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Systemisches Coaching im Businesskontext?

Viele meiner Kunden denken an Esoterik, wenn ich Ihnen systemisches Coaching im Rahmen einer Beratung anbiete. Wenn ich dann noch erwähne, dass wir uns über eine Aufstellung ansehen, wie z.B. Ihr Team agiert, welche Themen es im Team gibt und welche Rolle sie dabei spielen, habe ich fast den Eindruck, als hätte ich ein unanständiges Wort benutzt!

Ein systemischer Coach wendet spezielle Fragetechniken an, um dem Coachee neue Sichtweisen für seine Themen zu eröffnen. Das gibt dem Coachee die Möglichkeit, seine Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Der Coach stellt ihm passend zur Situation geeignete Fragen, die der Coachee beantwortet. Dadurch entsteht ein immer weiterführendes Gespräch, durch welches der Coachee selbst auf Lösungen kommt, die er ohne Coach nicht finden würde.

Eine Aufstellung funktioniert ähnlich. Der Coachee visualisiert mittels Hilfswerkzeugen (z.B.) seine Teamsituation. Ich benutze dazu verschiedenfärbige und verschiedenförmige  Figuren, die die einzelnen Personen symbolisieren. Der Vorteil an der Aufstellung ist, sich seine Umgebung besser ansehen zu können. Der Coachee erkennt dabei, wie Personen einander beeinflussen, wie sie zusammen wirken oder möglicherweise auch, wie sie gegeneinander arbeiten.

Es geht dabei also in keinster Weise um irgendwelche übernatürlichen Phänomene, sondern einfach nur um die Analyse von Aktion und Reaktion zwischen Menschen.

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Mobbing – Was ist das eigentlich?

Kürzlich hat sich der OGH mit dem Mobbing am Arbeitsplatz beschäftigt. Erfahren Sie, welche Pflichten sich für Führungskräfte daraus ergeben.

Definition nach den Gerichten

Unter Mobbing versteht man Handlungen über einen längeren Zeitraum, die geeignet sind, dass sich eine Person ausgegrenzt und erniedrigt fühlt!

Ziel jeder Mobbinghandlung ist die Ausgrenzung oder sogar die Vertreibung der betroffenen Person.

Die Handlungen werden mit einer gewissen Regelmäßigkeit ausgeübt und beeinträchtigen den Betroffenen mindestens über ein halbes Jahr! Beim Zeitraum der Regelmäßigkeit geht man von einmal pro Woche aus.

Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing tritt zwar in allen Lebensbereichen auf. Der zentrale Ort der öffentlichen Betrachtung ist allerdings der Arbeitsplatz, weil sich immer häufiger Gerichte mit dem Thema beschäftigen müssen.

Der Bereich des Arbeitsplatzes wird als objektiv besonders schützenswert angesehen, weil mit dem Verlust des Arbeitsplatzes meist auch der Verlust der finanziellen Existenz droht. Im Vergleich dazu haben Mobbing im Fußballverein oder Kirchenchor weniger dramatische Auswirkungen. 

Seitens Führungskraft  oder Kollegen  besteht “Mobbing” in Handlungen und Unterlassungen wie “schikanieren, beschimpfen, Unterlassen der Informationsweitergabe, regelmäßige Zuteilung von als unangenehm bzw. unbewältigbar angesehenen Aufgaben etc.”

Pflichten des Arbeitgebers

Eigentlich müsste es immer das Interesse einer Führungskraft sein, Mobbing im Team zu unterbinden, weil es mit Sicherheit die Performance des ganzen Teams negativ beeinflusst.

Die Gerichte halten nunmehr ausdrücklich fest, dass es insbesondere Pflicht des Arbeitgebers ist, unverzüglich zu handeln und dem Betroffenen wirksam zu helfen! Der Arbeitgeber wird durch die Führungskräfte repräsentiert, weshalb sie diese Verpflichtung persönlich trifft. 

Diese Fürsorgepflicht aus Allgemeinem Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) und Angestelltegesetz (AngG) zieht nach sich, dass der Arbeitgeber die Vorwürfe genau zu prüfen hat.

Dazu muss er Gespräche mit allen Beteiligten führen und versuchen, die Vorfälle zu klären. In der Praxis empfehle ich, die Gespräche bzw. Ihre Abhaltung zu protokollieren, um in Folge beweisen zu können, dass sie geführt wurden!

Wenn der Arbeitgeber selbst nicht in der Lage ist, den Konflikt zu bereinigen, muss er einen Mediatoren hinzuziehen, um den Arbeitgeberpflichten nachzukommen.

Als geeignete Mittel zur Konfliktlösung kommen auch Versetzung bzw. Abmahnung des vermeintlich Mobbenden in Betracht.

Pflichten des Gemobbten

Der Betroffene muss genau dokumentieren, wann, wo und von wem er gemobbt wurde.

Die rechtlichen Folgen

Wenn der vermeintlich gemobbte Mitarbeiter sich mit einem begründeten Mobbingverdacht an den Arbeitgeber wendet, dieser aber keine geeigneten Hilfsmittel anwendet, so berechtigt das den gemobbten Mitarbeiter zum berechtigten, vorzeitigen Austritt. Dies bedeutet, dass der Mitarbeiter berechtigt fristlos kündigen darf.

In der Folge hat er Anspruch auf Entschädigungsleistungen wie “Abfertigung alt”, sowie auf Urlaubs- und Kündigungsentschädigung.

Letztlich kann der gemobbte Mitarbeiter sogar Schadenersatz geltend machen, wenn er z.B. psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen musste.

(zum OGH Urteil – Zusammenfassung)

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

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