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Über Frechheiten und Kuriositäten im Bewerbungsprozess!

In der Arbeit mit meinen Klienten höre ich oft Sachen, die mich häufig den Kopf schütteln lassen.

Unlängst bekam ich mit, dass ein Klient, der 57 (!) Jahre alt ist und eine beachtenswerte Karriere als Geschäftsführer einer sehr bekannten Firma hinter sich hat, von einer Personalberaterin gefragt wurde, welche Schule er abgeschlossen hat! Kann es denn ernsthaft sein, dass man sich dafür interessiert, welche Schule ein Mensch vor mehr als 40 Jahren abgeschlossen hat? Sind diese Damen so weltfremd, nicht zu erkennen, dass es vor 40 Jahren noch keine Fachhochschulen gab, die wie Schwammerln aus der Erde gewachsen sind? Sind diese Damen so fern von jedem Hausverstand, dass Sie nicht wissen, dass vor 40 Jahren nicht jeder Mensch maturiert hat?

Ein anderer Fall betrifft eine Personalberatung, die großen Wert auf Ihr Image legt. Zu diesem Zweck logiert sie an einer sehr feinen Adresse im ersten Wiener Gemeindebezirk und investiert sehr viel Geld um “vorne mit dabei zu sein”.  Eine meiner Klientinnen, in der Vergangenheit ebenfalls auf sehr hoher Position  tätig, wartete geschlagene 20 Minuten auf die Personalberaterin, die, ohne eines Wortes der Entschuldigung endlich kam und auf Ihre Unhöflichkeit angesprochen, meinte “ich habe ja einen Job!”

Auf die Frage eines Klienten, was denn die maßgeblichen Kriterien des ausgeschriebenen Jobs wären, antwortet die Recruiterin “DAS weiß ICH leider nicht!”

Im Zuge einer schriftlichen Bewerbung als “Sales Manager im Außendienst” wurde mein Klient angerufen und gefragt, ob er bereits im Außendienst gearbeitet hätte. Aus seiner Bewerbung war ersichtlich, dass er mehr als 20 Jahre Außendiensterfahrung hatte. Damit aber nicht genug! Während des ca. 30 minütigen Telefonates fragte die Dame ein weiteres Mal, ob der Bewerber oft Termine beim Kunden wahrgenommen habe!

Zur Abwechslung möchte ich jetzt meine Leser und  Leserinnen einladen, mittels Kommentar , Kuriositäten aus Ihrem Bewerbungsalltag zu erzählen!

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Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

7 wichtige Tipps für die Stellensuche

Nachdem ich immer wieder damit konfrontiert bin, dass Klienten frustriert von der Arbeitssuche sind, möchte ich hier 7 wichtige Fragen klären und Ihnen damit wichtige Tipps für die Stellensuche geben.

1. Erfüllen Sie die Anforderungskriterien?

Wie anderenorts schon erwähnt, gibt es “Muss-” und “Kann” Kriterien, die es zu erfüllen gilt! Wenn Sie nicht gerade einen sehr außergewöhnlichen Beruf haben, dann gehen Sie bitte davon aus, dass unzählige Bewerber über ein “BWL-Studium” oder einen “FH-Abschluss in xy” verfügen! Sollte dieses Kriterium an erster Stelle angeführt sein, dann ist es sinnlos, sich zu bewerben, wenn Sie es nicht erfüllen.

Wenn in einem Stelleninserat ein Kriterium nicht über den Zusatz “im Idealfall” oder “wünschenswert” verfügt, können Sie davon ausgehen, dass es sich um ein “Muss-Kriterium” handelt. Liegt dieses bei Ihnen nicht vor, macht eine Bewerbung keinen Sinn.

2. Sind die Anforderungskriterien zu niedrig?

Aktuell habe ich eine Klientin, die sich unaufhörlich auf Jobs bewirbt, für die sie ganz offensichtlich, selbst für den Laien erkennbar, überqualifiziert ist. Das ist man übrigens recht schnell. Selbst ein Maturant ist für die Position einer Hilfskraft  überqualifiziert.

Leider wird dieses Wort gerne überstrapaziert. Der Effekt ist, dass meine Klientin mittlerweile extrem frustriert ist und an sich selbst zweifelt, weil sie “nicht mal” für solche Jobs in Frage kommt. Aus dieser Abwärtsspirale kommt man nur, wenn man sich auf jene Jobs bewirbt, auf die man tatsächlich passt.

Frustrieren Sie sich nicht selbst, indem Sie sich unaufhörlich auf Jobs bewerben, für die Sie zu viel können. Hören Sie auf damit und ändern Ihre Strategie!

3. Wie oft haben Sie das gleiche Schreiben schon verschickt?

Leider glauben Bewerber, sie könnten es sich einfach machen, indem Sie das gleiche Schreiben an alle möglichen Interessenten schicken. Da man sofort erkennt, dass das Schreiben nicht dem Inserat korreliert, wird das nichts!

Es ist wesentlich sinnvoller, die Qualität Ihrer Bewerbungen zu erhöhen, als weiter beharrlich Dutzende Bewerbungen pro Woche rauszuschicken.

4. In welcher Stimmung haben Sie Ihre Bewerbung verfasst?

Auch diesen Punkt verkennen viele!

Ich kann tatsächlich – nach langjähriger Übung – an einem von Ihnen verfassten Schreiben erkennen, ob Sie total frustriert oder sogar desinteressiert sind!

Verfassen Sie ein Schreiben nur in guter Stimmung und in dem Bewusstsein, dass Sie den Job bekommen werden!

5. Führen Sie ein “Bewerbungsbuch”?

Um festzustellen, woran es liegen könnte, dass Sie noch keinen Erfolg hatten, müssen Sie wissen, wie viele Bewerbungen Sie schon verschickt haben und für wie viele Gespräche Sie eingeladen wurden.  Je weniger häufig Sie eingeladen wurden, desto sicherer haben Sie schlechte Unterlagen.

6.  Führen Sie Ihre Gehaltsforderung an?

Sparen Sie Ihre und die Zeit des Personalisten! Wenn Sie eine Gehaltsvorstellung haben, die sehr weit von dem entfernt ist, was im Inserat genannt wurde, dann führen Sie diese Summe im Bewerbungsschreiben an. Wenn Sie dann eine Absage erhalten, dann wollten Sie den Job sowieso nicht, weil er unter Ihrem Niveau entlohnt wird!

Für die Festsetzung Ihres Gehaltswunsches empfehle ich den Brutto-Netto Rechner.

7.  Haben Sie sich alles durchgelesen?

Überprüfen Sie alles noch mal!

Schauen Sie genau, bevor Sie Ihre Unterlagen absenden. Lassen Sie eventuell eine andere Person noch mal drüberlesen. Fatal wäre nämlich, wenn Sie viel Zeit in Ihre Bewerbung investiert hätten und  Rechtsschreib- oder Grammatikfehler sie zunichte machen!

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Lesen Sie auch: Warum sind andere Bewerber erfolgreicher?

aktualisiert im Mai 2019

warum es leichter ist, ein Auto als einen Job zu suchen!

Warum ist es für Menschen  absolut kein Problem allen anderen zu erzählen, dass Sie eine Wohnung oder ein Auto suchen, aber so schwer, sie um Unterstützung bei der Jobsuche zu bitten?

Die meisten Menschen empfinden es als Makel, keinen Job zu haben. Dabei sagt diese Tatsache genau nichts über die Fähigkeit und Kenntnisse des Menschen aus! Viele Menschen sind sehr gut ausgebildet, haben langjährig Karriere gemacht und werden dann aufgrund ihres Alters oder aus Gründen, die bei der Firma liegen arbeitslos.

Wenn Sie auf Jobsuche sind, stellen Sie sich einfach vor, dass Sie etwas suchen, wobei es Ihnen kein Problem bereitet, anderen darüber zu erzählen. Es ist eine Frage der eigenen Einstellung, wie man mit der Tatsache umgeht, auf Arbeitssuche zu sein. Wenn man sich bewusst macht, dass man noch genau derselbe Mensch ist, wie zu jenem Zeitpunkt, zu dem man noch einen Job hatte, geht man mit mehr Selbstbewusstsein an die Jobsuche heran und ist mit großer Wahrscheinlichkeit schneller erfolgreich!

Wer sich von der Einstellung lösen kann, dass es an ihm/ihr selbst liegt, keinen Job mehr zu haben, kann auch andere bei der Jobsuche um Hilfe bitten.

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Lesen Sie auch: Was läuft falsch bei der Bewerbung?

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

in wenigen Schritten zum perfekten Lebenslauf!

Viele Bewerberinnen quälen die Fragen um die Lebenslauferstellung. Wo fängt man an? Was ist wichtig? Was kommt rein? Wo hört man wieder auf?

Anstatt darüber nachzudenken, wie Sie sich präsentieren wollen, kleben viele an Vorgaben und vermeintlichen fixen Regeln!

In Wahrheit sind Ihre Individualität und die richtigen Inhalte gefragt.

Es gibt kein Gesetz, das Ihnen vorschreibt, wie Ihre Unterlagen auszusehen haben!

Auch wenn man Ihnen das beim AMS oder sonst wo einreden will, es gibt keine besonderen Vorschriften, wie Sie Ihren Lebenslauf zu gestalten haben! Wichtig ist in erster Linie, dass Sie sich damit wohlfühlen!

Denken Sie logisch!

Die Frage, die Sie sich bei der Lebenslauferstellung als erstes stellen müssen ist, wie Sie Ihre Person darstellen wollen und was der, der Ihre Bewerbung lesen wird, von Ihnen sehen will!

Wenn Sie ein kreativer Mensch sind, der sich in einem Unternehmen bewirbt, bei dem es auch um Kreativität geht, werden Sie schlecht beraten sein, wenn Sie einen sterilen, einfarbigen und jede Kreativität entbehrenden Lebenslauf absenden.

Im Gegenteil werden Sie wohl eher Lust haben, Ihre Kreativität auch schon in Ihren Bewerbungsunterlagen zu transportieren und das ist auch genau das, was der Personalist, der eine kreative Person sucht, von Ihnen sehen möchte!

Lösen Sie sich von allen Zwängen und schreiben Sie Ihre Unterlagen, wie Sie das für richtig halten! ABER dieser Ratschlag ist nur dann zielführend, wenn Sie sich wirklich etwas überlegen!

Das wichtigste an Ihrem Lebenslauf ist, dass er ein sympathisches Bild von Ihnen transportiert.

Was ist damit gemeint? Denken Sie bei der Lebenslauferstellung darüber nach, wie schnell Sie sich selbst ein Bild über andere Menschen machen. Sie beurteilen ihre Kleidung, ihren Haarschnitt und ihre Gesamtausstrahlung. Sie beurteilen viele Menschen täglich aufgrund ihres Auftretens, ohne je mit ihnen gesprochen zu haben.

Mit den Bewerbungsunterlagen passiert es ganz ähnlich. Der Leser Ihrer Unterlagen macht sich bereits ein Bild, noch bevor er den Inhalt wahrgenommen hat.

Wenn er in den ersten Sekunden den Eindruck hat, dass die Unterlagen überladen, unstrukturiert, zu lang oder zu bunt sind, dann führt das zu seinem Unbehagen und die Lust, Ihre Unterlagen zu lesen, wird sich in Grenzen halten. Umgekehrt erhöht es seine Bereitschaft, sich mit Ihren Unterlagen auseinander zu setzen, wenn diese übersichtlich gestaltet, formschön und möglichst kurz gehalten sind.

Zeigen Sie Ihre Schokoladeseite!

Dazu gehört auch ein schönes Foto! Es geht dabei nicht darum, dass Sie einen Schönheitswettbewerb gewinnen könnten.

Es geht darum, dass Sie beim Betrachter das Gefühl auslösen, von ihm gesuchte Attribute tatsächlich  erfüllen zu können.

Stellen Sie sich vor, Sie suchen eine Betreuung für Ihr Kind oder Ihren Hund. Wem würden Sie das zutrauen? Wie muss die Person aussehen, der Sie Ihre Liebsten anvertrauen? Müssen diese Personen Ihr Vertrauen wecken? Müssen diese Personen den Eindruck hinterlassen, zuverlässig, verantwortungsvoll und seriös zu sein? Genau diese Eigenschaften muss daher auch ein Bild von ihnen transportieren!

Findet der Personalist in meinem Lebenslauf alles Wichtige?

Wenn Sie den letzten Schritt beherzigt haben, haben Sie gute Chancen, dass Ihr Lebenslauf gerne auch im Detail begutachtet wird. Und daher kommt es jetzt auf die Inhalte an!

Die Details

Wenn Sie eine Einkaufsliste bekommen haben, wonach suchen Sie dann im Supermarkt? Interessiert es Sie, dass es verschiedene Nudeln, Konservenfrüchte oder Biersorten gibt, wenn Sie nach dem Duschgel suchen? Nein, oder? Dem Personalisten geht es genauso!

Der Personalist sucht genau nach jenen Kriterien, die er wenige Wochen davor als Stelleninserat formuliert hat. Er sucht, ob er in Ihrem Lebenslauf alles das bekommt, was ihm wichtig ist!

Die Reihenfolge

Um wieder auf den Supermarkt zurückzukommen! Wo fänden Sie Ihr Duschgel gerne? Was passiert, wenn Sie im Supermarkt, ohne jede Orientierung herumlaufen müssen, um irgendwo, vielleicht sogar zwischen den Semmeln, Ihr Duschgel zu finden.

Ich schätze mal, Sie werden sauer! Genau das passiert, wenn sich der Personalist in Ihrem Lebenslauf nicht zurechtfindet, wenn er orientierungslos herumblättern muss, um auf der fünften Seite zu finden, was Sie zuletzt gemacht haben!

Deswegen ist es sinnvoll, dem Personalisten eine logische Struktur anzubieten! Deswegen sollte Ihr Lebenslauf mit den letzten beruflichen Stationen beginnen und erst in weitere Folge die Aus- und Weiterbildungen enthalten! Und deswegen hören oder lesen Sie häufig, dass der Lebenslauf nur eine Seite haben darf (was im übrigen nicht stimmt!)

Die Zielgruppe

Wenn Sie Ihr Duschgel gefunden haben, wollen Sie vielleicht noch wissen, welche Inhaltsstoffe es enthält! Was ist Ihnen dabei wichtig?

Wollen Sie die Informationen schnell finden oder möchten Sie einen Roman lesen? Sollen die Inhaltsstoffe so beschrieben sein, dass Sie sie verstehen? Oder würden Sie erst einen Chemiker anrufen wollen, um herauszufinden, was tatsächlich drinnen ist? Natürlich nicht!

Dann tun Sie doch bitte auch dem Personalisten den Gefallen! Denken Sie bei der Lebenslauferstellung daran, Ihre Tätigkeiten so zu beschreiben, dass man sie auch dann versteht, wenn man nicht Experte auf Ihrem Gebiet ist. Das nämlich ist der Personalist! Er ist kein Experte auf Ihrem Gebiet!

Die Tätigkeiten

Gleichzeitig ist es völlig unnötig, zu beschreiben, was bereits selbstverständlich ist! Jeder weiß, dass eine Frisörin Haare schneidet, es wäre also unnötig, das noch extra zu erwähnen!

Hingegen ist wichtig, wie viele Kunden die Frisörin am Tag hatte und wie hoch der tägliche Umsatz war. Mit welchen Materialien sie arbeitet und welche Techniken sie beherrscht. Denn der einzige Grund warum man Sie einstellt, ist dass Sie mithelfen, die Gewinne des Unternehmens zu steigern (so Sie nicht in einer NGO arbeiten wollen!).

Wenn Sie bei Ihrer Lebenslauferstellung also daran denken, dass ihn jemand lesen muss, der Sie nicht kennt und Sie es diesem Jemand so einfach wie möglich machen, die wesentlichen Inhalte zu erfassen, dann werden Sie sich ziemlich sicher erfolgreich bewerben!

Dass sogar der Europass am Perfektionismus gescheitert ist, können Sie hier nachlesen.

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Lesen Sie auch: “DER Kardinalfehler im Motivationsschreiben”

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Lang in einer Firma? Verlangen Sie ein Zwischenzeugnis!

Leider mache ich relativ häufig die Beobachtung, dass Klienten die lange in einer Firma gearbeitet haben, keine Zeugnisse vorlegen können!

Dies ist problematisch, besonders dann, wenn Sie innerhalb der Firma Karriere gemacht haben und nunmehr unerwartet in der Situation sind, sich einen neuen Job suchen zu müssen!

Bauen Sie also vor!

Verlangen Sie jedenfalls dann, wenn Sie innerhalb der Firma Abteilungen oder Teams gewechselt haben, wenn Sie ein anderes Aufgabengebiet oder eine Führungsrolle übernommen haben, wenn Sie über ein Praktikum in die Firma kamen und fix übernommen werden, etc., ein Zwischenzeugnis!

Das Gesetz sieht dazu  vor, dass Sie ein Recht auf ein solches Zeugnis haben! Etwas praxisfern ist, dass weiters gesetzlich geregelt ist, dass Sie die Kosten dieses Zeugnisses selbst tragen müssen.

In meiner langjährigen Praxis kam mir kein einziger Fall unter, wo die Kosten des Zeugnisses dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin in Rechnung gestellt worden wären, schon allein deshalb nicht, weil das bezugnehmende Gesetz den wenigsten bekannt ist!

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Das könnte Sie auch interessieren: “7 wichtige Tipps zum Arbeitszeugnis”

häufiger Firmenwechsel – Sie haben ein Problem!

Wenn Sie in Ihrer Vergangenheit – ob aus eigenem Verschulden oder nicht – häufig Job gewechselt haben, dann haben Sie ein Problem!

Der Grat zwischen der möglichen Interpretation von “Flexibilität” und “Querulant” ist ein sehr schmaler.

Ich hatte einen Klienten, der auf ca. 20 Jahre Berufserfahrung zurückblickte.  Der längste Zeitraum, den er je in einer Firma verbrachte, betrug zwei Jahre. Je häufiger er die Firma wechselte, desto weniger kam er in die Position, Ansprüche stellen zu können. Nicht weiter verwunderlich ist es daher, dass die Jobs immer kürzer wurden und er sich in einer Ab­wärts­spirale befand.

Wenn man mehr als drei Jobs in den letzten zwei Jahren gemacht hat, gerät man in Erklärungsnotstand! Je jünger man zudem ist, desto schlimmer! Da jeder weiß, dass es – abhängig von der Jobqualifikation – doch mindestens ein bis zwei Monate braucht, bis man die Abläufe und die Ansprechpartner ausreichend kennt, hat man der Firma, die man – inklusive Kündig­ungs­frist und Abbau von Urlaub – nach z.B. sechs Monaten wieder verlässt, hauptsächlich Kosten verursacht.

Zu diesem Thema sind allerdings Pauschalaussagen nur schwer möglich, da im Einzelfall zu beurteilen ist, wie man vom thematisierten Umstand ablenkt und trotzdem „eine gute Figur“ macht!

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Lesen Sie auch: “Der Kardinalfehler im Motivationsschreiben” oder “was läuft falsch bei der Bewerbung

Jobwechsel? ja, aber bitte mit Plan!

Oftmals höre ich, dass Menschen ihren Job wechseln möchten. Das ist an sich völlig legitim. Dennoch erlaube ich mir stets die Frage “Warum”?

Ein Jobwechsel will sehr gut überlegt und geplant sein! Am wichtigsten ist es, sich darüber im Klaren zu sein, aufgrund welcher Motive man den aktuellen Job verlassen möchte.

Macht einen der aktuelle Job krank? Wenn der Körper bereits die ersten Signale sendet, man morgens mit einem unguten Gefühl aufwacht und man gar nicht in die Firma gehen will, dann sollte man diese Signale sehr ernst nehmen und sich schleunigst nach einem anderen Job umsehen!

Ist Geld das Motiv, dann würde ich empfehlen, erst einmal das Gespräch zur Vorgesetzten oder zum Vorgesetzten zu suchen. Möglicherweise verhilft eine zusätzliche Ausbildung oder aber auch der Wechsel auf eine andere Position zum besser bezahlten Job! Denn sicher ist, dass selbst wenn Sie in einer neuen Firma mehr Geld bekommen, sich die Lust auf „noch mehr“ bald wieder einstellen wird!

Fühlt man sich im Hamsterrad, weil man unterfordert ist, dann sollte man dies im Vorfeld auch jedenfalls mit seiner Führungskraft besprechen. Finden sich keine Alternativen, dann kann man sich auf Jobsuche machen!

Hat man das Gefühl, dass man am sinkenden Schiff sitzt, dann sollte man versuchen, diesen Umstand zu verifizieren und im positiven Falle versuchen, so schnell wie möglich einen neuen Job zu finden!

Fakt ist, dass es ungleich leichter ist, einen neuen Job zu bekommen, wenn man noch in einem aufrechten Dienstverhältnis steht.

Fakt ist auch, dass es gewisse Umstände gibt, die die Jobsuche erschweren. Bei jungen Frauen ist es z.B. die Vermutung des Kinderwunsches – in der heutigen Zeit unterliegen sie diesem Verdacht allerdings auch noch jenseits der 35. Ich mache leider auch die Erfahrung, dass es ab 40 – leider wieder für Frauen – ungleich schwerer wird, einen neuen Job zu finden, als da­runter. Das Nadelohr zwischen „im gebärfähigen Alter“ und „zu alt“ wird also für Frauen immer enger. Für Männer wird es ab 50 schwierig, besonders dann, wenn es sich nicht um Führungspersönlichkeiten handelt!

“Nicht alles was glänzt, ist Gold!” Vergessen Sie auch nicht, dass Ihnen das, was sie an ihrem Job jetzt nicht mehr mögen, am Anfang nicht bekannt oder bewusst war. Genauso ist es aber auch in anderen Firmen. Wie der Bewerber sich von seiner besten Seite präsentiert, so tut es auch das Unternehmen in dem Sie sich vorstellen. Man wird Ihnen mit Sicherheit nicht auf die Nase binden, dass z.B. Ihr zukünftiger Chef ein Kotzbrocken ist! Man sagt Ihnen auch nicht, wie man es mit Gehaltserhöhungen oder Beförderungen hält! Sie bekommen erst im Laufe der Zeit mit, wie sich das Verhältnis Job versus Freizeit gestaltet, etc.. Besonders schlimm wäre also, vom Regen in die Traufe zu kommen, weil z.B. sogar noch das Betriebsklima in der neuen Firma noch viel schlechter ist, als in der alten.

Fakt ist letztlich, dass Ihre zukünftigen Chancen einen neuen Job zu finden, mit jeder Firma in die Sie wechseln, stetig sinken, wenn Sie in dieser nur kurze Zeit verbringen. Gerade dann, wenn Sie in einer Ihrer ersten Firmen lange geblieben sind und die Zeiten der nachfolgenden Firmen immer kürzer werden, wird man interpretieren, dass Sie selbst der Grund sind, dass Sie es nicht lange in einer Firma aushalten.

Überlegen Sie daher sehr genau, wie Sie vorgehen und treffen Sie keine „aus dem Bauch“ Entscheidungen, außer wenn Sie sich nicht Schlimmeres als ihre derzeitige Firma vorstellen können!

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vielleicht auch interessant: was muss mein Job mir bringen?

Bewerbung ist Ihre Werbung!

Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, warum man von einer  BEWERBUNG spricht? Meine Erfahrung zeigt leider, dass sich wenige Arbeitssuchende Gedanken darüber machen! Dabei wäre es so einfach!

Würden uns Werbespots zum Kauf animieren, wenn sie uns langweilig runterbeten würden, warum wir dieses oder jenes Produkt kaufen sollen? Wenn sie alle nach dem gleichen Schema ihre Vorzüge anpreisen würden, ohne sich die Frage zu stellen, von wem sie eigentlich gekauft werden sollten? Werbespots sind nach dem Schema aufgebaut, eine Zielgruppe anzusprechen und dieser Bedürfnisbefriedigung zu versprechen!

Genauso müssen Bewerbungsunterlagen (bestehend aus einem Motivationsschreiben, dem Lebenslauf und eventuell gesondert einem Foto)  gestaltet werden, um erfolgversprechend zu sein.

Deshalb sind Bewerbungen zum Scheitern verurteilt, wenn sie gleichsam als Massensendung an mehrere Arbeitgeber versendet werden.  Eine erfolgversprechende Bewerbung muss  auf den potentiellen Arbeitgeber abgestimmt werden. Sie muss das Unternehmen bzw. dessen Inserat “spiegeln”, was bedeutet, dass die Bewerbungsunterlagen im gleichen Stil wie das Inserat aufgebaut werden müssen.

Das Schreiben muss in gleichem Maße seriös, umfangreich, dynamisch etc. sein, wie das Inserat es ist. Es  macht daher als Beispiel keinen Sinn, sich auf ein Inserat eines jungen, dynamischen Unternehmens mit einem hochseriösen, steifen Motivationsschreiben zu bewerben. Genauso widersinnig ist es, sich auf das Inserat eines sichtlich seriösen, auf Umgangsformen bedachten Unternehmens mit “hallo, Herr Personalchef” zu bewerben.

Wenn man die erste Hürde der Form bewältigt hat, ist es wichtig, auch den Inhalt auf den Inhalt des Inserates abzustimmen. Der Werbespot eines Fahrradherstellers wird wohl niemanden interessieren, der auf der Suche nach einem Auto ist. Und der der auf der Suche nach einem Fahrrad ist, wird sich nur dann angesprochen fühlen, wenn es dem Fahrradhersteller gelingt, sich von der Masse abzuheben! Genauso geht es den Personalisten, die hunderte von gleichartigen Bewerbungen auf ihren Tisch bekommen! Wenn es Ihnen gelingt, sich mit guten Argumenten von der Masse abzuheben, dann werden Sie das Interesse des Personalisten wecken können!

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