Schlagwort-Archive: #Fangfragen im Bewerbungsgespräch

Unique Selling Proposition (USP)

Um in der Arbeitswelt Erfolg zu haben, ist es erforderlich, aus der Maße hervorzustechen. Möglich macht das die Unique Selling Proposition (USP) – zu deutsch Ihr Alleinstellungsmerkmal!

Warum ist Unique Selling Proposition so wichtig?

Haben Sie auch Wirtschaft studiert? Verbrachten Sie auch ein Jahr im Ausland? Haben Sie dort auch ein Praktikum absolviert? Sprechen Sie neben Deutsch auch Englisch.  So wie viele andere auch? Dann sind Sie bei einem interessanten Jobangebot sicher nicht alleine.

In einer Zeit, wo immer mehr AkademikerInnen auf den Arbeitsmarkt streben, ist es schwierig geworden, sich allein mit der Ausbildung von der Masse abzuheben.

Wenn Sie über die gleichen Kompetenzen verfügen, wie viele andere auch, ist es erforderlich, Ihre Bewerbungsunterlagen sowohl optisch als auch inhaltlich so aufzubereiten, dass Sie die Aufmerksamkeit des Adressaten besonders wecken.

Die Kunst, aufzufallen!

Das Geheimnis liegt in  der Unique Selling Proposition – Ihrem Alleinstellungsmerkmal.

Jeder Mensch ist individuell. Daher ist es wichtig, herauszufinden, was Sie individuell macht.  Die Unique Selling Proposition stellt Ihren Wettbewerbsvorteil dar, mit dem Sie sich von einer repräsentativen Vergleichsgruppe abheben.

Was macht mich besonders?

Haben Sie vielleicht besondere Computerkenntnisse? Haben Sie an einem interessanten Projekt mitgearbeitet? Bringen Sie eine Stärke mit, die bereits in der Vergangenheit nennenswert aufgefallen ist? Wurden Sie von Ihrem ehemaligen Vorgesetzten besonders gelobt? Haben Sie ein Schulprojekt gewonnen oder eine besondere Auszeichnung erhalten? Wenn das der Fall ist, nutzen Sie Ihre Chance und stellen Sie schon im Motivationsschreiben fest, was Sie von anderen abhebt!

Um Ihr Alleinstellungsmerkmal leicht herauszufinden, befragen Sie Freunde und Familienmitglieder. Aus Erfahrung weiß ich, dass es den meisten Menschen sehr schwer fällt, Ihre persönlichen Besonderheiten herauszufinden. Viel leichter ist es in der Regel, wenn andere die Frage beantworten, was an Ihnen besonders ist.

Wichtig ist jedenfalls, dass Ihnen Ihr Unique Selling Proposition selbst bewusst ist. Denn wie soll der zukünftige Arbeitgeber herausfinden, was Sie einzigartig macht, wenn Sie es selbst nicht wissen?

Das Bewusstsein Ihres Alleinstellungsmerkmales hebt Sie objektiv aber auch subjektiv von der Masse ab und stärkt Ihr Selbstbewusstsein. Auch das ist nötig, um einen potentiellen Arbeitgeber zu beeindrucken, da diese jedenfalls die Besten der Besten suchen.

Wecken Sie Interesse!

Dabei ist natürlich wichtig, dass diese Besonderheit für einen potentiellen Arbeitgeber interessant ist. Er muss also einen Zusammenhang zwischen Ihrer Besonderheit und seiner Geschäftstätigkeit herstellen können. Versetzen Sie sich dazu in seine Lage und überlegen Sie, welche Ihrer Kompetenzen einen Mehrwert für das Unternehmen darstellen könnte.

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aktualisiert im April 2019


	

Resilienz – ein neues Modewort?

Nach Diversity und Gendering gibt es eine neue Eigenschaft, die schon Einzug in den Career Monitor gefunden hat – die Resilienz. Damit wird sie in den Kreis der Eigenschaften aufgenommen, die RecruiterInnen sich von BewerberInnen erwarten.

Was versteht man eigentlich unter Resilienz?

Liest man sich die Definitionen in Wikipedia dazu durch, muss man unweigerlich an den Spruch “Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!” denken.

Das Wort Resilienz wird vom  lateinischen resilio (abprallen, zurückspringen) abgeleitet. Es kommt aus der Physik und bezeichnet in der Materialforschung hochelastische Werkstoffe, welche nach jeder Verformung wieder ihre ursprüngliche Form annehmen.

In seiner modernen Verwendung beschreibt das Wort die Fähigkeit, Lebenszyklen unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und sich daraus weiterzuentwickeln.

Resilienz im Bewerbungskontext

Um diese Fähigkeit in Ihren Bewerbungsunterlagen wirkungsvoll zu beschreiben, reicht es allerdings nicht aus, einfach nur auf das Vorhandensein dieser Eigenschaft zu verweisen. Vielmehr muss es Ihnen gelingen,  ein Beispiel aus Ihrer beruflichen Vergangenheit zu beschreiben, das diese Eigenschaft beweist.

Ein gutes Bespiel für Ihre vorhandene Resilienz könnte Ihr Umgang mit Veränderungen sein. Es gibt Menschen, die sehr unflexibel auf Veränderungen reagieren und lieber alte Zustände bewahren. Im Unterschied dazu könnten Sie Ihre Flexibilität im Umgang mit Veränderung aufzeigen. Beschreiben Sie das  Positive und wie Sie an einer solchen Veränderungssituation gewachsen sind.

Sie könnten auch (kurz) eine Niederlage beschreiben. Am besten eine, die weniger mit ihnen als mit äußeren Umständen zu tun hatte. Wenn Sie z.B. beschreiben, dass Sie in einem Jahr eine öffentliche Ausschreibung verloren haben, sich im Folgejahr wieder beworben und diesmal gewonnen haben, dann ist das ein sehr guter Nachweis für Ihre Resilienz. Sie haben nicht resigniert, sondern haben die Ärmel hochgekrempelt und es noch einmal versucht.

Kann man Resilienz lernen?

Die einfache Antwort: ja! Denn Resilienz ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe unserer Kindheit erworben. Dabei lernen wir den Umgang mit Krisen in erster Linie von unseren Eltern. Aber auch eigene Erfahrungen prägen uns. Je häufiger wir nach einem Verlust oder Schicksalsschlag die Erfahrung machen, dass es danach wieder aufwärts geht, desto größer wird unsere Resilienz.

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aktualisiert im Mai 2019

BOREOUT – mein Job ist langweilig

Burnout ist in aller Munde. Als immer zunehmendere Folge der Schnelllebigkeit und Komplexität unserer Arbeitswelt zeigen sich bei immer mehr Menschen Gefühle der Angespanntheit und Erschöpfung. Wenn aber das Gegenteil eintritt und die Arbeit von Langeweile und Monotonie geprägt ist, spricht man von Boreout.

Hauptelemente von Boreout

Boreout Betroffene leiden unter Unterforderung, da sie gerne mehr leisten wollen, als von Ihnen gefordert wird. Sie leiden innerlich, da sie ihre Aufgaben als uninteressant empfinden. Die Folge darauf ist, dass Betroffene rat- und lustlos wird, da sie nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Interessanter Weise ist eine häufige Reaktion, dass Betroffene Beschäftigung vortäuschen, oftmals sogar besonders betonen, dass sie viel zu tun hätten. Damit verlängern sie eigentlich die Situation, anstatt eine Verbesserung zu bewirken.

Für Arbeitgeber ist es daher besonders schwierig zu erkennen, dass der Betroffene unterfordert ist. Ideen, wie Sie Ihre MitarbeiterInnen vor Boreout schützen können, beschreibt etwa der Harvardbusinessmanager.

Umgang mit dem Boreout

Sollten Sie betroffen sein, so empfehle ich, im ersten Schritt das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten zu suchen. Tauschen Sie sich über Ihre Kompetenzen aus, bieten Sie ihm an, interessantere Aufgaben zu übernehmen.

Sollte dieses Gespräch nicht zielführend verlaufen, sollten Sie sich auf die Suche nach einem anspruchsvolleren Job machen. Dabei ist wichtig, dass Sie die richtigen Worte für Ihr Wechselmotiv finden.

Dass man gerne mehr leisten möchte und deshalb einen neuen Job sucht, ist eigentlich erfreulich für jeden neuen Arbeitgeber. Sie sollten aber in Ihrem Motivationsschreiben und auch im Bewerbungsgespräch kein Wort darüber verlieren, dass Sie sich in Ihrem Job langweilen.

Stellen Sie den aktuellen Job als Motiv Ihrer Wechselwilligkeit nicht in den Vordergrund.  Beschreiben Sie zielgerichtet, dass Sie  ” …  ihr fachliches Know How im neuen Job einsetzen wollen …”, oder “… daran interessiert sind, sich persönlich in Entscheidungsprozesse einzubringen”.

Positive, zukunftsorientierte Motive wirken wesentlich interessanter, als etwa nur die Anmerkung, dass man sich im derzeitigen Job langweilt und deshalb dort weg möchte!

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aktualisiert im April 2019

was ist eigentlich “emotionale Intelligenz”?

Emotionale Intelligenz ist ein beliebtes Schlagwort gerade im Zusammenhang mit Bewerbungen.

Ich bin davon überzeugt, dass es – wie bei vielen Modewörtern –  unterschiedliche Definitionen gibt. Aus diesem Grund habe ich recherchiert, welche Definitionen sich dafür finden lassen!

emotionale Intelligenz – unterschiedliche Definitionen

Die Palette der unterschiedlichen Definitionen reicht  von “der Fähigkeit eines Menschen, die Emotionen eines anderen zu erkennen und in adäquater Weise darauf zu reagieren“¹ über “die Fähigkeit, Gefühle bei sich und anderen richtig einschätzen und beeinflussen zu können“² bis zur “Fähigkeit, Gefühle (bei sich und anderen) und menschliche Beziehungen richtig einschätzen und entsprechend handeln zu können“³.

Wenn auch die Unterschiede marginal erscheinen, so enthalten die verschiedenen Definitionen bei genauerer Betrachtung unterschiedliche Bandbreiten emotionaler Intelligenz.

Je nach Quelle geht es nicht nur ums Gegenüber. Sondern auch darum, seine eigenen Gefühle in der Begegnung wahrzunehmen und ihren Einfluss einschätzen zu können.

Der Unterschied der Definitionen zeigt sich aber auch in der Reaktion. Spricht die eine Quelle von adäquater Reaktion, so umfasst die Begrifflichkeit des Lexikons der Psychologie noch eine eigenständige Handlung.  Der Akt der Reaktion geht weiter und umfasst die Beeinflussung des Gegenübers.

nur ein Schlagwort?

Mit Sicherheit nicht! Sie sollten also in einem Bewerbungsgespräch gut vorbereitet sein, denn wenn die emotionale Intelligenz in der Jobausschreibung Thema war, wird sie es auch im Gespräch sein.

Personalisten benutzten dieses Schlagwort besonders gerne im Zusammenhang mit der Rekrutierung von Führungskräften. Das ist sehr gut nachvollziehbar, denn gerade in der Führungsarbeit ist es besonders wichtig, das Gegenüber einzuschätzen und dieser Einschätzung gemäß zu reagieren.

Sie können besonders punkten, wenn Sie im Gespräch darlegen, sich mit dem Begriff auseinander gesetzt zu haben. Schlagen Sie damit mehrere Fliegen mit einem Schlag. Nicht nur, dass Sie die Auseinandersetzung “nachweisen”, Sie können auch auf Ihre Stärke der Selbstreflexion eingehen, wenn Sie Ihre eigenen Gefühle mit ins Spiel bringen.

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¹Gablers Wirtschaftslexikon
²Online-Enzyklopädie für Psychologie und Pädagogik
³ Lexikon der Psychologie

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Was sind meine Stärken?

Den meisten Menschen fällt es schwer, Ihre Stärken zu benennen? Doch warum ist das so? Die Antwort liegt auf der Hand. Die meisten Menschen wurden mit Glaubenssätzen wie “Eigenlob stinkt“, “Angeber mag niemand” etc. erzogen.

Im Bewerbungsprozess ist es aber wichtig, sich selbst gut darzustellen. Denn wir machen Werbung für uns! Und dazu gehört auch, unsere guten Eigenschaften hervorzuheben , um für unser Gegenüber interessant zu sein.

auf die Position kommt’s an!

Woran erkennt man nun Stärken überhaupt? Handelt es sich um Eigenschaften, die immer gut sind?

Die wenigsten Eigenschaften sind per se gut oder schlecht. Sie sind nur dann eine Stärke, wenn sie in einer bestimmten Situation benötigt werden.

Stellen Sie sich vor, jemand der in einem kreativen Job arbeitet, ist penibel und ordentlich? Meistens sind Menschen, die besonders kreativ sind, das genaue Gegenteil. Daher ist in diesem Beispiel die Ordnungsliebe eher hinderlich und keine Stärke für einen Kreativberuf.

Das heißt, was in einer bestimmten Situation eine Schwäche ist, kann in einer anderen eine große Stärke sein.

Daher müssen Sie sich anfänglich die Frage stellen, welche Eigenschaften für die Position eine Stärke darstellen, auf die Sie sich bewerben wollen.

Warum es so schwer ist, die eigenen Stärken herauszufinden.

Viele unsere positiven Eigenschaften sind angeboren. Manch andere erlernen wir während unserer Kindheit. In jedem Fall sind sie uns sehr vertraut und eigentlich ganz normal. Wir erkennen daran nichts besonderes. Und oft erscheinen uns unsere Stärken deshalb auch nicht erwähnenswert.

Fragen, die Sie sich stellen sollten!

Aber denken Sie mal nach. Gibt es in Ihrer Familie oder in Ihrem Freundeskreis jemanden, der so gänzlich anders tickt als Sie? Jemanden, der überall hin zu spät kommt? Erscheint Ihnen die Wohnung des Nachbarn völlig chaotisch? Nervt Sie die Nachbarin, die Geheimnis für sich behalten kann? Finden Sie Herrn Müller seltsam, weil es sich immer daneben benimmt und sich nicht an seine Umgebung anpassen kann?

Kennen Sie jemanden der anderen nicht zuhören kann und dabei noch erwartet, dass man sein ständiges Gequatsche erduldet? Fällt Ihnen jemand ein, der es – für Sie völlig unverständlich – hasst, Rätsel zu lösen?

Mögen Sie Ihre beste Freundin, sind aber genervt, weil sie ewig braucht, um sich beim Shoppen für Schuhe zu entscheiden? Kann es sein, dass Sie auch nicht verstehen, dass sie ohne Plan in der Einkaufsstraße herumirrt und dabei viele leere Kilometer läuft!

Gratuliere, wenn Sie solche Menschen kennen, dann sind Sie selbst ordnungsliebend, pünktlich, vertrauensvoll und wahrscheinlich loyal, anpassungsfähig, ein aufmerksamer Zuhörer, analytisch, entscheidungsfreudig und strukturiert!

Die Eigenschaften, die uns an anderen Menschen auffallen, haben wir meist selbst nicht, bzw. “ticken” wir genau gegenteilig!

Umgekehrt können Sie natürlich auch Ihre Schwächen herausfinden, indem Sie sich fragen, was andere an Ihnen stört. Ein umfassendes Bild erhalten Sie durch eine SWOT Analyse.

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“was soll ich denn für Schwächen zugeben?”

Eine der zentralsten Fragen im Bewerbungsgespräch ist die nach Ihren Stärken und Schwächen!

Wenn auch manchen Menschen vielleicht noch relativ leicht fällt, ihre Stärken zu benennen, tun sich fast alle bei den Schwächen schwer!

Wie finden Sie Ihre Schwächen heraus?

Durch den Vergleich mit anderen! Sollten Sie keine Ehefrau oder Mutter zu Hause haben, die an Ihnen herum nörgelt, dann ist es etwas schwieriger, herauszufinden, was genau Ihre Schwächen sind.

Aber kein Mensch ist perfekt. Den Personalisten geht es insbesondere darum, zu testen, ob Sie in der Lage sind, sich selbst zu reflektieren. Sie wollen wissen, ob Sie jemand sind, der sich selbst kritisch hinterfragt. Und, Sie wollen natürlich auch wissen, ob Sie eine Schwäche besitzen, die hinderlich für die Ausübung des Jobs ist.

Relevanz für den Job

Erforderlich  ist natürlich, keine Schwächen zu haben, die für den begehrten Job wesentlich sein können!

Der eleganteste Weg die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch zu beantworten ist daher, sich bereits im Vorfeld auf diese Frage vorzubereiten und sich Schwächen zu überlegen, die für die Ausübung der Tätigkeit irrelevant sind.

Wenn Sie z.B. zukünftig im Controlling arbeiten wollen, dann wird es wesentlich sein, dass Sie ein gutes Gespür für Zahlen haben, dass Sie Excel Listen schnell erfassen können und dass Sie generell eine mathematische Begabung haben. Unwesentlich wird dafür sein, ob Sie besonders kreativ sind. Niemand wird von Ihnen verlangen, aufwendige, kreative Power Point Folien zu kreieren oder ein Bild zu malen!

Seien Sie gut auf diese Frage vorbereitet!

Überlegen Sie sich im Vorfeld des jeweiligen Bewerbungsgespräches, worauf es in dem Job ankommt. Was genau sollten die Eigenschaften einer Person sein, die sich gut für diesen Job eignet. Wie sollte sie sich keinesfalls verhalten. Welche fehlenden Kompetenzen könnten für den Job hinderlich sein?

Wenn Sie sich zum Beispiel im Produktmanagement beworben haben, wird dort gefragt sein, dass Sie kreativ und ideenreich sind! Weniger relevant wird sein, dass Sie ein erfolgreicher Entertainer sind und die Massen begeistern können! Sie könnten daher sagen, dass es nicht Ihres ist, Vorträge vor vielen Menschen zu halten. Erwähnen Sie, dass Sie in der Vergangenheit mit solchen Situationen konfrontiert waren und gemerkt haben, dass Sie das nervös macht. Viel lieber ist es Ihnen kreativ zu sein und mit einer kleinen Menge von Leuten “brainzustormen”.  Damit haben Sie eine Schwäche genannt, zugleich aber auch eine Stärke, die für den Job wesentlich ist, angebracht.

In einem anderen Fall ist es vielleicht genau umgekehrt. Wollen Sie zum Beispiel im Verkauf arbeiten, brauchen Sie ein Gespür für Menschen, müssen stark in der Kommunikation sein und müssen zu Kaufentscheidungen animieren!

Weniger relevant wird sein, dass Sie handwerklich begabt sind und gut Fliesen legen können! So könnte Ihre Antwort beispielsweise sein: “Ich bin handwerklich nicht sehr geschickt, zum Leidwesen meiner Frau! Ich hab da leider zwei linke Hände, es wäre also eher ungünstig, müsste ich die Dinge, die Sie vertreiben, selbst zusammenbauen! Aber die Welt der Kommunikation ist meines. Mir fällt es leicht, mit verschiedensten Persönlichkeiten zu kommunizieren, auf Sie einzugehen und Sie letztlich dazu zu bringen, bei uns Kunde zu werden!” 

Stärken und Schwächen sind keine absolute Größen

Je authentischer Sie im Bewerbungsgespräch auch hinsichtlich Ihrer Schwächen sein können, desto besser.

Stärken und Schwächen sind immer nur im Zusammenhang zur Situation zu beurteilen. Überlegen Sie, ob Sie nicht auch Eigenschaften haben, die im Allgemeinen als Schwäche gelten, die aber in genau diesem Job eine Stärke darstellt. Besonders kreative Menschen sind im Alltag oft chaotisch und oftmals auch unpünktlich. Insofern können Sie also auch auf Ihr persönliches Chaos hinweisen, das aber gleichzeitig ihre Kreativität nährt und Ihnen dabei hilft, gerade im Job brillant zu sein. Hier können Sie auch anfügen, dass Ihnen diese Schwäche im Alltag sehr bewusst ist, Ihre Kreativität aber darunter leiden würde, wenn Sie sich verbiegen würden.

Nachvollziehbar und sympathisch

Wichtig hinsichtlich Ihrer Schwächen im Bewerbungsgespräch ist in erster Linie, dass Sie erkennen lassen, dass Sie über die Relevanz im Job nachgedacht haben. Dass Sie Ihre Schwächen reflektieren, Sie aber nicht hinderlich in Ihrem Job sind. Und nachdem auch Personalisten Menschen mit Schwächen sind, ist letztlich ausschlaggebend wie sympathisch Sie die Frage beantworten.

Eine hilfreiche Auflistung vieler Eigenschaften finden Sie hier.

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“nennen Sie uns drei Ihrer Schwächen”

Sie haben keine? Dann ist die Gefahr sehr groß, dass Sie für größenwahnsinnig oder arrogant gehalten werden!

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen und Sie sind gut beraten, wenn Sie sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, welche Ihrer Schwächen Sie getrost nennen können, weil sie für den begehrten Job nicht relevant sind!

Z.B. macht sich “ich kann mir Namen sehr schlecht merken!” in einem Job, der davon lebt, Beziehungen zu anderen Personen aufzubauen, Dinge zu organisieren und dabei viel mit anderen Menschen zu tun zu haben, weniger gut als wenn Sie sich um einen Job im Produktmanagement bewerben.

“Ich bin nur mäßig kreativ und kann nicht gut zeichnen!” kommt nicht so gut, wenn Sie sich in einer Schneiderei bewerben, als Sekretärin wird es wahrscheinlich irrelevant sein.

“mir liegt Kommunikation wesentlich mehr, als mit Zahlen zu jonglieren!” wäre keine gute Antwort, wenn Sie sich als Controller bewerben, unterstreicht aber Ihre Fähigkeiten, wenn Sie sich in einer PR Abteilung bewerben.

“Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt” eignet sich für eine Rolle als Mitarbeiter gut, wird aber für die Bewerbung für eine Führungsposition eher kontraproduktiv sein.

Überlegen Sie daher im Vorfeld eines Bewerbungsgespräches welche Eigenschaften für den konkreten Job wichtig sind und welche nicht. Dementsprechend sollte Ihre Beantwortung ausfallen!

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Achtung Fangfrage: “wie haben Sie sich auf unser Gespräch vorbereitet?”

Sie haben eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch erhalten? Gratulation, Sie haben die erste Hürde geschafft!

Sie sollten sich jedenfalls darauf einstellen, dass Sie auf dem Prüfstand stehen, sobald Sie den Parkplatz oder spätestens die Aula des Unternehmens betreten haben!

Seien Sie sich bewusst, dass auch die Begegnung mit der Assistentin, die Sie ins Besprechungszimmer bringt, bereits Teil Ihrer Bewährungsprobe ist.

Im Laufe des Gespräches wird man mit einigen Fragen offensichtlich versuchen, Sie aus der Fassung zu bringen, andere werden auf Sie keinen ungewöhnlichen Eindruck machen, Sie aber möglicherweise trotzdem ins Schwitzen bringen! Eine davon ist , “wie Sie sich denn auf das Gespräch vorbereitet haben.” Sie können nun sagen “gar nicht!” oder erzählen, wie Sie die Kleidung ausgesucht, sich mit der Anfahrtszeit und den Verkehrsmittel vertraut gemacht haben oder ähnliches.  Aber – Sie vermuten es bereits – das kommt alles gar nicht gut! Formulieren Sie die Frage im Geiste um, in Wahrheit will man nämlich hören, “was Sie über das Unternehmen wissen”!

Unternehmen suchen nach Leuten, die sich ganz besonders für das Unternehmen und die Position im Speziellen interessieren. Wenn Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich bereits vor dem Verfassen der Unterlagen mit der Homepage des Unternehmens vertraut gemacht haben, sollte Ihnen die Beantwortung nicht allzu schwer fallen. Sie sollten z.B. die Geschichte des Unternehmens kennen, um etwaige Entwicklungen nachvollziehen zu können. Sie tun gut daran, sich die Namen der Entscheidungsträger eingeprägt zu haben und Sie sollten nennenswerte Details und Kennzahlen parat haben. Falls Sie sonstige Details im Netz gefunden haben, etwa weil ein Award gewonnen wurde oder das Unternehmen als “besonders Mitarbeiterfreundlich” ausgezeichnet wurde, erwähnen Sie dies! Vorsicht ist bei Kritik geboten, möglicherweise treten Sie damit einem der Anwesenden auf den Schlips!

Besonders können Sie punkten, wenn das Unternehmen gerade dem nächsten Wachstumsschritt gegenübersteht und Sie genau damit schon Erfahrung haben!

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Fangfrage Überstunden

Die Fangfrage Überstunden könnte der Personalist im Bewerbungsgespräch scheinheilig so stellen: “Sind Sie bereit, Überstunden zu machen?”
Na klar, immer doch!” wird Ihre Antwort sein, wenn Sie endlich einen Job haben wollen. Gerade, wer schon länger auf Jobsuche ist, lässt sich schnell zu solchen Aussagen hinreißen.

Aber leider passiert dann genau das, was nicht passieren soll! Der Personalist merkt sofort, dass man den Job auf Biegen und Brechen haben möchte. Man signalisiert dabei sogar eine gewisse Verzweiflung. Das sollte in einem Bewerbungsgespräch nicht passieren.

Achtung Fangfrage Überstunden

In Wahrheit geht es bei der  Frage nach den Überstunden – wie bei vielen anderen Fangfragen auch – darum, dass der oder die Personalist(in) hören möchte, wie Sie auf die Fragen reagieren!

Sie wollen herausfinden, wie authentisch Sie reagieren und was Sie zu den Fragen denken, die sie Ihnen stellen! Personalisten wollen herausfinden, wie Sie in unangenehmen, vielleicht sogar überraschenden Situationen reagieren und wie schnell Sie reagieren.  Letztlich wollen sie auch Ihre Umgangsformen kennenlernen und testen, ob Sie zum Image des Unternehmens passen. Da viele Positionen Aushängeschilder (z.B. der Verkauf) des Unternehmens sind.

Genauso schlecht wie die obige ist deshalb auch die Antwort: “Wenn mein Arbeitgeber will, dass ich mehr arbeite, dann muss er die Überstunden natürlich auch bezahlen!” Wenn dem auch tatsächlich so ist, gehört die Auseinandersetzung mit diesem Thema in eine andere Gesprächsphase und sollte im Übrigen sehr viel freundlicher formuliert werden.

Wie sollte die Antwort tatsächlich lauten

Eine gute, selbstbewusste Antwort wäre, ” … dass man natürlich gerne bereit wäre, auch mal Überstunden zu machen, wenn diese erforderlich sind … dass aber auch Erholungszeiten wichtig sind und man einen gesunden Ausgleich zum Beruf brauche, um fit zu bleiben.”

Work Life Balance

In unserer Zeit, in der die Meinungsmache sehr stark von den Medien beeinflusst wird, könnte es durchaus sein, dass die Personalisten sogar erwarten, dass man selbst auf seine Work Life Balance achtet. Das ist zur Zeit gerade modern. Deswegen kann sinnvoll sein, auch anzumerken, ” … dass Überstunden aber nicht an der Tagesordnung sein sollen, da man gerne noch zum Sport geht oder seine Zeit anderen Hobbies oder  der Familie und Freunden widmen möchte!” 

Diese Antwort ist auch eine, die jeder Mensch nachvollziehen kann. Selbst der oder die Personalist(in) sitzen nicht rund um die Uhr in der Firma – und das, obwohl sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie selbst sehr wertvolle Mitglieder in ihrem Unternehmen sind!

In allen Fällen muss Ihre  Antwort authentisch und glaubhaft sein, widrigenfalls auffällt, dass sie gelernt wurde.

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Achtung Fangfrage: “Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?”

Kommt Ihnen die Frage auch komisch vor? Sie bewerben sich gerade um einen neuen Job und sollen jetzt schon  sagen, wo Sie in fünf Jahren stehen? Ist es nicht genug, dass Sie noch nicht mal wissen, wo Sie morgen, geschweige denn in sechs Monaten stehen werden?

Schlucken Sie Ihre Verwunderung runter. Noch besser, seien Sie auf die Frage vorbereitet, sie wird mit ziemlicher Sicherheit kommen.

Empfehlenswert ist hier, einfach so zu tun, als hätten Sie den Job schon bekommen! Stellen Sie sich einfach vor, Sie betrachten den Job (und sich selbst) aus einer zukünftigen Perspektive. Wenn Sie sich mit der Firmenpräsentation im Internet vertraut gemacht haben und die Anforderungen des Jobs im Inserat wirklich gelesen haben (damit meine ich, auch überlegt haben, was die Anforderungen im Firmenkontext bedeuten), dann dürfte die Beantwortung nicht allzu schwer sein. Dann können Sie nämlich erzählen, dass Sie “auf der gegenständlichen Position schon einige wichtige Projekte leiten durften”, “die Verantwortung für eine bestimmte Zielerreichung übernehmen durften”, “in einem netten Team arbeiten”, dass Sie “aufgrund Ihrer besonderen Kenntnisse im Thema xy (das ebenso aus dem Inserat als besonders wichtig hervor ging!) auch tatkräftig unterstützen können”. Sie könnten erzählen, dass Sie “auch schon in einem Projekt mitarbeiten durften, das in einem anderen Land abgewickelt wurde” (vorausgesetzt, es handelt sich um ein Unternehmen, das auch Niederlassungen außerhalb Österreichs hat) und “dass Sie in diesem Projekt Ihre guten Englischkenntnisse (oder welche Sprache auch immer) unter Beweis stellen konnten”.

Die Frage bietet Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten, Ihre Stärken ins rechte Licht zu rücken und Ihr Wissen über das Unternehmen, welches Sie sich durch das eingehende Studium der Firmenhomepage angeeignet haben, kundzutun!

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