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Über Frechheiten und Kuriositäten im Bewerbungsprozess!

In der Arbeit mit meinen Klienten höre ich oft Sachen, die mich häufig den Kopf schütteln lassen.

Unlängst bekam ich mit, dass ein Klient, der 57 (!) Jahre alt ist und eine beachtenswerte Karriere als Geschäftsführer einer sehr bekannten Firma hinter sich hat, von einer Personalberaterin gefragt wurde, welche Schule er abgeschlossen hat! Kann es denn ernsthaft sein, dass man sich dafür interessiert, welche Schule ein Mensch vor mehr als 40 Jahren abgeschlossen hat? Sind diese Damen so weltfremd, nicht zu erkennen, dass es vor 40 Jahren noch keine Fachhochschulen gab, die wie Schwammerln aus der Erde gewachsen sind? Sind diese Damen so fern von jedem Hausverstand, dass Sie nicht wissen, dass vor 40 Jahren nicht jeder Mensch maturiert hat?

Ein anderer Fall betrifft eine Personalberatung, die großen Wert auf Ihr Image legt. Zu diesem Zweck logiert sie an einer sehr feinen Adresse im ersten Wiener Gemeindebezirk und investiert sehr viel Geld um “vorne mit dabei zu sein”.  Eine meiner Klientinnen, in der Vergangenheit ebenfalls auf sehr hoher Position  tätig, wartete geschlagene 20 Minuten auf die Personalberaterin, die, ohne eines Wortes der Entschuldigung endlich kam und auf Ihre Unhöflichkeit angesprochen, meinte “ich habe ja einen Job!”

Auf die Frage eines Klienten, was denn die maßgeblichen Kriterien des ausgeschriebenen Jobs wären, antwortet die Recruiterin “DAS weiß ICH leider nicht!”

Im Zuge einer schriftlichen Bewerbung als “Sales Manager im Außendienst” wurde mein Klient angerufen und gefragt, ob er bereits im Außendienst gearbeitet hätte. Aus seiner Bewerbung war ersichtlich, dass er mehr als 20 Jahre Außendiensterfahrung hatte. Damit aber nicht genug! Während des ca. 30 minütigen Telefonates fragte die Dame ein weiteres Mal, ob der Bewerber oft Termine beim Kunden wahrgenommen habe!

Zur Abwechslung möchte ich jetzt meine Leser und  Leserinnen einladen, mittels Kommentar , Kuriositäten aus Ihrem Bewerbungsalltag zu erzählen!

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Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

warum es leichter ist, ein Auto als einen Job zu suchen!

Warum ist es für Menschen  absolut kein Problem allen anderen zu erzählen, dass Sie eine Wohnung oder ein Auto suchen, aber so schwer, sie um Unterstützung bei der Jobsuche zu bitten?

Die meisten Menschen empfinden es als Makel, keinen Job zu haben. Dabei sagt diese Tatsache genau nichts über die Fähigkeit und Kenntnisse des Menschen aus! Viele Menschen sind sehr gut ausgebildet, haben langjährig Karriere gemacht und werden dann aufgrund ihres Alters oder aus Gründen, die bei der Firma liegen arbeitslos.

Wenn Sie auf Jobsuche sind, stellen Sie sich einfach vor, dass Sie etwas suchen, wobei es Ihnen kein Problem bereitet, anderen darüber zu erzählen. Es ist eine Frage der eigenen Einstellung, wie man mit der Tatsache umgeht, auf Arbeitssuche zu sein. Wenn man sich bewusst macht, dass man noch genau derselbe Mensch ist, wie zu jenem Zeitpunkt, zu dem man noch einen Job hatte, geht man mit mehr Selbstbewusstsein an die Jobsuche heran und ist mit großer Wahrscheinlichkeit schneller erfolgreich!

Wer sich von der Einstellung lösen kann, dass es an ihm/ihr selbst liegt, keinen Job mehr zu haben, kann auch andere bei der Jobsuche um Hilfe bitten.

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Lesen Sie auch: Was läuft falsch bei der Bewerbung?

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

häufiger Firmenwechsel – Sie haben ein Problem!

Wenn Sie in Ihrer Vergangenheit – ob aus eigenem Verschulden oder nicht – häufig Job gewechselt haben, dann haben Sie ein Problem!

Der Grat zwischen der möglichen Interpretation von “Flexibilität” und “Querulant” ist ein sehr schmaler.

Ich hatte einen Klienten, der auf ca. 20 Jahre Berufserfahrung zurückblickte.  Der längste Zeitraum, den er je in einer Firma verbrachte, betrug zwei Jahre. Je häufiger er die Firma wechselte, desto weniger kam er in die Position, Ansprüche stellen zu können. Nicht weiter verwunderlich ist es daher, dass die Jobs immer kürzer wurden und er sich in einer Ab­wärts­spirale befand.

Wenn man mehr als drei Jobs in den letzten zwei Jahren gemacht hat, gerät man in Erklärungsnotstand! Je jünger man zudem ist, desto schlimmer! Da jeder weiß, dass es – abhängig von der Jobqualifikation – doch mindestens ein bis zwei Monate braucht, bis man die Abläufe und die Ansprechpartner ausreichend kennt, hat man der Firma, die man – inklusive Kündig­ungs­frist und Abbau von Urlaub – nach z.B. sechs Monaten wieder verlässt, hauptsächlich Kosten verursacht.

Zu diesem Thema sind allerdings Pauschalaussagen nur schwer möglich, da im Einzelfall zu beurteilen ist, wie man vom thematisierten Umstand ablenkt und trotzdem „eine gute Figur“ macht!

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Jobwechsel? ja, aber bitte mit Plan!

Oftmals höre ich, dass Menschen ihren Job wechseln möchten. Das ist an sich völlig legitim. Dennoch erlaube ich mir stets die Frage “Warum”?

Ein Jobwechsel will sehr gut überlegt und geplant sein! Am wichtigsten ist es, sich darüber im Klaren zu sein, aufgrund welcher Motive man den aktuellen Job verlassen möchte.

Macht einen der aktuelle Job krank? Wenn der Körper bereits die ersten Signale sendet, man morgens mit einem unguten Gefühl aufwacht und man gar nicht in die Firma gehen will, dann sollte man diese Signale sehr ernst nehmen und sich schleunigst nach einem anderen Job umsehen!

Ist Geld das Motiv, dann würde ich empfehlen, erst einmal das Gespräch zur Vorgesetzten oder zum Vorgesetzten zu suchen. Möglicherweise verhilft eine zusätzliche Ausbildung oder aber auch der Wechsel auf eine andere Position zum besser bezahlten Job! Denn sicher ist, dass selbst wenn Sie in einer neuen Firma mehr Geld bekommen, sich die Lust auf „noch mehr“ bald wieder einstellen wird!

Fühlt man sich im Hamsterrad, weil man unterfordert ist, dann sollte man dies im Vorfeld auch jedenfalls mit seiner Führungskraft besprechen. Finden sich keine Alternativen, dann kann man sich auf Jobsuche machen!

Hat man das Gefühl, dass man am sinkenden Schiff sitzt, dann sollte man versuchen, diesen Umstand zu verifizieren und im positiven Falle versuchen, so schnell wie möglich einen neuen Job zu finden!

Fakt ist, dass es ungleich leichter ist, einen neuen Job zu bekommen, wenn man noch in einem aufrechten Dienstverhältnis steht.

Fakt ist auch, dass es gewisse Umstände gibt, die die Jobsuche erschweren. Bei jungen Frauen ist es z.B. die Vermutung des Kinderwunsches – in der heutigen Zeit unterliegen sie diesem Verdacht allerdings auch noch jenseits der 35. Ich mache leider auch die Erfahrung, dass es ab 40 – leider wieder für Frauen – ungleich schwerer wird, einen neuen Job zu finden, als da­runter. Das Nadelohr zwischen „im gebärfähigen Alter“ und „zu alt“ wird also für Frauen immer enger. Für Männer wird es ab 50 schwierig, besonders dann, wenn es sich nicht um Führungspersönlichkeiten handelt!

“Nicht alles was glänzt, ist Gold!” Vergessen Sie auch nicht, dass Ihnen das, was sie an ihrem Job jetzt nicht mehr mögen, am Anfang nicht bekannt oder bewusst war. Genauso ist es aber auch in anderen Firmen. Wie der Bewerber sich von seiner besten Seite präsentiert, so tut es auch das Unternehmen in dem Sie sich vorstellen. Man wird Ihnen mit Sicherheit nicht auf die Nase binden, dass z.B. Ihr zukünftiger Chef ein Kotzbrocken ist! Man sagt Ihnen auch nicht, wie man es mit Gehaltserhöhungen oder Beförderungen hält! Sie bekommen erst im Laufe der Zeit mit, wie sich das Verhältnis Job versus Freizeit gestaltet, etc.. Besonders schlimm wäre also, vom Regen in die Traufe zu kommen, weil z.B. sogar noch das Betriebsklima in der neuen Firma noch viel schlechter ist, als in der alten.

Fakt ist letztlich, dass Ihre zukünftigen Chancen einen neuen Job zu finden, mit jeder Firma in die Sie wechseln, stetig sinken, wenn Sie in dieser nur kurze Zeit verbringen. Gerade dann, wenn Sie in einer Ihrer ersten Firmen lange geblieben sind und die Zeiten der nachfolgenden Firmen immer kürzer werden, wird man interpretieren, dass Sie selbst der Grund sind, dass Sie es nicht lange in einer Firma aushalten.

Überlegen Sie daher sehr genau, wie Sie vorgehen und treffen Sie keine „aus dem Bauch“ Entscheidungen, außer wenn Sie sich nicht Schlimmeres als ihre derzeitige Firma vorstellen können!

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vielleicht auch interessant: was muss mein Job mir bringen?

Qualität statt Quantität bei Bewerbungen

Vielen meiner Klienten setzen bei ihren Bewerbungen auf Quantität statt auf Qualität. Sie wundern sich dann, dass sie häufig keine Antworten oder immer nur Absagen auf ihre Bewerbungen bekommen.

Haben Sie den Überblick?

Die Frage, wie viele Bewerbungen sie verschickt haben und zu wie vielen Gesprächen sie eingeladen wurden, können mir KlientInnen beim Ersttelefonat selten genau beantworten. Viele BewerberInnen machen den Fehler, keine genauen Aufzeichnungen über Ihren Bewerbungsprozess zu führen.

Sie sollten sich also eine Liste über die Details Ihrer Bewerbungen machen. Notieren Sie, welche Reaktion Sie darauf bekamen. Daran lässt sich in den meisten Fällen bereits ablesen, was falsch läuft.

Haben Sie eine Strategie?

In vielen Fällen scheitert es daran, dass sich KandidatInnen keine Gedanken darüber machen, wo genau und unter welchen Umständen sie eigentlich arbeiten wollen.

Um den richtigen Job zu finden, muss man sich eine Strategie zurechtlegen. Erst wenn man sich darüber im Klaren ist, was genau man sucht und wo man solche Jobs finden kann, ist man auch in der Lage, die richtigen Parameter in die Jobbörsen einzugeben. Oft findet man geeignete Jobs auch unter anderen Schlagwörtern als jene die man normalerweise in die Suchmaschine eingibt!

Eine umfangreiche Liste aller gängigen Jobbörsen finden Sie hier.

Ich empfehle also, sich eine weitere Liste zu machen und Kriterien festzulegen, was in Frage kommt und was nicht. Damit steigern Sie automatisch die Qualität. Nur wenn Sie selbst wirklich wissen, was Sie eigentlich wollen, wird es Ihnen auch gelingen, einen Job zu finden, der zu 100% zu Ihnen passt.

Mit einer solchen Liste ist man auch beim folgenden Bewerbungsgespräch in der Lage, die richtigen Fragen zu stellen. Arbeitgeber werten es als nämlich als Interesse, wenn Sie relevante Fragen zum Job stellen.  Außerdem können Sie böse Überraschungen nach Antritt des Jobs vermeiden, wenn Sie alles erfahren, was Ihnen wichtig ist.

Verzweiflung schadet beim Bewerben!

Viele Kandidaten bewerben sich aus Verzweiflung auf viele Inserate, bei denen von vornherein feststeht, dass Sie nicht der Wunschkandidat/ die Wunschkandidatin sind!

Sinnlos ist, sich auf Positionen zu bewerben, für die man deutlich geforderte, besondere Kenntnisse (sogenannte Muss- Kriterien) nicht mitbringt. Es ist nämlich offensichtlich, dass das Unternehmen andere Anforderungen hat, als Sie mitbringen.

Es macht auch keinen Sinn, sich zu bewerben, wenn aus der Stellenanzeige klar hervorgeht, dass man sich eine junge Person oder eine mit langjähriger Erfahrung vorstellt und man selbst das Gegenteil davon ist. Dadurch wird die Verzweiflung letztlich immer größer und man verschwendet Zeit und Energie, die man sinnvoller einsetzen könnte!

Mehr Qualität, weniger Quantität

Der falsche Weg ist also, sich aus Verzweiflung auf Jobinserate zu antworten, von denen man von vornherein weiß, dass man nicht auf den Job passt. Man steigert damit die Quantität, gewinnt damit aber nichts. Die Folge auf solche Bewerbungen ist nämlich häufig, dass man gar keine Antwort oder sehr schnell eine Absage erhält.

Dadurch dreht sich die Spirale der Frustration immer weiter nach unten und führt in den schlimmsten Fällen dazu, dass man noch mehr Bewerbungen auf noch unpassendere Jobs verschickt.

Halten Sie daher inne und überlegen Sie, bei wie vielen Ihrer Bewerbungen Sie sich von vornherein geringe Chancen ausgerechnet haben. Wenn Sie sich darüber bewusst sind, dass viele Bewerbungen von jeher aussichtslos waren, können Sie Ihren Frust verhindern.

Schärfen Sie Ihren Blick dafür, für welchen Job Sie tatsächlich geeignet sind und bewerben Sie sich nur auf entsprechende Inserate. Sie werden wahrscheinlich viel seltener entsprechende Inserate finden, erhöhen aber damit die Chance eingeladen zu werden und letztliche Ihren Traumjob zu finden.

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oder: “was läuft falsch bei der Bewerbung?”

mit der richtigen Einstellung ins Bewerbungsgespräch!

Jeder kennt das Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Und genau darum geht es, wenn man sich in ein Bewerbungsgespräch begibt!

Egal ob Berufsanfänger oder “alter Hase”, die meisten Menschen sind nervös, wenn sie zu einem Bewerbungsgespräch gehen. “Was wird man mich fragen?”, “Hoffentlich bekomme ich keine allzu schwere Rechenaufgabe!”, “Was mache ich, wenn man mich zu den Lücken in meinem Lebenslauf befragt?” Diese oder ähnlich Fragen schwirren uns im Kopf herum, wenn wir zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen sind und kurz davor stehen!

Je stärker wir uns davor fürchten, desto unsicherer werden wir und das sieht man uns an! Je unsicherer wir sind, desto weniger sind wir für Personalberater oder Unternehmen eine attraktive Kandidatin oder ein attraktiver Kandidat.

Niemand ist in der Lage sämtliche Fragen, die ihm im Bewerbungsgespräch erwarten, vorauszusehen. Daher macht es wenig Sinn, sich über alle möglichen Fragen im Vorhinein den Kopf zu zerbrechen!

Halten Sie sich vor Augen, dass Sie nur gewinnen können! Es gibt nichts zu verlieren! Je souveräner und selbstbewußter Sie in einem Gespräch auftreten, desto eher wird man Ihnen eine verantwortungsvolle oder selbstständig zu verrichtende Tätigkeit zutrauen!

Seien Sie sich bewusst, dass es im Bewerbungsgespräch hauptsächlich darum geht, Sympathie zu transportieren. Natürlich vorausgesetzt, dass Sie prinzipiell mitbringen, was im Jobinserat an fachlichen Voraussetzungen gewünscht wird, kommt es in erster Linie auf die Art und Weise an, wie Sie Fragen beantworten! Achten Sie auf eine gerade Körperhaltung, sprechen Sie alle Teilnehmer des Gesprächs an, indem Sie zu allen Augenkontakt suchen und vermeiden Sie es, den Gesprächspartner zu unterbrechen!

Wenn Sie sich verinnerlicht haben, dass Sie der oder die Bestgeeignetste für den Job sind und sich am besten sagen: “ich bekomm den Job ganz sicher!”, dann werden Sie mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein ins Gespräch gehen!

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