisten Bewerberdatenbanken aufgebaut.

Bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen  fangen Sie am besten mit dem Lebenslauf an.  Dieser sollte für alle Bewerbungen stabil bleiben. Erst das Motivationsschreiben verfassen Sie individuell als Antwort auf ein bestimmtes Inserat.

Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte auf ca. zwei Seiten einen guten Überblick über wesentliche Stationen des Bewerbers oder der Bewerberin geben und sich nur mit Dingen beschäftigen, die für die gesuchte Stelle relevant sind!

Je älter Sie sind, desto eher ist auch eine dritte Seite zulässig. Insbesondere dann, wenn Sie IT Kenntnisse und Projektmanagement-Erfahrung detaillierter darstellen wollen.

Der Lebenslauf muss unbedingt mit Ihrer letzten Station beginnen. Bei üblicher  Gestaltung  Ihrer Bewerbungsunterlagen erwartet man die Berufserfahrungen am Anfang und erst dann eine Aufzählung der Schul- und Weiterbildungen.

Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben sollte in einem eigenen Dokument verfasst sein und in ungefähr vier bis fünf Absätzen darstellen, warum man sich für die Stelle interessiert und glaubt, ein geeigneter Kandidat oder eine geeignete Kandidatin zu sein!

Dabei überlegen Sie sich eine interessante Einleitung und schreiben im Mittelteil, was Sie bewegt sich zu bewerben, und warum man Sie einladen sollte. Vermeiden Sie so weit als möglich Nennungen, die sich schon im Lebenslauf finden.

Schließen Sie dann mit Ihrer Verfügbarkeit, Ihrer Bereitschaft zu Dienstreisen und mit Ihrer Gehaltsforderung ab, wenn diese Kriterien verlangt werden.

Zeugnisse

Wenn in einem Inserat angemerkt wird, dass Zeugnisse mitgeschickt werden sollen, dann sollte man sich auf die letzten zwei bis drei relevanten Zeugnisse beschränken und in einem Begleitmail anführen, dass man gerne bei Bedarf weitere Zeugnisse vorlegen wird!

Einige kostenfreie Vorlagen finden Sie hier zum Download.

www.dieBusinesscoach.at

Lesen Sie auch: “DER Kardinalfehler im Motivationsschreiben”

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininums oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.