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“Sind Sie kommunikationsfähig?”

Die meisten Bewerber würden die  Frage, ob sie kommunikationsfähig sind, ohne zu Zögern mit einem klaren “Ja” beantworten. Würde ich sie allerdings fragen, was sie darunter verstehen, würden die Antworten mit Sicherheit sehr vielfältig ausfallen!

Kommunikationsfähigkeit ist die häufigste soziale Kompetenz, die  gemäß aktuellem Career Monitor von heimischen Recruitern gefordert wird.

Was bedeutet Kommunikationsfähigkeit?

Kommunikationsfähig zu sein besteht aus mehreren Aspekten. Zum einen versteht man darunter die Bereitschaft, mit anderen zu kommunizieren. Für eine erfolgreiche Kommunikation ist aber auch erforderlich, sein Gegenüber zu verstehen und Informationen richtig zu interpretieren.

aktives Zuhören

Erfolgreiche Kommunikation setzt die Fähigkeit voraus, erkennen zu können, was das Gegenüber möchte.

Es setzt also voraus, dass man aktiv zuhören kann. Das bedeutet, dass man das Gesagte nicht nur hört, sondern auch tatsächlich versteht, was das Gegenüber meint. Es ist daher in vielen Fällen sinnvoll, nachzufragen oder das Gesagte mit eigenen Worten zu wiederholen. Besonders wichtig ist dieser Aspekt, wenn Begrifflichkeiten verwendet werden, die viele Interpretationsmöglichkeiten beinhalten.

Inhalt und Beziehung

Botschaften enthalten einen Inhaltsaspekt und einen Beziehungsaspekt. Je “gesünder” die Beziehung zum Gegenüber ist, desto mehr tritt der Inhaltsaspekt in den Vordergrund. Bestehen Konflikte mit dem Gegenüber, sollte man darauf achten, dass es nicht zu sogenannten versteckten Botschaften kommt, die Vorwürfe oder Anschuldigungen enthalten.

Ich Botschaft und Appell

Jede Information, die wir in der Kommunikation mit anderen teilen, enthält Botschaften über uns selbst. Wir drücken aus, was und wie wir denken, geben unsere Einstellung zu bestimmten Themen preis und schätzen anhand der Reaktion des Gegenübers seine/ihre Einstellung ein.

Gespräche werden immer zielgerichtet geführt. Man möchte durch Kommunikation etwas bewirken. Bei Arbeitsanweisungen durch den Vorgesetzten ist dies besonderes deutlich, bei Gesprächen im Privatleben eventuell weniger auffällig. Botschaften enthalten also mehr oder weniger deutlich, eine Aufforderung (= Appell) an das Gegenüber in einer bestimmten Art und Weise zu reagieren.

Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit im Job

Je besser jemand in der Lage ist, alle Ebenen einer Botschaft zu bedienen, desto ausgeprägter ist seine Kommunikationsfähigkeit.

Im Job zeigt sich die Kommunikationsfähigkeit insbesondere durch Klarheit der Sachinhalte, durch die richtige Wahl der Kommunikationsmittel (persönliches Gespräch, über Telefon, per E-Mail) und durch die Berücksichtigung bestimmter Kommunikationsregeln, die z.B. gegenüber dem Kollegen andere sind als z.B. gegenüber einer Kundin.

www.dieBusinesscoach.at

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aktualisiert im April 2019

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Psychotricks des Chefs – was tun?

Beim Mobbing durch Vorgesetzte handelt es sich um ein Verhalten, das darauf abzielt, Mitarbeiter zu verletzten, einzuschüchtern, zu entmutigen oder auszugrenzen. Oftmals versucht der Kontrahent das Mobbingopfer vom Arbeitsplatz zu verdrängen. Das Mobbing durch Vorgesetzte nennt man in der Fachsprache übrigens Bossing.

Was steckt hinter dem Verhalten?

Haben Sie schon einmal vom “Eltern-Ich”, “Erwachsenen-Ich” und “Kind-Ich gehört?

Dabei handelt es sich um verschiedene Persönlichkeitszustände, die wir in unserer Kindheit gelernt haben. Verhaltensmuster die wir damals gelernt haben, wenden wir auch im Erwachsenenleben an.

Geschulte Führungskräfte können sich dieses Wissen zu Nutze machen, indem sie MitarbeiterInnen beeinflussen. Gute Führungskräfte wenden dieses Wissen nur zum Vorteil des Mitarbeiters an, schlechte nutzen es eventuell, um MitarbeiterInnen zu manipulieren!

Was passiert konkret?

Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter bewusst aus einer “Eltern-Ich” und nicht aus der eigentlich üblichen “Erwachsenen-Ich” Position ansprechen, dann passiert es schnell, dass MitarbeiterInnen intuitiv aus einer “Kind-Ich” Position antworten.

Wenn ein Chef einen Mitarbeiter z.B. maßregelt, wie man dies bei Kindern tut, dann wird der Mitarbeiter vielleicht intuitiv beleidigt reagieren und schmollen oder gar eine patzige Antwort geben. In der Situation ist es dem Mitarbeiter gar nicht bewusst, dass er sich vom Vorgesetzten manipulieren lassen hat. Erst eine Reflexion könnte die eingenommenen Rollen aufdecken.

Was kann man tun?

Sinnvoll wäre aber keine kindliche Reaktion zu setzen, sondern den Vorgesetzen auf seiner “Erwachsenen-Ich” Position anzusprechen, indem man ihm ganz sachlich sagt, dass man eine andere Haltung zum Thema hat und gerne darüber diskutieren würde.

Sie begeben sich damit auf Augenhöhe und signalisieren ihm, dass Sie auf seine Spielchen nicht eingehen und sich auch nicht in die Rolle drängen lassen.

Näheres zum Bossing und was Sie tun können, erklärt die Arbeiterkammer.

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Lesen Sie auch: wie man Mitarbeiter auf schnellstem Wege demotiviert!

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog – unterschiedlich häufig – die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Meine Führungskraft – ein Selbstdarsteller!

Unsicherheit wird als Schwäche empfunden und da niemand gerne unsicher und schwach ist, versucht die Person, diese Schwäche zu kompensieren. Dumm nur, wenn diese Person Ihre Führungskraft ist!

Jemand der – oder selbstverständlich auch die – sich selbst minderwertig fühlt (und deshalb zwangsläufig auch unsicher),  versucht sich nach außen hin  größer zu machen. Dies gelingt am ehesten, indem man sich selbst für sehr wichtig nimmt und andere klein macht. Umso kleiner der oder die andere, umso größer wird man selbst.

Angst als Motiv

Innerlich haben Menschen, die andere klein machen, große Angst, dass der andere besser sein könnte oder gar merken könnte, dass er  sich selbst  klein fühlt. Deswegen spionieren Menschen, die sich unsicher fühlen, allem hinterher, da sie versuchen, jede Gelegenheit von Größe eines/einer anderen im Keim zu ersticken.

Solche Führungskräfte haben verschiedene Taktiken, um sich selbst in Szene zu setzen. Einerseits können Sie permanente Rechthaber sein, oder aber gerne den Entertainer spielen, wobei ihre gute Laune meist nur solange aufrecht bleibt, als sie es sind, die die Witze erzählen.

Wie reagieren Sie auf die Spielchen Ihrer Führungskraft? Kann es sein, dass Sie um des Frieden willens die Spielchen mitspielen? Kann es sein, dass Sie die ersten Versuche des Chefs (oder der Chefin) Ihre vorgelegte Arbeit mit dem Rotstift zu korrigieren, völlig erstaunt aber doch kommentarlos zur Kenntnis genommen haben und sich in weiterer Folge schön brav in ihre Rolle als “kleiner Volksschüler” eingefügt haben? Ist es mittlerweile bereits so, dass Sie Fehler machen, die Sie früher nie gemacht haben? Ist es  vielleicht auch schon so, dass anfänglich da oder dort ein Fehler aufgetaucht ist, mittlerweile aber kein einziges Wort mehr an der Stelle bleibt, wohin Sie es geschrieben haben?

Lachen Sie über die Witze Ihrer Führungskraft und seien sie auch noch so fahl, nur um ihn oder sie bei Laune zu halten? Ist es mittlerweile so, dass die Kommunikation völlig einseitig verläuft, aus Angst, Sie könnten etwas Falsches sagen?

der Umgang mit Selbstdarstellern

Unterbrechen Sie das eingespielte Muster! Tun Sie, was Sie von Anbeginn an hätten tun müssen! Reagieren Sie erwachsen!

Befreien Sie sich aus der Rolle, in die sie gedrängt wurden. Insbesondere im ersten Beispiel wird deutlich, dass sie in die Rolle des Kindes bzw. in die des Unterlegenen gedrängt wurden. Seien Sie sich bewusst, dass Sie zwar MitarbeiterIn aber nicht Leibeigene(r) Ihrer Führungskraft sind und dass Sie ein Recht auf angemessenes Verhalten haben!

Brüllt Ihre Führungskraft z.B. herum, schreit er Sie oder Ihre Kollegen an, sollten Sie völlig ruhig das Muster unterbrechen und z.B. sagen: “Tut mir leid, aber bei dem Geschrei krieg ich Kopfschmerzen und muss mal eine Pause machen!” Verlassen Sie dann den Raum! (Ich bezweifle sogar, dass Ihre Führungskraft es wagen wird, Sie zu einem Vieraugengespräch zu holen, weil er sich ihres unangemessenen Tuns bewusst ist!)

Mit Sicherheit wird Ihr Vorgesetzter sein Verhalten ändern, weil er völlig überrascht ist, dass Sie aus einer erwachsenen Haltung heraus Stellung  bezogen haben und er das bisher nicht gewohnt war. Ihre Aktion zwingt ihn aber, sich ebenfalls auf die Ebene der erwachsenen Kommunikation zu begeben.

Dieser Prozess wird nicht von heute auf morgen erfolgreich sein, insbesondere dann, wenn der Chef schon viele Jahre in seiner bevorzugten, gut funktionierenden Rolle agiert (mit der er/sie sich so schön groß fühlt!). Je öfter Sie ihm/ihr aber auf einer erwachsenen Ebene begegnen, desto öfter wird auch er/sie gezwungen sein, dies zu tun!

Was eine gute Führungskraft ausmacht, lesen Sie hier.

Lesen Sie auch “Was macht tolle Chefs so toll?”

www.diebusinesscoach.at