illegale Konkurrenzklauseln

Leider verwenden viele Unternehmen illegale Konkurrenzklauseln, weil sie sich im Falle des Ausscheidens eines Mitarbeiters  davor schützen wollen, dass unternehmens- oder branchenspezifisches Know How in einem anderen Unternehmen eingesetzt wird.

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass ein Unternehmen sich davor schützen will, dass sich ein anderes Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann, indem es Mitarbeiter abwirbt und damit Insiderwissen verschafft.

Andererseits darf es nicht passieren, dass der ausscheidende Mitarbeiter in keinem anderen Unternehmen mehr arbeiten darf.

de facto Berufsverbot

In meiner beruflichen Vergangenheit habe ich selbst sehr viele solcher illegalen Konkurrenzklauseln gesehen.

Oft hatten sie zum Inhalt, dass der Mitarbeiter mehrere Monate, meist sogar ein ganzes Jahr, nicht mehr in der Branche bzw. bei einem Konkurrenzunternehmen arbeiten dürfte. Das sollte sogar bei Arbeitgeberkündigung gelten. Das Ergebnis war für die Betroffenen de facto ein Berufsverbot.

In den letzten 20 Jahren waren Konkurrenzklauseln häufig Anlass für gerichtlich Klagen. Deshalb hat der Gesetzgeber in mehreren Anläufen Anpassungen vorgenommen. Für die Beurteilung der Korrektheit der Klausel ist daher das Datum Ihres Dienstvertrages maßgeblich.

Aufgrund dieser jüngsten Gerichtsentscheidungen und in Folge des beschlossenen Gesetzes sollten illegale Konkurrenzklauseln mittlerweile nicht mehr vorkommen.

Gültigkeit einer Konkurrenzklausel

Eine aktuell zulässige Konkurrenzklausel setzt voraus, dass

  • das Dienstverhältnis nach dem 29.12.2015 abgeschlossen wurde,
  • der Mitarbeiter zum Abschluss des Vertragsverhältnisses bereits volljährig ist bzw. war, UND
  • für den letzten Monat seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Entgelt von mehr als € 3.480.- brutto hat (Stand April 2019). Dieser Wert entspricht dem 20-fachen der ASVG Höchstbemessungsgrundlage und enthält keine Sonderzahlungen.

Für Dienstverhältnisse vor dem 29.12.2015 entspricht der Wert dem 17-fachen der ASVG Höchstbemessungsgrundlage und beträgt mit Stand April 2019 € 2.958.- brutto.

Für Dienstverhältnisse die von Angestellten vor dem 17.03.2006 und von Arbeitern vor dem 18.03.2006 geschlossen wurden, gibt es keine Entgeltgrenze.

Das Verbot der Konkurrenztätigkeit darf lediglich bis zu einem Jahr bestehen.

Das Konkurrenzverbot darf nur angewendet werden, wenn der Mitarbeiter selbst kündigt, er gerechtfertigt entlassen wird oder ein unberechtigter vorzeitiger Austritt vorliegt. Es hat insbesondere dann keine Wirkung, wenn der Arbeitgeber kündigt.

Illegale Konkurrenzklauseln, die faktisch ein gänzliches Berufsverbot zum Inhalt haben, sind verboten und können daher getrost unterschrieben werden, da sie niemals erfolgreich einklagbar sind!

Details finden Sie auch auf der Seite der WKÖ oder der Arbeiterkammer.

www.dieBusinesscoach.at

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aktualisiert im Mai 2019

“Ich bekomme keine Rückmeldungen”

Schreiben Sie sehr häufig Bewerbungen, bekommen aber keine Rückmeldungen? Sollte es tatsächlich so sein, dass Sie keine oder nur standardisierte Rückmeldungen erhalten, sollten Sie dringend Ihre Unterlagen und die Art Ihrer Bewerbungen überprüfen lassen.

Gründe, warum Sie keine Rückmeldungen erhalten

Abgesehen von Fehlern, die bei der Übermittlung passiert sein können (falsche Emailadresse, kein Betreff, etc.) gibt es inhaltliche Gründe, die dazu führen können, dass sich das Unternehmen nicht meldet.

Unvollständigkeit

Aktuell habe ich eine Stellensuchanzeige laufen. Trotz detaillierter Beschreibung, was ich mir als Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Zeugnisse) wünsche, schafft es nahezu kein(e) Kandidat(in), diese Unterlagen vollständig zu übermitteln!

Das ärgert mich. Und das ist die denkbar schlechteste Emotion, die Sie bei Ihrem Gegenüber auslösen können, wenn Sie zu einem Gespräch eingeladen werden wollen.

Ein Motivationsschreiben gibt Ihnen die Möglichkeit, sich aus der Maße abzuheben, detailliert darzustellen, was Sie für die Bewerbung motiviert und Argumente zu nennen, die den Arbeitgeber motivieren soll, Sie einzuladen. Erst durch das Motivationsschreiben werden Sie als Mensch hinter der Bewerbung erfasst.

Unübersichtlichkeit

In der Regel erhalte ich nur Lebensläufe, bei denen ich mir selbst zusammensuchen muss, ob der/die Bewerber(in), meine gewünschten Kriterien erfüllt. Im Falle wenig qualifizierter Positionen, die eine Vielzahl von Bewerbern nach sich ziehen, können Sie sicher sein, dass kein(e) Personalist(in) sich die Mühe macht, Ihren Lebenslauf zu durchforsten!

mangelnde Lesbarkeit

Machen Sie es Ihrem Leser so einfach und angenehm wie möglich. Verwenden Sie eine angenehme Schriftart und eine leicht lesbare Schriftgröße. Bauen Sie Hilfslinien ein, an denen sich das Auge orientieren kann. Und verwenden Sie nur dann den Europass, wenn es unbedingt verlangt wird!

keine Aussagekraft

Leider erreichen mich auch immer wieder Lebensläufe, deren Aussagekraft sehr gering ist.  Es ist zwar wichtig, dass Sie angeben, wo Sie gearbeitet haben, noch viel wichtiger ist aber, die Tätigkeiten aufzulisten, für die Sie verantwortlich waren. Dies ist auch deshalb relevant, als manche Positionen “hochtrabende” Titel haben. In vielen Unternehmen ist es modern geworden, Anglizismen zu verwenden. So ist zum Beispiel der ehemalige Haustechniker mittlerweile zum Facility Manager mutiert. Nicht mehr nachvollziehbar ist seither, wofür der Bewerber tatsächlich verantwortlich war.

Für Führungskräfte und Key Account Manager ist es ein Muss, Kennzahlen anzugeben. Erst dadurch lässt sich die Dimension Ihrer Tätigkeiten wirklich erfassen.

mangelnde Qualifizierung

Ein Inserat aufzusetzen, herauszufinden, welche Muss-Kriterien in einem Job gegeben sein müssen und welche Tätigkeiten den Job ausmachen, bedeuten für den Recruiter Arbeit. Er muss dazu einige Leute befragen, da er selbst in ganz andere Fertigkeiten ausgebildet ist. Ärgerlich ist es dann, wenn man Bewerbungen erhält, die nicht das Mindestmaß an Qualifizierung erkennen lassen oder man sogar erkennt, dass der Bewerber das Inserat augenscheinlich nicht gelesen hat.

Erreichbarkeit

Man sollte es nicht glauben! Immer wieder gibt es Bewerbungen, deren Absender ich nicht erreichen kann. Entweder weil ich keine Telefonnummer finde, sie falsch ist, oder aber die Kandidaten nicht zurückrufen.

Besonders interessant sind jene Fälle, die ich ein- bis zweimal anrufe, ihnen auch auf die Mailbox spreche, die aber nicht zurückrufen. Mehr als zweimal wird kein Recruiter versuchen, Sie zu erreichen.

Und wenn ich dann noch feststelle, dass der Kandidat nur per email erreicht werden möchte, seine email Adresse aber falsch ist, dann war die Bewerbung jedenfalls völlig sinnlos und macht mich fassungslos.

mangelnde Wertschätzung

Treffen mehrere der genannten Kriterien zusammen, fühlt sich der Leser nicht wertgeschätzt. Und das ist einer der wichtigsten Gründe, warum er es nicht wert findet, dem Bewerber zu antworten.

Wenn Sie allerdings überzeugt sind, dass Sie eine ordentliche Bewerbung abgeliefert haben und zu unrecht keine Antwort erhalten haben, sollten Sie nachfragen und können hier eine Arbeitgeberbewertung abgeben.

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aktualisiert im April 2019