Archiv der Kategorie: Recruiting und Bewerbungsprozesse

Was man bei Bewerbungsvideos beachten muss!

Bewerbungsvideos sind im Kommen.

Wenn auch ich glaube, dass das Thema in Österreich noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es durchaus bereits einige Firmen, die Bewerbungsvideos willkommen heißen!

professionelles Shooting

Bei Bewerbern im gehobenen Bereich, rate ich unbedingt dazu, ein solches Video von einem Professionisten machen zu lassen. Ähnlich wie bei Bewerbungsfotos kommt es unter anderem auf die richtige Beleuchtung, den richtigen Hintergrund und die richtige Kameraeinstellung an.

Wenn man dazu einen Termin vereinbart, sollte man im Vorfeld sehr genau nachfragen, wie die Videoaufnahme gemacht wird. Man sollte fragen, ob es verschiedene Settings geben wird, ob geplant ist, Aufnahmen in verschiedenen Outfits zu machen. Letztlich ist das Thema Stiling relevant. Gute Fotografen werden mit Ihnen besprechen, welche Farben und Muster für die Aufnahme ungeeignet sind. Danach richtet sich selbstverständlich auch der Preis. 

Sie sollten sich bereits vor dem Shootingtermin genau überlegen, was Sie sagen werden, und wie Sie sich präsentieren wollen. Eine gute Vorbereitung ist jedenfalls wichtig, um das Shooting möglichst kurz zu halten. 

privates Shooting – Vorbereitung 

Jüngeren Kandidaten könnten auch mit privaten Bewerbungsvideos punkten. Dabei sollten Sie auf eine gute Vorbereitung achten. 

Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie Ihr Video gestalten wollen und ob Sie es für einen oder mehrere Arbeitgeber verwenden wollen. Klären Sie, in welchem Medium Sie Ihr Video präsentieren und stellen Sie sicher, dass keine technischen Hürden im Wege stehen, um es abzurufen. Es ist z.B. nicht sinnvoll, wenn das Video erst nach einer Registrierung angesehen werden kann. 

Achten Sie auf einen geeigneten Hintergrund. Sie sollten jedenfalls einen neutralen Hintergrund, wie etwa eine einfärbige Wand verwenden. Das Bett, der Schreibtisch oder die Küche eignen sich nicht als Drehort. 

Qualität 

Auch wenn Sie ein privates Video erstellen wollen, ist die Qualität ein wichtiger Faktor. Wenn Bild- und Tonqualität nicht optimal sind, erreichen Sie am Ende wahrscheinlich das Gegenteil eines positiven Effektes. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass die Bilder scharf werden, sie keine verwackelten Aufnahmen erstellen und dass beim Ton weder Hintergrundgeräusche noch ein Rauschen zu hören sind. 

Am sinnvollsten ist, sich genau zu überlegen, wie lang Ihr Video sein soll und welche Inhalte Sie ansprechen wollen. Wie im Bewerbungsgespräch auch, sollten Sie sich kurz halten und rasch zum Punkt kommen. Achten Sie darauf, dass Sie flüssig sprechen und natürlich wirken. Es wird sinnvoll sein, das beste Video aus einigen Aufnahmen herauszusuchen. Ich empfehle Ihnen jedenfalls eine andere Person um Hilfe zu bitten, damit Sie sich auf die Inhalte konzentrieren können. 

Länge der Bewerbungsvideos

Das Video sollte keinesfalls länger als ca. fünf Minuten dauern. Sie sollten kurz einleiten, wer Sie sind und wie Ihr bisheriges Leben verlaufen ist. Selbstverständlich sollte dabei Ihre Ausbildung und Ihre bisherige Karriere den Schwerpunkt bilden. Nennen Sie einige Ihrer Erfolge und erzählen Sie von Ihren Stärken. Runden Sie Ihr Video ab, indem Sie darauf eingehen, warum Sie sich bewerben und worin Sie einen Vorteil Ihrer Anstellung sehen. Schließen Sie mit einer Call to Action ab, indem Sie den Betrachter auffordern, sich bei Ihnen zu melden.

Ich rate Ihnen jedenfalls Hilfsmittel einzusetzen. Verwenden Sie Bilder, die Sie in die Kamera halten, oder einen Gegenstand mit dem Sie ein Projekt verbinden. Sie können auch eine Präsentation ins Video einbauen. Achten Sie darauf, dass Sie Abwechslung bieten, damit Sie nicht die Aufmerksamkeit des Adressaten verlieren.

Format der Bewerbungsvideos

Da Videos vom Personaler am Computer angesehen werden, müssen Sie auf das richtige Seitenverhältnis achten. Es sollte im Querformat mit einem Seitenverhältnis von 16:9 gedreht werden.

Ein sehr gutes Beispiel für ein hoch professionelles, gelungenes Bewerbungsvideo finden Sie hier

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog – unterschiedlich häufig – die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

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Kennzahlen im Bewerbungsprozess

Manche Bewerber versuchen ihre Leistungen und Erfolge im Lebenslauf darzustellen. Das ist eine sehr gute Idee! Leider gelingt es ihnen selten, die Relevanz der Leistung kurz und prägnant wiederzugeben. Am besten lassen sich Erfolge nämlich mit geeigneten Kennzahlen (KPI = Key Perfomance Indikatoren) darstellen.

Definition

Nach Gablers Wirtschaftslexikon stellen Kennzahlen die Zusammenfassung von quantitativen, d.h. in Zahlen ausdrückbaren Informationen für den innerbetrieblichen und zwischenbetrieblichen Vergleich dar. (https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kennzahlen-41897)

Charakterisierung

KPIs stellen also Entscheidungshilfen dar, mit denen man Unternehmen steuert und mit denen man Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft. Kennzahlen geben Auskunft über wirtschaftliche Entwicklungen und liefern der Unternehmensleitung wertvolle Frühwarninformationen.

Auch Erfolge von MitarbeiterInnen werden mittels Kennzahlen erfasst. Umsatzziele, Kostensenkungsmaßnahmen, Zeitersparnisse oder sonst messbare Ziele werden vorgegeben und ihre Erreichung überprüft.

Die Bedeutung im Bewerbungsprozess

Um sich im Bewerbungsprozess leicht von anderen Kandidaten zu unterscheiden, sollten Sie daher relevante KPIs nutzen, die in der Vergangenheit gemessen wurden.

Der Personalist, der Ihre Bewerbung liest, erhält durch Ihre Kennzahlen sehr schnell ein Bild von Ihren bisherigen Verantwortlichkeiten und kann Sie leicht mit anderen Bewerbern vergleichen.

Um aussagekräftig zu sein, müssen sich Kennzahlen auf Ihre eigene Leistung beziehen. Allgemeine Kennzahlen, z.B. die Personalzahlen des gesamten Unternehmens, die Sie selbst nicht beeinflussen konnten, sind in Ihrem Lebenslauf insofern irrelevant, als sie keinerlei Auskunft über Ihre Leistung geben. Sie machen also nur dann Sinn, wenn Sie die Größe des Unternehmens darlegen wollen.

Platzierung

Nennen Sie zuerst die Firma und dann die Position in der Sie tätig waren und fügen Sie anschließend relevante Kennzahlen ein, diese je nach Ihrer Verantwortung ganz unterschiedlich aussehen werden.

Ein Key Accounter Manager (KAM) wird seine Umsatzzahlen, seine Margen und seine Absatzzahlen angeben. Er könnte auch die Kundengröße, deren Umsätze oder sonstige relevanten Größen nennen. Es könnte auch relevant sein, auf welchen Unternehmensebenen ein KAM agiert.

Bei einer Schreibkraft sind die Anschläge pro Minuten wesentlich. Eine Assistentin könnte ihre Budgetvollmacht in bestimmter Höhe angeben. Selbst eine Kindergartenpädagogin könnte die Anzahl der betreuten Kinder erwähnen und auch welche Altersgruppen sie betreut hat. Eine Mitarbeiterin in der HR wird die Anzahl der betreuten Personen anführen und eine Führungskraft ihre Führungsspanne.

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Verkaufen statt Bewerben!

In meiner Tätigkeit erlebe ich häufig, dass Bewerbungsunterlagen sehr bemüht verfasst werden, trotzdem aber nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Es hagelt Absagen und die Bewerber wissen nicht warum. Die Antwort darauf ist oftmals sehr einfach. Es fehlt am Bewerbungsmarketing!

Haben Sie schon mal eine Anzeige auf willhaben.at verfasst? Sicherlich haben Sie sich überlegt, was die Adressaten Ihrer Anzeige interessiert! Das gleiche sollten Sie machen, wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen verfassen.

Zielgruppe

Auch beim Bewerbungsmarketing ist die zentrale Frage, wer Ihre Zielgruppe ist. Wer bekommt Ihre Unterlagen als Erste(r) zu lesen? Es ist nicht der IT-Experte oder die Produktspezialistin. Je nach Größe und Organisation eines Unternehmens ist der erste Leser Ihrer Bewerbungsunterlagen ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung. Sie müssen also Ihre Unterlagen in einer Sprache verfassen, die auch ein Laie versteht!

Käuferbedürfnis

Wenn man einen Gebrauchsgegenstand verkaufen will, überlegt man, wie man ihn beschreiben (=bewerben) muss, um Kaufinteressenten zu finden.

Im Falle des Bewerbungsmarketings müssen Sie sich ebenfalls überlegen, was Ihre “Käuferschicht” lesen möchte. Was in Ihren Bewerbungsunterlagen weckt ihr Interesse? Welche Kriterien könnte Ihre “Käuferschicht” bewegen, Sie zum Gespräch einzuladen? Die Antwort darauf finden Sie im Inserat, dem leider – meiner Erfahrung nach – oft zu wenig Detailbeachtung geschenkt wird.

Lesen Sie genau, welche Anforderungen gesucht werden und prüfen Sie Ihre Unterlagen darauf, ob diese Kriterien auch eindeutig herauslesbar sind. Machen Sie es Ihrem Leser leicht und betonen Sie die Kriterien nach denen er sucht ausdrücklich.

Marke

Im Bewerbungsprozess ist der Aufbau einer Marke kein gewichtiges Thema, weil man sich nur einmal bei einem Arbeitgeber bewirbt. Anders als beim Markenaufbau möchte man nur kurz Aufmerksamkeit erregen. Nichtdestotrotz sind Aspekte des Markenaufbaues auch im Bewerbungsprozess relevant.

Überlegen Sie, welches Image Sie mit Ihrem Auftritt vermitteln wollen. Wenn Sie mit Ihrem Bewerbungsunterlagen und auch mit Ihrem Auftritt im Bewerbungsgespräch dieses Image konsequent transportieren und damit authentisch wirken, wird Ihre Bewerbung Erfolg haben!

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Farben in Bewerbungsunterlagen

Wie sonst im Leben auch, entscheidet der Recruiter in wenigen Sekunden, ob er Ihre Bewerbungsunterlagen mag, oder nicht.

Wenn Sie einem Menschen das erste Mal begegnen, dann entscheiden Sie in wenigen Sekunden, ob er Ihnen sympathisch ist, oder nicht. Es ist keine rationale Entscheidung, sondern eine, die Ihr Bauch trifft. Das äußere Erscheinungsbild spielt dabei eine besondere Rolle. Weil Sie dem Menschen aufgrund seines Äußeren Eigenschaften zuschreiben, ohne je ein Wort mit ihm gewechselt zu haben.

Ähnlich geht es einem Recruiter, wenn er Ihre Bewerbungsunterlagen sieht. Noch bevor er sich mit dem Inhalt vertraut macht, trifft er die emotionale Entscheidung, ob sie ihm gefallen oder nicht.

Die Sympathie entscheidet!

Machen Ihre Bewerbungsunterlagen auf Sie selbst einen sympathischen Eindruck? Was sagen Freunde dazu? Haben Sie Lust, sie zu lesen? Wenn nicht, dann sollten Sie sie auch nicht abschicken!

Unter vielen Bewerbungsunterlagen wird der Recruiter die am ehesten lesen wollen, die ihm schnell einen guten Überblick schaffen. Er wird jene am liebsten lesen, die eine angenehme Schrift aufweisen und gut strukturiert sind.

Verwenden Sie daher eine Schrift, die Sie selbst gerne mögen und die zu Ihnen passt! Achten Sie darauf, eine Schriftgröße zu benutzen, die leicht zu lesen ist. Testen Sie auch, wie Ihre Bewerbungsunterlagen ausgedruckt aussehen.

Der Einsatz von Farben

Um Ihre Bewerbungsunterlagen lebendiger zu gestalten, sollten Sie Farben verwenden. Achten Sie dabei aber darauf, dass Ihre Unterlagen nicht bunt und chaotisch erscheinen. Abhängig von der Art Ihrer Bewerbung und der Stelle, für die Sie sich interessieren, sollten Sie die eingesetzte(n) Farbe(n) wählen.

Im Kreativbereich sind auch mehrere Farben zulässig. Für Bewerbungsunterlagen, die seriös wirken sollen, empfehle ich den Einsatz lediglich einer Farbe. Wählen Sie dabei jedenfalls eine Farbe, die sich auch in Ihrem Bewerbungsfoto findet.

Achten Sie auch darauf, dass die eingesetzten Farben nicht zu grell und daher aggressiv wirken. Empfehlenswert sind warme, harmonische Farben.

Über die Wirkung von Farben lesen Sie hier.

Die Struktur

Mit farblich gestalteten Trennstrichen bringen Sie Struktur in Ihre Bewerbungsunterlagen. Sie helfen dem Auge, sich leicht zurechtzufinden. Achten Sie darauf, dass die Trennstriche dezent bleiben, um lediglich die Ordnung in Ihren Unterlagen zu unterstreichen. Zu breit gewählte Striche wirken wie Balken, die den Lesefluss unterbrechen und eher störend wirken.

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Wie schreibe ich eine Bewerbung?

Bevor Sie sich daran machen, Ihre Bewerbung zu schreiben, stellen Sie sicher, dass Sie sich auf den richtigen Job bewerben!

Der richtige Job

Damit ist gemeint, dass Sie sich nur auf Stellen bewerben, wo Sie eine tatsächliche Chance haben, auch wirklich eingeladen zu werden.

Dazu müssen Sie im Inserat auch zwischen den Zeilen lesen können.

Wenn sich das Inserat z.B. nur an junge Uniabsolventen richtet, dann sinken die Chancen, eingeladen zu werden. Erkennbar ist der Umstand daran, dass Sie z.B. per Du angesprochen werden und meist ein nur ein FH Abschluss genannt wird.

Ergibt sich aus der inhaltlichen Beschreibung, dass die Firma eher einen Mann oder eher eine Frau einstellen wird, macht eine Bewerbung mit dem anderen Geschlechts wenig Sinn. Denn auch das gesetzliche Diskriminierungsgebot ändert nichts daran, dass es Gründe geben kann, weshalb ein bestimmtes Geschlecht bevorzugt wird.

Erfüllen Sie die Muss-Kriterien?

Unter Muss Kriterien versteht man Kriterien im Anforderungsprofil, die Grundvoraussetzung zur Erfüllung des Jobs sind. Meistens sind es die erstgenannten im Jobprofil. Ein Kann Kriterium erkennt man daran, dass ein Zusatz wie “wünschenswert” oder “vorzugsweise” erwähnt wird.

Los geht’s!
Der Lebenslauf

Wenn Sie sicher sind, dass das Jobinserat Ihren Wunschjob beschreibt, kann es losgehen.

In der Regel werden Sie einen Lebenslauf verwenden, der stabil bleibt. Sie werden Ihren Lebenslauf also nicht für jede Bewerbung anpassen. Das kann lediglich in Ausnahmefällen erforderlich sein.

Allerdings empfehle ich, Ihren Lebenslauf bei jeder Bewerbung zu überprüfen, um sicherzustellen, dass Schlüsselwörter, die im Inserat genannt sind, auch im Lebenslauf stehen. Warum das wichtig ist, erfahren Sie hier.

Das Motivationsschreiben

Wie der Name schon sagt, muss dieses Schreiben ein Motiv enthalten. Eigentlich sind es zwei. Nämlich die Gründe, warum Sie sich bewerben. Und die Gründe, warum Sie sich für den Job geeignet halten. Letzteres ist auch das Motiv für den Personalisten, Sie einzuladen.

Dieses Schreiben muss zwingend für jede Bewerbung neu verfasst werden. Es gibt ganz wenige Positionen, die in nahezu jedem Inserat gleich beschrieben sind. Nur in diesen Fällen dürfen Sie ein Musterschreiben verwenden, in welchem Sie den jeweiligen Adressaten ändern.

Zeugnisse

Wenn im Inserat “aussagekräftige Bewerbungsunterlagen” erbeten werden, dann ist damit auch gemeint, dass Sie Ihre Zeugnisse mitschicken. Allerdings empfehle ich dabei nur die wichtigsten Zeugnisse mitzuschicken. Das werden in der Regel maximal drei sein.

E-Mail

In vielen Inseraten ist eine E-Mail Adresse genannt, an die Sie Ihre Dokumente übermitteln sollen.

In vielen Firmen nimmt aber die Vorauswahl geeigneter Kandidaten eine Mitarbeiterin ohne Entscheidungsgewalt vor. Sie speichert die Dokumente in einem Order ab. In diesen Fällen liest der entscheidende Personalist die E-Mail oft gar nicht. Aus diesem Grund empfehle ich, den E-Mail Text kurz zu halten und nur auf die Anhänge zu verweisen und vor allem das Motivationsschreiben nicht in die E-Mail zu verpacken.

Eine Checkliste über alle wichtigen Punkte finden Sie hier. (Achtung: Es handelt sich um eine deutsche Website. Dort wird das Motivationsschreiben Anschreiben oder Bewerbungsschreiben genannt.)

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VUCA Welt – was ist das?

Digitalisierung und Globalisierung schreiten in Riesenschritten voran. Was aber bedeutet das für die Menschen? Was bedeutet das für die Arbeitswelt? Wir leben in einer neuen VUCA Welt.

Die Bedeutung des Begriffes VUCA

VUCA ist die Zusammensetzung der Anfangsbuchstaben von Volatility (Volatilität, Flüchtigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit).

Ursprünglich wurde der Begriff in den 90ern des vorigen Jahrhunderts im US Militärbereich verwendet. Heute fasst der Kunstbegriff die Herausforderungen zusammen, denen sich Unternehmen aufgrund stark veränderter Rahmenbedingungen, insbesondere Digitalisierung und Globalisierung, stellen müssen.

Der Einfluss auf Mensch und Gesellschaft

VUCA stellt den Menschen in immer kürzeren Abständen vor neue Herausforderungen. Langfristig ist kaum noch Planbarkeit möglich. Prognosen verlieren an Bedeutung. Noch bevor Teilziele erreicht werden, müssen Strategien verändert werden.

Erfahrungswissen wird immer bedeutungsloser. Was heute noch galt, ist morgen überholt. Die Unsicherheit aller nimmt rasant zu. Zudem werden die Entwicklungen immer komplexer und sorgen für Chaos und Verwirrung.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, welche Berufe sich aufgrund der Digitalisierung erübrigen werden. Noch unsicherer ist die Angabe darüber, wann das geschehen wird.

Da der Innovationsdruck auf Unternehmen immer stärker steigt, wachsen Branchen ineinander, um am Markt zu überleben. Das Kundenverhalten wird ebenso immer unberechenbarer. Fühlte sich ein Kunde in der Vergangenheit noch einem Unternehmen verbunden, kauft er – online – heute da und morgen dort.
Somit werden Marktforschung und Marktbeobachtungen nutzlos, da immer unsicherer wird, wer morgen Marktteilnehmer, Mitbewerb oder Kunde ist.

Auch Rechtssysteme werden immer unsicherer. Verbraucherrechte sind de facto in der Praxis nicht mehr durchsetzbar, da Verkäufer im Onlinehandel ihren Firmensitz in anderen Staaten haben. Auf EU Ebene wird zwar versucht, die Rechtssysteme anzugleichen. Das hilft dem durchschnittlichen Konsumenten z.B. in Österreich in der Praxis jedoch wenig. Oder haben Sie das Geld, die Zeit und die Nerven einen chinesischen Anbieter zu verklagen?

Herausforderung für Führungskräfte

Menschen brauchen Orientierung. Es sind die Führungskräfte, die diese Orientierung geben sollen. In der VUCA Welt ist es allerdings selbst für gute Führungskräfte sehr schwierig, diese Orientierung zu bieten, da Management Informationen oft nur kurz Gültigkeit besitzen und die Vorhersehbarkeit bestimmter Maßnahmen immer schwieriger wird. Gleichzeitig ist das Unternehmen bzw. die Führungskraft mit starren Arbeitnehmerschutzgesetzen konfrontiert, da auch die Gesetzgebung der rasanten Entwicklung permanent hinterher hinkt.

Führung basiert auf dem Vertrauensverhältnis, das zwischen Führungskraft und MitarbeiterIn besteht. Für Führungskräfte wird es in Zeiten der absoluten Unsicherheit aber immer schwerer, dieses Vertrauen aufzubauen und diese Basis aufrecht zu erhalten.

Deshalb wird es für Führungskräfte immer wichtiger, ihre Führungskompetenz rasch zu variieren und ihren Führungsstil flexibel einzusetzen. Sie müssen ihre Führungsmethoden und -werkzeuge überdenken, widrigenfalls sie sich kontraproduktiv auf Ergebnisse auswirken. Zielvereinbarungen für einzelne MitarbeiterInnen machen z.B. nur wenig Sinn, wenn sie die Flexibilität des Teamergebnisses einschränken und verhindern den Gesamterfolg.

Weiterführende Informationen bietet Dr. Wolfgang Schröder.

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Unique Selling Proposition (USP)

Um in der Arbeitswelt Erfolg zu haben, ist es erforderlich, aus der Maße hervorzustechen. Möglich macht das die Unique Selling Proposition (USP) – zu deutsch Ihr Alleinstellungsmerkmal!

Warum ist Unique Selling Proposition so wichtig?

Haben Sie auch Wirtschaft studiert? Verbrachten Sie auch ein Jahr im Ausland? Haben Sie dort auch ein Praktikum absolviert? Sprechen Sie neben Deutsch auch Englisch.  So wie viele andere auch? Dann sind Sie bei einem interessanten Jobangebot sicher nicht alleine.

In einer Zeit, wo immer mehr AkademikerInnen auf den Arbeitsmarkt streben, ist es schwierig geworden, sich allein mit der Ausbildung von der Masse abzuheben.

Wenn Sie über die gleichen Kompetenzen verfügen, wie viele andere auch, ist es erforderlich, Ihre Bewerbungsunterlagen sowohl optisch als auch inhaltlich so aufzubereiten, dass Sie die Aufmerksamkeit des Adressaten besonders wecken.

Die Kunst, aufzufallen!

Das Geheimnis liegt in  der Unique Selling Proposition – Ihrem Alleinstellungsmerkmal.

Jeder Mensch ist individuell. Daher ist es wichtig, herauszufinden, was Sie individuell macht.  Die Unique Selling Proposition stellt Ihren Wettbewerbsvorteil dar, mit dem Sie sich von einer repräsentativen Vergleichsgruppe abheben.

Was macht mich besonders?

Haben Sie vielleicht besondere Computerkenntnisse? Haben Sie an einem interessanten Projekt mitgearbeitet? Bringen Sie eine Stärke mit, die bereits in der Vergangenheit nennenswert aufgefallen ist? Wurden Sie von Ihrem ehemaligen Vorgesetzten besonders gelobt? Haben Sie ein Schulprojekt gewonnen oder eine besondere Auszeichnung erhalten? Wenn das der Fall ist, nutzen Sie Ihre Chance und stellen Sie schon im Motivationsschreiben fest, was Sie von anderen abhebt!

Um Ihr Alleinstellungsmerkmal leicht herauszufinden, befragen Sie Freunde und Familienmitglieder. Aus Erfahrung weiß ich, dass es den meisten Menschen sehr schwer fällt, Ihre persönlichen Besonderheiten herauszufinden. Viel leichter ist es in der Regel, wenn andere die Frage beantworten, was an Ihnen besonders ist.

Wichtig ist jedenfalls, dass Ihnen Ihr Unique Selling Proposition selbst bewusst ist. Denn wie soll der zukünftige Arbeitgeber herausfinden, was Sie einzigartig macht, wenn Sie es selbst nicht wissen?

Das Bewusstsein Ihres Alleinstellungsmerkmales hebt Sie objektiv aber auch subjektiv von der Masse ab und stärkt Ihr Selbstbewusstsein. Auch das ist nötig, um einen potentiellen Arbeitgeber zu beeindrucken, da diese jedenfalls die Besten der Besten suchen.

Wecken Sie Interesse!

Dabei ist natürlich wichtig, dass diese Besonderheit für einen potentiellen Arbeitgeber interessant ist. Er muss also einen Zusammenhang zwischen Ihrer Besonderheit und seiner Geschäftstätigkeit herstellen können. Versetzen Sie sich dazu in seine Lage und überlegen Sie, welche Ihrer Kompetenzen einen Mehrwert für das Unternehmen darstellen könnte.

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aktualisiert im April 2019


	

Resilienz – ein neues Modewort?

Nach Diversity und Gendering gibt es eine neue Eigenschaft, die schon Einzug in den Career Monitor gefunden hat – die Resilienz. Damit wird sie in den Kreis der Eigenschaften aufgenommen, die RecruiterInnen sich von BewerberInnen erwarten.

Was versteht man eigentlich unter Resilienz?

Liest man sich die Definitionen in Wikipedia dazu durch, muss man unweigerlich an den Spruch “Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!” denken.

Das Wort Resilienz wird vom  lateinischen resilio (abprallen, zurückspringen) abgeleitet. Es kommt aus der Physik und bezeichnet in der Materialforschung hochelastische Werkstoffe, welche nach jeder Verformung wieder ihre ursprüngliche Form annehmen.

In seiner modernen Verwendung beschreibt das Wort die Fähigkeit, Lebenszyklen unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und sich daraus weiterzuentwickeln.

Resilienz im Bewerbungskontext

Um diese Fähigkeit in Ihren Bewerbungsunterlagen wirkungsvoll zu beschreiben, reicht es allerdings nicht aus, einfach nur auf das Vorhandensein dieser Eigenschaft zu verweisen. Vielmehr muss es Ihnen gelingen,  ein Beispiel aus Ihrer beruflichen Vergangenheit zu beschreiben, das diese Eigenschaft beweist.

Ein gutes Bespiel für Ihre vorhandene Resilienz könnte Ihr Umgang mit Veränderungen sein. Es gibt Menschen, die sehr unflexibel auf Veränderungen reagieren und lieber alte Zustände bewahren. Im Unterschied dazu könnten Sie Ihre Flexibilität im Umgang mit Veränderung aufzeigen. Beschreiben Sie das  Positive und wie Sie an einer solchen Veränderungssituation gewachsen sind.

Sie könnten auch (kurz) eine Niederlage beschreiben. Am besten eine, die weniger mit ihnen als mit äußeren Umständen zu tun hatte. Wenn Sie z.B. beschreiben, dass Sie in einem Jahr eine öffentliche Ausschreibung verloren haben, sich im Folgejahr wieder beworben und diesmal gewonnen haben, dann ist das ein sehr guter Nachweis für Ihre Resilienz. Sie haben nicht resigniert, sondern haben die Ärmel hochgekrempelt und es noch einmal versucht.

Kann man Resilienz lernen?

Die einfache Antwort: ja! Denn Resilienz ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe unserer Kindheit erworben. Dabei lernen wir den Umgang mit Krisen in erster Linie von unseren Eltern. Aber auch eigene Erfahrungen prägen uns. Je häufiger wir nach einem Verlust oder Schicksalsschlag die Erfahrung machen, dass es danach wieder aufwärts geht, desto größer wird unsere Resilienz.

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aktualisiert im Mai 2019

“Sind Sie kommunikationsfähig?”

Die meisten Bewerber würden die  Frage, ob sie kommunikationsfähig sind, ohne zu Zögern mit einem klaren “Ja” beantworten. Würde ich sie allerdings fragen, was sie darunter verstehen, würden die Antworten mit Sicherheit sehr vielfältig ausfallen!

Kommunikationsfähigkeit ist die häufigste soziale Kompetenz, die  gemäß aktuellem Career Monitor von heimischen Recruitern gefordert wird.

Was bedeutet Kommunikationsfähigkeit?

Kommunikationsfähig zu sein besteht aus mehreren Aspekten. Zum einen versteht man darunter die Bereitschaft, mit anderen zu kommunizieren. Für eine erfolgreiche Kommunikation ist aber auch erforderlich, sein Gegenüber zu verstehen und Informationen richtig zu interpretieren.

aktives Zuhören

Erfolgreiche Kommunikation setzt die Fähigkeit voraus, erkennen zu können, was das Gegenüber möchte.

Es setzt also voraus, dass man aktiv zuhören kann. Das bedeutet, dass man das Gesagte nicht nur hört, sondern auch tatsächlich versteht, was das Gegenüber meint. Es ist daher in vielen Fällen sinnvoll, nachzufragen oder das Gesagte mit eigenen Worten zu wiederholen. Besonders wichtig ist dieser Aspekt, wenn Begrifflichkeiten verwendet werden, die viele Interpretationsmöglichkeiten beinhalten.

Inhalt und Beziehung

Botschaften enthalten einen Inhaltsaspekt und einen Beziehungsaspekt. Je “gesünder” die Beziehung zum Gegenüber ist, desto mehr tritt der Inhaltsaspekt in den Vordergrund. Bestehen Konflikte mit dem Gegenüber, sollte man darauf achten, dass es nicht zu sogenannten versteckten Botschaften kommt, die Vorwürfe oder Anschuldigungen enthalten.

Ich Botschaft und Appell

Jede Information, die wir in der Kommunikation mit anderen teilen, enthält Botschaften über uns selbst. Wir drücken aus, was und wie wir denken, geben unsere Einstellung zu bestimmten Themen preis und schätzen anhand der Reaktion des Gegenübers seine/ihre Einstellung ein.

Gespräche werden immer zielgerichtet geführt. Man möchte durch Kommunikation etwas bewirken. Bei Arbeitsanweisungen durch den Vorgesetzten ist dies besonderes deutlich, bei Gesprächen im Privatleben eventuell weniger auffällig. Botschaften enthalten also mehr oder weniger deutlich, eine Aufforderung (= Appell) an das Gegenüber in einer bestimmten Art und Weise zu reagieren.

Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit im Job

Je besser jemand in der Lage ist, alle Ebenen einer Botschaft zu bedienen, desto ausgeprägter ist seine Kommunikationsfähigkeit.

Im Job zeigt sich die Kommunikationsfähigkeit insbesondere durch Klarheit der Sachinhalte, durch die richtige Wahl der Kommunikationsmittel (persönliches Gespräch, über Telefon, per E-Mail) und durch die Berücksichtigung bestimmter Kommunikationsregeln, die z.B. gegenüber dem Kollegen andere sind als z.B. gegenüber einer Kundin.

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aktualisiert im April 2019

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Was heißt “unternehmerisch Denken” eigentlich?

Gemäß dem aktuellen Career Monitor 2018  ist die Eigenschaft unternehmerisch denken zu können immer noch die am meisten gesuchte Eigenschaft bei heimischen Recruitern. Doch was versteht man darunter eigentlich?

Mit Sicherheit würde man auf diese Frage viele verschiedene, sehr subjektive Antworten erhalten. Ich möchte daher den Versuch starten,  unternehmerisches Denken zu definieren.

Definition

Allem Voran ist das Ziel eines Unternehmens Gewinn zu machen! Unternehmerisch Denken muss also sowohl Umsatzsteigerung als auch Kostensenkung im Fokus haben.

Unternehmerisch zu Denken setzt als auch Voraus, Ziele im Auge behalten zu können. In erster Linie ist das Ziel Umsatzerzielung, Kostensenkung und daraus resultierend die Gewinnmaximierung. Jedes untergeordnete Ziel muss auf diese Hauptziele gerichtet sein und in diesem Sinne verfolgt werden.

Unternehmerisch Denken ist auch strategisches Denken. Man muss in der Lage sein, längerfristig zu denken und auch die Folgen aktuellen Handelns für die Zukunft abschätzen können. Dazu ist erforderlich, Istzustand und angestrebten Zustand klar zu definieren und in der Lage zu sein, Lösungen und Wege zu finden, die auf die Zielerreichung gerichtet sind.

Unternehmerisch Denken bedeutet auch, in der Lage zu sein,  vernetzt zu denken. Ein Unternehmen steht in Konkurrenz zu anderen, ist von den Mechanismen des Marktes abhängig und weist – je nach Größe – oft, komplexe Zusammenhänge auf. Unternehmerisch Denken bedeutet also auch das Zusammenspiel dieser Aspekte berücksichtigen zu können.

Nicht zuletzt bedeutet unternehmerisch Denken ein Mindestmaß an Wissen über Finanzmanagement. Darunter versteht man Budget- und Forecast Planungen, Finanzanalysen, Buchhaltungsaspekte und Key Performance Indikatoren (KPI). Diese sind nötig, um auf dem Weg zur Zielerreichung Fortschritte messen zu können und gegebenenfalls steuernd eingreifen zu können.

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aktualisiert im April 2019