Archiv der Kategorie: Themen im Job

Ausbildungskosten – Rückerstattung?

In der Vergangenheit regelten Arbeitgeber die Rückforderung der Ausbildungskosten meist in den Dienstverträgen. Dabei verlangten viele eine Rückforderung der Ausbildungskosten, unabhängig davon, unter welchen Umständen der Mitarbeiter das Unternehmen verließ.

Das Arbeitvertragsrechtsanpassungsgesetz (AVRAG) regelt nunmehr genau, unter welchen Voraussetzungen Ausbildungskosten tatsächlich zurück verlangt werden dürfen. Davon abweichend Regelungen in Dienstverträgen die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes geschlossen wurden, sind ungültig.

Welche Ausbildungskosten dürfen zurück verlangt werden?

Grundsätzlich dürfen nur jene Kosten für Ausbildungen zurückverlangt werden, deren Inhalte allgemein am Arbeitsmarkt von Bedeutung sind. Firmenspezifische Ausbildungen muss der Arbeitgeber zur Gänze tragen.

Ausbildungskosten dürfen als nur dann zurück verlangt werden, wenn die Ausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt einen Mehrwert für den Mitarbeiter darstellt.

Wie lange dürfen Ausbildungskosten zurück verlangt werden?

Die Ausbildungkosten dürfen bei Ausscheiden eines Mitarbeiters nur dann zurück verlangt werden, wenn das Arbeitsverhältnis kürzer als vier Jahre seit der Ausbildung gedauert hat.

Diese Frist kann bei besonderen Ausbildungen auf acht Jahre erstreckt werden. Man kann die Ausbildungskosten aber auch nur rückverlangen, wenn vertraglich eine aliquote Staffelung je Monat vorgenommen wurde.

Wenn das Arbeitsverhältnis während der Probezeit gelöst wurde, besteht kein Recht zur Rückforderung.

Welche Voraussetzungen gelten für die Rückforderung?

Das Gesetz ist für alle Dienstverträge anwendbar, die nach dem 18.3.2006 abgeschlossen wurden.

Für Dienstverträge vor diesem Datum gelten die kollektivvertraglichen Bestimmungen des jeweiligen Anwendungszeitraumes, wobei nicht anzunehmen ist, dass ein Arbeitgeber Kosten einer Ausbildung vor mehr als zehn Jahren rückverlangt.

Voraussetzung für eine Rückzahlung ist jedenfalls eine Vereinbarung über die Rückforderung und deren Modalitäten. Die Rückforderung ist dabei jedenfalls nur dann zulässig, wenn der Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung bereits volljährig war oder sein gesetzlicher Vertreter der Vereinbarung zugestimmt hat.

Welche Voraussetzungen gelten für den Austritt?

Die Rückforderung kann nur dann gestellt werden, wenn das Dienstverhältnis endet.

Im Falle der Beendigung ist die Rückforderung aber auch nur dann zulässig, wenn der Mitarbeiter selbst gekündigt hat und dabei kein Grund für ein gerechtfertigtes, vorzeitiges Ausscheiden vorgelegen hat.

Sollten Ausbildungskosten tatsächlich von Ihrem Arbeitgeber verlangt werden, steht Ihnen die Arbeiterkammer für Auskünfte und zur Überprüfung der Vereinbarung über die Rückzahlung zur Verfügung.

Den genauen Gesetzeswortlauf finden Sie hier!

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Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog – unterschiedlich häufig – die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Themen rund um die Arbeitnehmerkündigung

Haben Sie beschlossen zu kündigen? Dann gibt es einiges, was Sie bei der Arbeitnehmerkündigung beachten sollten.

Einhaltung vertraglicher  Fristen

Informieren Sie sich auf Basis Ihres Arbeitsvertrages, zu welchem Datum UND unter der Einhaltung welcher Frist Sie kündigen dürfen.

Form

Prinzipiell dürfen Sie auch mündlich kündigen. Zum Zwecke der besseren Beweisbarkeit – insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung der Kündigungsfrist und des Termines – sollten Sie die Kündigung schriftlich verfassen.

In kleineren Firmen wird es durchaus möglich sein, die Kündigung persönlich zu überreichen. In größeren Firmen ist es ratsam, die Kündigung eingeschrieben, postalisch zu übermitteln, um sicherzustellen, dass sie den richtigen Ansprechpartner erreicht. Bedenken Sie alle Möglichkeiten hinsichtlich Ihres besonderen Einzelfalles. Bei der persönlichen Übergabe bestehen Sie jedenfalls darauf, dass man Ihnen die Übergabe Ihrer Arbeitnehmerkündigung bestätigt!

Wirkung und Folgen

Wenn Sie selbst gekündigt haben, haben Sie kein Recht auf Freistellung zur Arbeitssuche! Dieses Recht besteht nur, wenn die Beendigung des Dienstverhältnisses vom Arbeitgeber ausgeht. Abweichungen davon können allerdings im Kollektivvertrag oder individuellen Dienstvertrag vorgesehen sein.

Sollten Sie selbst die Kündigung ausgesprochen haben, so entsteht der Anspruch auf Arbeitslosenentgelt frühestens nach Ablauf von vier Wochen nach Auflösung des Dienstverhältnisses. Sollten Sie dazu Fragen haben, so steht Ihnen das Arbeitsmarktservice für Auskünfte zur Verfügung.

Mit der Kündigung haben Sie Anspruch auf Auszahlung der aliquoten Anteile von Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration, die vom Arbeitsjahr bemessen werden. Wichtig dabei ist, dass manche Firmen andere Fristen hinsichtlich des Arbeitsjahres haben. Dieses muss sich nicht zwangsläufig mit dem Kalenderjahr decken.

“Abfertigung alt” – Sollte Ihr Dienstverhältnis vor 2003 begründet worden sein, so haben Sie Anspruch auf eine Abfertigung, die sich nach der Dauer der Zugehörigkeit in Ihrem Unternehmen richtet! Dieser Anspruch besteht jedoch nur, wenn Sie vom Arbeitgeber gekündigt werden. Deshalb ist in solchen Fällen genau zu überlegen, ob Sie selbst die Kündigung einreichen. 

Sollten Sie eine rechtliche Beratung in Anspruch nehmen wollen, so steht die Arbeitskammer Ihnen für juristische Auskünfte zur Verfügung.

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aktualisiert im April 2019

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog – unterschiedlich häufig – die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Resilienz – ein neues Modewort?

Nach Diversity und Gendering gibt es eine neue Eigenschaft, die schon Einzug in den Career Monitor gefunden hat – die Resilienz. Damit wird sie in den Kreis der Eigenschaften aufgenommen, die RecruiterInnen sich von BewerberInnen erwarten.

Was versteht man eigentlich unter Resilienz?

Liest man sich die Definitionen in Wikipedia dazu durch, muss man unweigerlich an den Spruch “Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!” denken.

Das Wort Resilienz wird vom  lateinischen resilio (abprallen, zurückspringen) abgeleitet. Es kommt aus der Physik und bezeichnet in der Materialforschung hochelastische Werkstoffe, welche nach jeder Verformung wieder ihre ursprüngliche Form annehmen.

In seiner modernen Verwendung beschreibt das Wort die Fähigkeit, Lebenszyklen unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und sich daraus weiterzuentwickeln.

Resilienz im Bewerbungskontext

Um diese Fähigkeit in Ihren Bewerbungsunterlagen wirkungsvoll zu beschreiben, reicht es allerdings nicht aus, einfach nur auf das Vorhandensein dieser Eigenschaft zu verweisen. Vielmehr muss es Ihnen gelingen,  ein Beispiel aus Ihrer beruflichen Vergangenheit zu beschreiben, das diese Eigenschaft beweist.

Ein gutes Bespiel für Ihre vorhandene Resilienz könnte Ihr Umgang mit Veränderungen sein. Es gibt Menschen, die sehr unflexibel auf Veränderungen reagieren und lieber alte Zustände bewahren. Im Unterschied dazu könnten Sie Ihre Flexibilität im Umgang mit Veränderung aufzeigen. Beschreiben Sie das  Positive und wie Sie an einer solchen Veränderungssituation gewachsen sind.

Sie könnten auch (kurz) eine Niederlage beschreiben. Am besten eine, die weniger mit ihnen als mit äußeren Umständen zu tun hatte. Wenn Sie z.B. beschreiben, dass Sie in einem Jahr eine öffentliche Ausschreibung verloren haben, sich im Folgejahr wieder beworben und diesmal gewonnen haben, dann ist das ein sehr guter Nachweis für Ihre Resilienz. Sie haben nicht resigniert, sondern haben die Ärmel hochgekrempelt und es noch einmal versucht.

Kann man Resilienz lernen?

Die einfache Antwort: ja! Denn Resilienz ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe unserer Kindheit erworben. Dabei lernen wir den Umgang mit Krisen in erster Linie von unseren Eltern. Aber auch eigene Erfahrungen prägen uns. Je häufiger wir nach einem Verlust oder Schicksalsschlag die Erfahrung machen, dass es danach wieder aufwärts geht, desto größer wird unsere Resilienz.

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aktualisiert im Mai 2019

“Sind Sie kommunikationsfähig”?

Die meisten Bewerber würden die  Frage, ob sie kommunikationsfähig sind, ohne zu Zögern mit einem klaren “Ja” beantworten. Würde ich sie allerdings fragen, was sie darunter verstehen, würden die Antworten mit Sicherheit sehr vielfältig ausfallen!

Kommunikationsfähigkeit ist die häufigste soziale Kompetenz, die  gemäß aktuellem Career Monitor von heimischen RecruiterIn gefordert wird.

Was bedeutet Kommunikationsfähigkeit?

Kommunikationsfähig zu sein besteht aus mehreren Aspekten. Zum einen versteht man darunter die Bereitschaft mit anderen zu kommunizieren. Für eine erfolgreiche Kommunikation ist aber auch erforderlich, sein Gegenüber zu verstehen und Informationen richtig zu interpretieren.

aktives Zuhören

Erfolgreiche Kommunikation setzt die Fähigkeit voraus, erkennen zu können, was das Gegenüber möchte.

Es setzt also voraus, dass man aktiv zuhören kann. Das bedeutet, dass man das Gesagte nicht nur hört, sondern auch tatsächlich versteht, was das Gegenüber meint. Es ist daher in vielen Fällen sinnvoll, nachzufragen oder das Gesagte mit eigenen Worten zu wiederholen. Besonders wichtig ist dieser Aspekt, wenn Begrifflichkeiten verwendet werden, die viele Interpretationsmöglichkeiten beinhalten.

Inhalt und Beziehung

Botschaften enthalten einen Inhaltsaspekt und einen Beziehungsaspekt. Je “gesünder” die Beziehung zum Gegenüber ist, desto mehr tritt der Inhaltsaspekt in den Vordergrund. Bestehen Konflikte mit dem Gegenüber, sollte man darauf achten, dass es nicht zu sogenannten versteckten Botschaften kommt, die Vorwürfe oder Anschuldigungen enthalten.

Ich Botschaft und Appell

Jede Information, die wir in der Kommunikation mit anderen teilen, enthält Botschaften über uns selbst. Wir drücken aus, was und wie wir denken, geben unsere Einstellung zu bestimmten Themen preis und schätzen anhand der Reaktion des Gegenübers seine/ihre Einstellung ein.

Gespräche werden immer zielgerichtet geführt. Man möchte durch Kommunikation etwas bewirken. Bei Arbeitsanweisungen durch den Vorgesetzten ist dies besonderes deutlich, bei Gesprächen im Privatleben eventuell weniger auffällig. Botschaften enthalten also mehr oder weniger deutlich, eine Aufforderung an das Gegenüber in einer bestimmten Art und Weise zu reagieren.  Man spricht daher auch vom Appell, den Gespräche beinhalten.

Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit im Job

Je besser jemand in der Lage ist, alle Ebenen einer Botschaft zu bedienen, desto ausgeprägter ist seine Kommunikationsfähigkeit.

Im Job zeigt sich die Kommunikationsfähigkeit insbesondere durch Klarheit der Sachinhalte, durch die richtige Wahl der Kommunikationsmittel (persönliches Gespräch, über Telefon, per E-Mail) und durch die Berücksichtigung bestimmter Kommunikationsregeln, die z.B. gegenüber dem Kollegen andere sind als z.B. gegenüber einer Kundin.

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aktualisiert im April 2019

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle aus­drücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Was heißt “unternehmerisch Denken” eigentlich?

Gemäß dem aktuellen Career Monitor 2018  ist die Eigenschaft unternehmerisch denken zu können immer noch die am meisten gesuchte Eigenschaft bei heimischen Recruitern. Doch was versteht man darunter eigentlich?

Mit Sicherheit würde man auf diese Frage viele verschiedene, sehr subjektive Antworten erhalten. Ich möchte daher den Versuch starten,  unternehmerisches Denken zu definieren.

Definition

Allem Voran ist das Ziel eines Unternehmens Gewinn zu machen! Unternehmerisch Denken muss also sowohl Umsatzsteigerung als auch Kostensenkung im Fokus haben.

Unternehmerisch zu Denken setzt als auch Voraus, Ziele im Auge behalten zu können. In erster Linie ist das Ziel Umsatzerzielung, Kostensenkung und daraus resultierend die Gewinnmaximierung. Jedes untergeordnete Ziel muss auf diese Hauptziele gerichtet sein und in diesem Sinne verfolgt werden.

Unternehmerisch Denken ist auch strategisches Denken. Man muss in der Lage sein, längerfristig zu denken und auch die Folgen aktuellen Handelns für die Zukunft abschätzen können. Dazu ist erforderlich, Istzustand und angestrebten Zustand klar zu definieren und in der Lage zu sein, Lösungen und Wege zu finden, die auf die Zielerreichung gerichtet sind.

Unternehmerisch Denken bedeutet auch, in der Lage zu sein,  vernetzt zu denken. Ein Unternehmen steht in Konkurrenz zu anderen, ist von den Mechanismen des Marktes abhängig und weist – je nach Größe – oft, komplexe Zusammenhänge auf. Unternehmerisch Denken bedeutet also auch das Zusammenspiel dieser Aspekte berücksichtigen zu können.

Nicht zuletzt bedeutet unternehmerisch Denken ein Mindestmaß an Wissen über Finanzmanagement. Darunter versteht man Budget- und Forecast Planungen, Finanzanalysen, Buchhaltungsaspekte und Key Performance Indikatoren (KPI). Diese sind nötig, um auf dem Weg zur Zielerreichung Fortschritte messen zu können und gegebenenfalls steuernd eingreifen zu können.

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aktualisiert im April 2019

illegale Konkurrenzklauseln

Leider verwenden viele Unternehmen illegale Konkurrenzklauseln, weil sie sich im Falle des Ausscheidens eines Mitarbeiters  davor schützen wollen, dass unternehmens- oder branchenspezifisches Know How in einem anderen Unternehmen eingesetzt wird.

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass ein Unternehmen sich davor schützen will, dass sich ein anderes Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann, indem es Mitarbeiter abwirbt und damit Insiderwissen verschafft.

Andererseits darf es nicht passieren, dass der ausscheidende Mitarbeiter in keinem anderen Unternehmen mehr arbeiten darf.

de facto Berufsverbot

In meiner beruflichen Vergangenheit habe ich selbst sehr viele solcher illegalen Konkurrenzklauseln gesehen.

Oft hatten sie zum Inhalt, dass der Mitarbeiter mehrere Monate, meist sogar ein ganzes Jahr, nicht mehr in der Branche bzw. bei einem Konkurrenzunternehmen arbeiten dürfte. Das sollte sogar bei Arbeitgeberkündigung gelten. Das Ergebnis war für die Betroffenen de facto ein Berufsverbot.

In den letzten 20 Jahren waren Konkurrenzklauseln häufig Anlass für gerichtlich Klagen. Deshalb hat der Gesetzgeber in mehreren Anläufen Anpassungen vorgenommen. Für die Beurteilung der Korrektheit der Klausel ist daher das Datum Ihres Dienstvertrages maßgeblich.

Aufgrund dieser jüngsten Gerichtsentscheidungen und in Folge des beschlossenen Gesetzes sollten illegale Konkurrenzklauseln mittlerweile nicht mehr vorkommen.

Gültigkeit einer Konkurrenzklausel

Eine aktuell zulässige Konkurrenzklausel setzt voraus, dass

  • das Dienstverhältnis nach dem 29.12.2015 abgeschlossen wurde,
  • der Mitarbeiter zum Abschluss des Vertragsverhältnisses bereits volljährig ist bzw. war, UND
  • für den letzten Monat seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Entgelt von mehr als € 3.480.- brutto hat (Stand April 2019). Dieser Wert entspricht dem 20-fachen der ASVG Höchstbemessungsgrundlage und enthält keine Sonderzahlungen.

Für Dienstverhältnisse vor dem 29.12.2015 entspricht der Wert dem 17-fachen der ASVG Höchstbemessungsgrundlage und beträgt mit Stand April 2019 € 2.958.- brutto.

Für Dienstverhältnisse die von Angestellten vor dem 17.03.2006 und von Arbeitern vor dem 18.03.2006 geschlossen wurden, gibt es keine Entgeltgrenze.

Das Verbot der Konkurrenztätigkeit darf lediglich bis zu einem Jahr bestehen.

Das Konkurrenzverbot darf nur angewendet werden, wenn der Mitarbeiter selbst kündigt, er gerechtfertigt entlassen wird oder ein unberechtigter vorzeitiger Austritt vorliegt. Es hat insbesondere dann keine Wirkung, wenn der Arbeitgeber kündigt.

Illegale Konkurrenzklauseln, die faktisch ein gänzliches Berufsverbot zum Inhalt haben, sind verboten und können daher getrost unterschrieben werden, da sie niemals erfolgreich einklagbar sind!

Details finden Sie auch auf der Seite der WKÖ oder der Arbeiterkammer.

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aktualisiert im Mai 2019

Der kooperative Führungsstil

Der kooperative Führungsstil (oft auch demokratischer Führungsstil genannt) ist in der Regel sowohl bei MitarbeiterInnen als auch bei Führungskräften beliebt. MitarbeiterInnen tragen dabei nur wenig Verantwortung, werden  aber in Entscheidungen eingebunden bzw. zeitnah informiert. Der kooperative Führungsstil verspricht beiden Seiten hohe Motivation mit guten Ergebnissen, sofern er richtig angewandt wird.

Das Wesen kooperativer Führung

Der Mitarbeiter weist meist ein (noch) mittelmäßiges Know How auf und auch sein persönliches Engagement ist (noch) mittelmäßig bis eher niedrig.

Die Führungskraft delegiert Aufgaben in kleinen Dosen und leitet bei der Erledigung an. Sie kontrolliert und steuert. Die Letztentscheidung obliegt dem Vorgesetzten, der auch die Verantwortung für die Erfüllung der Aufgabe trägt.

MitarbeiterInnen werden bei kooperativer Führung auch in Entscheidungen der Führungskraft eingebunden. Meinungen und Einschätzungen der MitarbeiterInnen werden abgeholt. Die Kommunikation hat bei Anwendung des kooperativen Führungsstils einen hohen Stellenwert, da der Führungsstil sowohl aufgaben- als auch beziehungsorientiert ist.

Im Zentrum dieses Führungsstils stehen die Förderung und Unterstützung der MitarbeiterInnen. Sie erhalten die Gelegenheit, in die Aufgaben und das Unternehmen hineinzuwachsen. Es ist ihnen in weiten Teilen möglich, selbstständig zu arbeiten und sie beginnen sich schrittweise mit dem Unternehmen zu identifizieren. Fehler werden offen besprochen und Konflikte miteinander gelöst.

Der Aufwand der Führungskraft ist während der Phase der Anwendung des kooperativen Führungsstils hoch und gleitet allmählich – je nach Eignung des Mitarbeiters und der Phase in der sich das Unternehmen befindet – in den relationären Führungsstil über.

Wann ist  der kooperative  Führungsstil sinnvoll

Die Führungskraft sollte diesen Führungsstil anwenden, wenn sowohl sie als auch der Mitarbeiter bereits einige Monate im Unternehmen beschäftigt sind.

Die MitarbeiterInnen sollten Prozesse und Abläufe bereits kennen und sich der Unterstützung durch KollegInnen sicher sein. Der Vorgesetzte muss den Mitarbeiter hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit bereits einschätzen können.

Da sich der kooperative Führungsstil nicht für jeden Mitarbeiter eignet, ist wichtig, dass der Vorgesetzte einzuschätzen kann, welchen Führungsstil der jeweilige Mitarbeiter braucht! Diese Entscheidung erfordert jedenfalls ausgeprägte Empathiefähigkeit.

Auch in Zeiten der Veränderung, in welcher prinzipiell der autoritäre Führungsstil sinnvoll ist, obliegt es der Führungskraft einzuschätzen, welcher Mitarbeiter welchen Führungsstil braucht.

Es bedarf nämlich Fingerspitzengefühl einzuschätzen, welche Mitarbeitertypen mehr Orientierung und Führung brauchen als andere. Weißt die Führungskraft dieses Fingerspitzengefühl nicht auf, besteht die Gefahr,  den MitarbeiterInnen zu wenig Freiheit in der Erledigung ihrer Arbeit zuzugestehen und sie damit zu frustrieren.  Der Führungskraft wird in solchen Fällen häufig Kontrollzwang vorgeworfen.

Über Vor- und Nachteile dieses Führungsstils lesen Sie hier.

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aktualisiert im April 2019

Kann man gute Führung lernen?

Seit vielen Jahren begleitet mich das Thema Führung. Und seit vielen Jahren stelle ich mir die Frage, ob man gute Führung im Sinne von Leadership lernen kann?

Wenn auch die vielen Anbieter von Führungskräftetrainings diesen Umstand vermuten lassen, glaube ich persönlich ihn nicht. Gute Führung bedeutet für mich Leadership und dazu gehört mehr als ein paar Führungswerkzeuge zu kennen.

Was bedeutet gute Führung überhaupt?

Sowohl das Wort Führen als auch die Definition für gut lassen sich kaum objektiv bestimmen. Jeder versteht etwas anderes unter guter Führung. Erfolgreiche Führung lässt sich auch kaum an Ergebnissen messen. Gute Verkaufsergebnisse lassen z.B. nicht unbedingt darauf schließen, dass gute Führung vorhanden ist.

Aussagen über die Führungsqualität lassen sich aber z.B. über Personalkennzahlen machen. Die wichtigste davon ist die Fluktuation.  Laufen einem Manager scharenweise die Leute davon, liegt es mit Sicherheit an seinem Führungsstil.

Bekleidet jemand eine Führungsposition, dann führt er zumindest am Papier. Kaum einer kann sich langfristig davor drücken, Managementaufgaben in der Führung zu erledigen. Aber gute Führung bedeutet mehr als bloß das Personal zu managen.

Leidenschaft für Führung als Voraussetzung!

Einen Job richtig gut zu machen, setzt voraus, dass man ihn leidenschaftlich gerne macht. Diese Leidenschaft ist meines Erachtens immer angeboren.

Niemand wird ein guter Koch, wenn er z.B. kein Gespür für Gewürze, Zutaten und guten Geschmack hat. Menschen die kein Interesse an Pflanzen haben, werden mit Gärten niemals in enge Berührung kommen, geschweige denn freiwillig einen Beruf in dieser Branche wählen. Menschen die ihren Beruf mit Leidenschaft machen, wissen vieles intuitiv.

Für mich stellt das Führen von Menschen eine Berufung dar.

Vertrauen als Basis

Manche Menschen haben das natürliche Bedürfnis, sich für andere einzusetzen, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen, das Beste aus sich herauszuholen! Diese Gabe führt dazu, dass man ihnen vertraut und ihnen gerne (nach)folgt. Das Vertrauen auf beiden Seiten ist ein Wechselspiel, das dazu führt, dass man gemeinsam nach Erfolgen strebt.

Diese Umstände machen für mich gute Führung aus und ich bin davon überzeugt, dass diese Menschen noch besser werden, wenn sie über Führungskräftetrainings Werkzeuge in die Hand bekommen, um ihre Aufgabe noch besser zu erfüllen.

Kochen kann man lernen – man geht nach dem Rezept vor und die Mahlzeit wird sicher auch nicht schlecht schmecken. Wer aber mit Leidenschaft Gekochtes isst, der erkennt den Unterschied! Ähnlich ist es mit der Führung. Führungskräften, die versuchen einstudierte Führungswerkzeuge anzuwenden, merkt man an, dass diese Handlungen nicht aus ihnen kommen. Sie wirken nicht authentisch! Das spüren MitarbeiterInnen und das Vertrauen in diese Personen bleibt aus!

Was der Leidenschaft folgt!

Menschen, die aus Leidenschaft führen, besitzen Persönlichkeit und Charisma. Sie sind sympathisch. Darüber hinaus besitzen Sie Durchsetzungsvermögen und sind fähig, andere zu motivieren. Sie haben Überzeugungskraft, sind in der Regel gute Rhetoriker und haben die Gabe, das Gefühl der Sicherheit auszulösen, weil sie Orientierung geben. Deshalb folgt man Ihnen. Freiwillig. Weil sie Leader sind.

Wenn man sich diese Prinzipien klar macht, erkennt man auch die Wichtigkeit der sorgfältigen Auswahl zukünftiger Führungskräfte und legt damit den Grundstein für den Erfolg seines Unternehmens.

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aktualisiert im Mai 2019

Was tun, wenn sich Kollegen mit fremden Federn schmücken?

Wer kennt das nicht? Ein Kollege schmückt sich mit fremden Federn. Man selbst hat eine geniale Idee und erzählt einem Kollegen davon. Im nächsten Meeting mit dem Chef bleibt einem der Atmen weg, wenn man merkt, dass der Kollege sie als die seine verkauft!

Das Problem

In nahezu jeder Stellenausschreibung wird Teamfähigkeit verlangt.

Es ist ja mitunter durchaus richtig, dass man im Team zu besseren Lösungen findet, da man das Problem von allen Seiten betrachtet. Blöd wird es aber, wenn Sie beim Brainstorming immer wieder die zündende Idee haben, sich dann aber jedes Mal ein anderer die Lorbeeren dafür abholt. Nicht nur, dass Sie sich zu Recht mächtig ärgern. Es schadet auch Ihrer Karriere.

Lassen Sie sich nicht alles gefallen!

Vielen Menschen machen den Fehler, den Kollegen nicht darauf anzusprechen. Machen Sie genau das! Werden Sie unangenehm, besonders dann, wenn Ihnen schon oft aufgefallen ist, dass der Kollege die nicht rühmliche Angewohnheit besitzt, laufend die Ideen anderer zu klauen.  Geben Sie ihm im Vier-Augen Gespräch Gelegenheit, sich zu erklären und im besten Fall auch, sich zu entschuldigen!

Wenn auch Sie ihn nicht ändern können, so soll er doch wissen, dass Sie sich das nicht gefallen lassen! Im schlechtesten Fall – seiner Uneinsichtigkeit – haben Sie für die Zukunft gelernt. Sie wissen, dass Sie diesem Kollegen nicht vertrauen können!

Machen Sie aber nicht den Fehler, sich bei Ihrem/Ihrer Vorgesetzten beschweren. Eine gute Führungskraft würde beide Seiten befragen und der Kollege wird wahrscheinlich besser darin sein, sich zu verkaufen! Die Gefahr als “Petze” dazustehen, wäre zu groß!

Wie Sie sich schützen können!

Wenn Sie immer wieder beobachten, dass Kollegen sich mit fremden Federn schmücken, indem sie Ihre Ideen klauen, sollten Sie daraus lernen. Je nach Genialität Ihrer Idee sollten Sie entscheiden, wie viel Sie davon preis geben. Erwähnen Sie nur Eckpfeiler, behalten Sie aber genauer Details für sich.

Woher die Redewendung kommt, lesen Sie übrigens hier.

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aktualisiert im Mai 2019

Wie man auch als Frau zu mehr Gehalt Kommt?

Mehr Gehalt auch als Frau. Das wird auch in Österreich seit Jahren gefordert. Allerdings reicht es nicht aus, dass diese Diskussion öffentlich geführt wird. Eigenverantwortung ist gefragt.

fehlende Kommunikation!

Das Grundproblem, warum Frauen weniger Geld für die gleiche Leistung bekommen, liegt daran, dass sie über das Thema nicht bzw. völlig falsch kommunizieren.

Wohin soll es führen, wenn man sich unter Freundinnen beim Kaffeetratsch über das vergleichsweise geringere Gehalt unterhält? Was soll es bringen, wenn das Thema zwar in den Medien thematisiert wird, aber nichts passiert?

Die einzige Möglichkeit in Ihrem Leben etwas dahingehend zu verändern, auch als Frau mehr Gehalt zu erhalten ist, mit den richtigen Leuten darüber zu kommunizieren!

mangelndes Selbstbewusstsein, falsche Bescheidenheit

Es fällt Frauen auch ungleich schwerer, zu fordern, was sie verdienen! Oftmals ist es anerzogene Bescheidenheit, die sie sich selbst klein machen lässt!

Wie man es richtig macht!

Machen Sie den Mund auf. Aber an den richtigen Stellen!

Fragen Sie als erstes männliche Kollegen, die auf einer ähnliche Position arbeiten, wieviel sie verdienen. Ansonsten “reden viele Blinde von der Farbe”! Erst wenn Sie ein konkretes Bild darüber haben, was der Kollege im vergleichbaren (Dienst-)Alter, mit der vergleichbarer Ausbildung und der gleichen Tätigkeit verdient, wissen Sie tatsächlich wie sehr Ihr Gehalt davon abweicht.

Der nächste Schritt muss sein, sich an den oder die Vorgesetzte zu wenden! Suchen Sie das Gespräch und bitten Sie um eine Gehaltserhöhung! Diese muss gut begründet sein und darf nicht darin bestehen, lediglich deshalb mehr zu verlangen, weil “Kollege Mayer” mehr verdient!

Argumentieren Sie mit Ihrer Leistung! Und das zum richtigen Zeitpunkt! Eine Gehaltserhöhung zu verlangen, weil Sie mal vor einigen Jahren ein Projekt gut abgeschlossen haben, macht wenig Sinn. Suchen Sie sich daher den richtigen Zeitpunkt.  Je größer und frischer die Euphorie über Ihren Erfolg, desto besser steht die Chance, dass Sie mit Ihrem Wunsch nach mehr Gehalt durchdringen.

Wenn man tatsächlich erkannt hat, dass Sie wertvolle Arbeit leisten, wird man gewillt sein, diese zu honorieren!

Dass die Einkommenschere in Österreich deutlich über dem EU-Schnitt liegt, können Sie hier nachlesen.

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