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Jobbewerbung per Du?

Immer häufiger findet man in Jobbörsen Stelleninserate per Du. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine versteckte Botschaft.

Warum tun die das?

In vielen Fälle wird es sich um ein Start up bzw. um ein sehr junges Unternehmen handeln. In jedem Fall aber will das Unternehmen flache Hierarchien vermitteln.

Es liegt jedenfalls auf der Hand, dass das inserierende Unternehmen mit seiner Stellenanzeige per Du  eine junge Bewerberschicht ansprechen möchte.

In meinen Augen ist es vor allem aber auch eine sehr elegante Variante das Diskriminierungsverbot zu umgehen, da schnell klar ist, dass sich das Unternehmen vorzugsweise an junge AdressatInnen wendet und man als älteres Semester wenig Chancen hat.

Manche Firmen exportieren die Du Kultur aber auch in andere Länder, ohne dass dabei eine Manipulation angenommen werden kann. Prominentestes Beispiel dafür ist Ikea. Dort wurde man als Kunde bereits bei der ersten Filialeröffnung  in Österreich vor ca. 30 Jahren  geduzt.

Näheres über die Hintergründe der Du Kultur finden Sie auch hier.

Soll ich auch Duzen?

Die Frage ist nun, wie Sie in Ihren eigenen Bewerbungsunterlagen darauf reagieren sollen?

Im ersten Schritt sollten Sie sowohl das Inserat als auch die Homepage des Unternehmens genau zu prüfen.

Nur wenn Sie in allen Quellen eine durchgängige Du Kultur erkennen können, sollten auch Sie Ihre Bewerbung im gleichen Stil verfassen. Dann testet das Unternehmen wahrscheinlich schon im Vorfeld, ob Sie zum Unternehmen passen, da sich noch immer viele Menschen mit dem Sie wohler fühlen.

Wenn allerdings nur die Stelleninserate per Du formuliert sind, die Website des Unternehmens aber ansonsten zeigt, dass gegenüber dem Kunden eine Sie Kultur gepflegt wird, dann sollten Sie auch in Ihren Texten das förmliche Sie verwenden.

Wo die Ausnahme zur Regel wird?

Aktuell sind die Stelleninserate per Du noch in der Minderheit. Daher sollten auch Sie bei Ihren Bewerbungen in der Regel die Sie Kultur pflegen.

Allerdings ist – nicht zuletzt aufgrund der in den sozialen Medien gepflegten Du Kultur – der Vormarsch des Du stark zu erkennen. Bei Firmen wie Ikea, Runtastic und shpock ist die Bewerbung per Du schon Pflicht, um überhaupt in die engere Wahl zu kommen.

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Nur Absagen – nehmen Sie es nicht persönlich!

Haben Sie schon gefühlte hundert Absagen auf Ihre Bewerbung im Postfach? Können Sie den ewig gleichen Standardtext “… dass ein anderer Bewerber die  geforderten Qualifikationen noch besser erfüllt …” schon nicht mehr lesen?

Stellen Sie die Basics sicher!

Wenn Sie sicher sind, dass Ihre Unterlagen “top” sind, Sie ein Foto verwenden, das professionell angefertigt wurde und Sie auch beim Versenden oder Hochladen Ihrer Dokumente keinen Fehler gemacht haben, dann liegt der “Fehler” wohl nicht bei Ihnen!

Es können auch unternehmensinterne Gründe sein!

In meiner beruflichen Praxis kam es leider häufiger vor, dass der Bewerbungsprozess nicht so gelaufen ist,  wie ich mir das von einem professionellen Prozess gewunschen hätte.

Zum Beispiel kam es vor, dass ich eine Stellenausschreibung laufen hatte, sich auch bereits einige BewerberInnen gemeldet hatten und plötzlich überraschte mich ein Aufnahmestopp der über das ganze Unternehmen verhängt wurde. Wir mussten allen BewerberInnen absagen.

Ein anderes Mal waren wir bereits mitten im Auswahlverfahren. Aufgrund der Veränderung der Führungskraft hatte plötzlich ein anderer das Sagen. Der hatte auch andere Vorstellungen an seine MitarbeiterInnen. Und plötzlich sah das Inserat mit dem wir suchten ganz anders aus. Mir war es persönlich unangenehm, dass wir den Kandidatinnen, die wir bereits interviewt hatten, absagen mussten.

Manchmal kam es auch vor, dass ganz andere Ereignisse dazu führten, dass wir Bewerbungsprozesse, die bereits fortgeschritten waren, wieder abbrechen mussten. Z.B. weil wir ein Unternehmen gekauft hatten und das Personalbudget für andere Maßnahmen verwendet werden musste.

Es kann daran liegen, dass Sie überqualifiziert sind.

Dieses Phänomen sehe ich in meiner Praxis als Businesscoach leider sehr häufig. Kandidatinnen, die sehr gut ausgebildet sind und vielleicht sogar eine Menge Erfahrung in ihrem Job haben, bewerben sich auf alle möglichen Jobs um Ihre Chancen zu erhöhen. Darunter sind leider auch viele, bei denen man dieses Know How und auch die Erfahrung gar  nicht brauchen kann.

Überqualifizierung bedeutet übrigens nicht, dass man auch so gescheit ist. Es bedeutet einfach, dass sie mehr können, als man eigentlich braucht. Wovon auch immer.

Die weit verbreitete Meinung bei KandidatInnen ist “Mir macht das gar nichts aus, dass ich mehr kann. Die müssten ja froh sein, wenn ich den Job trotzdem mache!” Das würde leider nur dann stimmen, wenn es nicht so viele andere BewerberInnen gäbe. Firmen wollen genau das haben, was sie suchen. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr. Zu groß erscheint die Gefahr, dass Sie schnell wieder weg sind, sobald Sie etwas besseres gefunden haben.

Man weiß gar nicht, was Sie alles können!

Jüngst wandte sich eine sehr gute Kandidatin an mich, die laufen Absagen auf ihre Bewerbung erhielt. Sie hatte noch einen sehr hochdotierten Job und wollte gewappnet sein, weil sich Veränderungen in ihrer Firma abzeichneten.

Sie war bereits sehr frustriert, weil Sie immer nur Absagen bekam.

Als ich mir ihre Unterlagen näher ansah, tat Sie mir wirklich leid. Ich konnte spüren, dass sie Ihre Bewerbungen sehr gewissenhaft machte und viel Zeit und Energie hineinfloss. Und ich erkannte, dass sie nicht verstanden wurde!

Leider nehmen in großen Firmen oft die Personalabteilungen die Vorselektion vor, ohne Ahnung von den gewünschten Fachkenntnissen zu haben. Finden sich in diesen Bewerbungen keine Wiederholungen der Wörter die im Inserat genannt sind, versteht die Mitarbeiterin in der Personalabteilung möglicherweise nur “Bahnhof”. Wer hier nicht daran denkt, dass er Laien (Personalisten) und Profi (die Fachexperten) gleichermaßen überzeugen muss, um eingeladen zu werden, landet ziemlich schnell am “Leider Nein”-Stapel!

Der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass wir ihre Unterlagen umgebaut haben und ich besonders darauf achtete, dass die Zielgruppe der Personalisten erkennen, dass die Kandidatin auf die ausgeschriebenen Jobs passen. Für mich nicht überraschend hatte sie binnen einer Woche vier (!) Vorstellungsgespräche.

Gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht!

Letztendlich führen diverse, leider nur vermeintlich gut gemeinte, gesetzliche Diskriminierungsverbote dazu, dass Unternehmen sehr schwammig kundtun, was sie eigentlich suchen.

Ein Unternehmen, dass einen Job ausschreibt, hat in der Regel eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wen es tatsächlich sucht.  Z.B. möchte man einen männlichen Mitarbeiter, weil der besser ins Team passt. Er soll so um die 35 sein, weil er dann schon einige Jahre Job-Erfahrung hat, gleichzeitig aber ausreichend Know How mit neuen Medien mitbringt. Man möchte vielleicht auch nur Bewerber aus einem ganz bestimmten Kulturkreis, etwa weil man Konflikte mit der bestehenden Stammmannschaft ausschließen möchte.

All das sind Gründe, die man in ein Inserat nicht schreiben darf! Also lautet die Annonce, dass man Personen gleich welchen Geschlechts, Alters oder Nationalität sucht.  Das Unternehmen wird folglich überhäuft mit – teilweise bestimmt sehr guten – von vornherein aber nicht in Frage kommenden Bewerbungen!

Verzagen Sie also nicht wenn Sie oft Absagen auf Ihre Bewerbung erhalten und stellen Sie sich einfach einen der genannten Gründe für die gerade erhaltene Absage vor!

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Was ist eigentlich “emotionale Intelligenz”?

Emotionale Intelligenz ist ein beliebtes Schlagwort gerade im Zusammenhang mit Bewerbungen.

Ich bin davon überzeugt, dass es – wie bei vielen Modewörtern –  unterschiedliche Definitionen gibt. Aus diesem Grund habe ich recherchiert, welche Definitionen sich dafür finden lassen!

emotionale Intelligenz – unterschiedliche Definitionen

Die Palette der unterschiedlichen Definitionen reicht  von “der Fähigkeit eines Menschen, die Emotionen eines anderen zu erkennen und in adäquater Weise darauf zu reagieren“¹ über “die Fähigkeit, Gefühle bei sich und anderen richtig einschätzen und beeinflussen zu können“² bis zur “Fähigkeit, Gefühle (bei sich und anderen) und menschliche Beziehungen richtig einschätzen und entsprechend handeln zu können“³.

Wenn auch die Unterschiede marginal erscheinen, so enthalten die verschiedenen Definitionen bei genauerer Betrachtung unterschiedliche Bandbreiten emotionaler Intelligenz.

Je nach Quelle geht es nicht nur ums Gegenüber. Sondern auch darum, seine eigenen Gefühle in der Begegnung wahrzunehmen und ihren Einfluss einschätzen zu können.

Der Unterschied der Definitionen zeigt sich aber auch in der Reaktion. Spricht die eine Quelle von adäquater Reaktion, so umfasst die Begrifflichkeit des Lexikons der Psychologie noch eine eigenständige Handlung.  Der Akt der Reaktion geht weiter und umfasst die Beeinflussung des Gegenübers.

nur ein Schlagwort?

Mit Sicherheit nicht! Sie sollten also in einem Bewerbungsgespräch gut vorbereitet sein, denn wenn die emotionale Intelligenz in der Jobausschreibung Thema war, wird sie es auch im Gespräch sein.

Personalisten benutzten dieses Schlagwort besonders gerne im Zusammenhang mit der Rekrutierung von Führungskräften. Das ist sehr gut nachvollziehbar, denn gerade in der Führungsarbeit ist es besonders wichtig, das Gegenüber einzuschätzen und dieser Einschätzung gemäß zu reagieren.

Sie können besonders punkten, wenn Sie im Gespräch darlegen, sich mit dem Begriff auseinander gesetzt zu haben. Schlagen Sie damit mehrere Fliegen mit einem Schlag. Nicht nur, dass Sie die Auseinandersetzung “nachweisen”, Sie können auch auf Ihre Stärke der Selbstreflexion eingehen, wenn Sie Ihre eigenen Gefühle mit ins Spiel bringen.

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¹Gablers Wirtschaftslexikon
²Online-Enzyklopädie für Psychologie und Pädagogik
³ Lexikon der Psychologie

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Wissen Sie was “MINT” ist?

Bisher dachte ich ja, es handle sich bei MINT um den Inhalt eines After Eight Plättchens.

Das passt aber insofern nicht, als man diesen Begriff vereinzelt in Stelleninseraten findet! Google zu Rate gezogen, stellte ich fest, dass es sich dabei um eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- bzw. Studienfächern und Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik handelt.

Sollte Ihnen der Begriff “STEM” unterkommen, dann handelt es sich dabei um das entsprechende englische Pendant (Sience, Technology, Engineering, Mathematics).

Fachkräftemangel als Gemeinsamkeit

Die Digitalisierung, die uns rasant in allen Lebensbereichen eingeholt hat, war offensichtlich hinsichtlich ihrer Dynamik nicht abzusehen. Die Folge daraus ist, dass sowohl Politik als auch die Wirtschaft verabsäumt haben, den daraus resultierenden Personalbedarf richtig abzuschätzen und auch für die Ausbildung zu sorgen. Der Einzug der EDV in jedem Unternehmen lässt die zu besetzenden Arbeitsplätze explodieren.

Trotz der Tatsache, dass im Jahre 2004 bereits 50% aller ÖsterreicherInnen das Internet nutzen und diese Zahl 2013 auf 80% angestiegen ist, wurde erst 2017 eine digitale Gesamtstrategie für den schulischen Bereich aufgestellt[1]. Demzufolge wurde auch das Fachkräftestipendium wieder eingeführt, dass Ausbildungen im MINT Bereich speziell unterstützt.

Berufsfelder mit Zukunft

Zu den MINT Berufen zählen die gesamte Bautechnik, das Chemie und Chemieingenieurwesen, die Lebensmitteltechnologie, die Elektronik, Elektrotechnik und Informationstechnologie, die Gebäudetechnik, die Innenraumgestaltung und Holztechnik, die Kunststofftechnik, der Maschinenbau, die Mechatronik sowie Medientechnik und Medienmanagement.

Ob eine Ausbildung in den genannten Berufsfeldern interessant für Sie sein könnte, können Sie sich anhand einiger Erfahrungsberichte hier ansehen.

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[1] Information des Bundeskanzleramtes