Richtige Bewerbung – gibt es die?

Gibt es DIE einzige, gute, richtige Bewerbung? Ganz klar NEIN!

Verzweifeln Sie nicht!

Die Ratgeber im Netz werden immer mehr und in vielen davon steht für die “richtige Bewerbung” genau das Gegenteil von dem, was Sie gerade eben noch andernorts gelesen haben.

Immer wieder höre ich, dass Coaches behaupten, dass ein Lebenslauf bei einer “richtigen Bewerbung” nur eine Seite lang sein dürfe. Wie soll das bei jemandem möglich sein, der zehn oder mehr berufliche Stationen hinter sich gelassen hat? Natürlich kann man die Schriftgröße auf ein Minimum einstellen, sämtliche Absätze entfernen und vielleicht auch noch die Seitenränder entfernen, aber letztlich werden Ihre Unterlagen völlig ihre Lesefreundlichkeit einbüßen.

Auch inhaltliche Kuriositäten tauchen auf. Ich las einmal, dass man während einem Auslandsaufenthalt der mehr als drei Monate dauert, jedenfalls einen Sprachkurs nachweisen müsse! Also bitte, sollten Sie die Welt umsegeln wollen, vergessen Sie bitte nicht, einen Sprachtrainer mit an Board zu nehmen!

Woran das liegt

In meiner Wahrnehmung leben wir leider in einer Zeit, in der uns offenbar das eigenständige Denken abgewöhnt wird! Auf Facebook “schreit” jeder zweite nach der Quelle. In Bachelor- und Masterarbeiten darf kein Satz mehr geschrieben werden, ohne dabei jemanden namentlich zu zitieren.  Folglich muss man ewig suchen, um eine Quelle zu finden, die den eigenen Gedanken zum Inhalt hat.

Trotz dieser Tendenzen kann uns eines nicht abgewöhnt werden. Das Bauchgefühl! Und das ist gut!

Wie Sie es richtig machen können!

Manche Firmen machen es Ihnen leicht, indem Sie Ihnen schon vorab Tipps geben, wie Sie sie mit einer Bewerbung überzeugen. 

Sie tun daher gut daran, vor einer Bewerbung die Homepage des Wunschunternehmens auf derartige Tipps zu untersuchen.

Die Form der Bewerbung

Ansonsten gilt: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Dann brauchen Sie keine schlecht individualisierbaren Vorlagen aus dem Netz und müssen nicht 100te Ratgeber auf Stimmigkeit untersuchen. Fokussieren Sie diese Energie sinnvoller in die eigene, ansprechende Kreation.

Gestalten Sie Ihre Unterlagen optisch so, wie Sie sich gerne präsentieren möchten. Dazu ist natürlich erforderlich, dass Sie sich einige Gedanken über das Layout machen. Welche Schrift ist gut lesbar? Welche Schriftgröße ist angenehm zu lesen?

Benutzen Sie eine Farbe, die Ihnen sympathisch ist und die sich auch in Ihrem Foto wieder findet. Abhängig vom Job, auf den Sie sich bewerben, dürfen Sie mehr oder weniger Kreativität zur Schau stellen.

Gliedern Sie Ihre Unterlagen, um die Lesefreudigkeit zu erhöhen. Je leichter und angenehmer Sie es dem Adressaten machen, desto eher wird er Ihre Unterlagen gerne lesen.

Der Inhalt

Wechseln Sie die Seite. Überlegen Sie, was Sie wissen wollten, um eine Person zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen. Denken Sie dabei an einen Babysitter, an die Putzfrau oder einen Gärtner. Was wollen Sie von diesen Personen wissen, um sie letztlich mit gutem Gefühl in Ihr Haus zu lassen? Genau DAS will man auch von Ihnen wissen, wenn Sie sich bewerben. Verfassen Sie daher alle Botschaften, die relevant sein könnten, damit man Sie zu einem Gespräch über Details einlädt.

Die “richtige Bewerbung” besteht also in erster Linie aus Kriterien, die geeignet sind, dass man Ihre Unterlagen gerne liest, sich gut darin zu recht findet und alles darin findet, was man braucht, um den Entschluss zu fassen, Sie zum Bewerbungsgespräch einzuladen.

Wenn Sie das Pech haben, mit Ihren Unterlagen an einen Personlisten zu gelangen, der sich optisch nicht angesprochen fühlt und der tatsächlich nur eine Seite sehen will, werden Sie mit einer mehrseitigen Bewerbung vielleicht tatsächlich nicht punkten können. Es ist aber eher wahrscheinlich, dass der Personalist gerne Individualität sehen möchte und genau jene Bewerbungen auswählt, die aussagekräftig, interessant, ansprechend und authentisch sind und nicht nach dem 08/15 Schema gestaltet sind!

www.dieBusinesscoach.at

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aktualisiert im Mai 2019

Bewerbungstipps – welche sind die richtigen?

Manchmal recherchiere ist Bewerbungstipps. Ich google aus der Sicht der BewerberInnen, welche Tipps meine Mitbewerber geben.

die richtige Bewerbung?

Alle BewerberInnen wollen wissen, wie man es richtig macht. Es gibt aber leider kein Kochrezept mit geheimer Formel, die zum Erfolg führt. Nicht alle Unternehmen sind gleich. Und nicht alle BewerberInnen sind gleich.  

Je mehr Coaches Sie fragen würden, desto verwirrter werden Sie wahrscheinlich werden. Daher möchte ich Sie darin bestärken, sich jene Bewerbungstipps heraus zu picken, mit denen Sie sich selbst wohl fühlen. 

Es gibt jedenfalls kein allgemeingültiges Gesetz, wie Sie eine Bewerbung verfassen sollen. Die Mehrzahl aller Coaches gibt aber ähnliche Empfehlungen ab. Letztendlich müssen Bewerber und Unternehmen zusammenpassen und diese Passung entscheidet, ob Sie eingeladen werden. 

Welche Regeln gelten im Land meiner Wunschfirma

Die meisten Empfehlungen im Internet stammen von deutschen Coaches! Wenn auch die Unterschiede marginal sind, gibt es welche.

Je nachdem in welchen Land Sie sich bewerben wollen, besuchen Sie vorrangig Seiten Ihres eigenen Herkunftslandes bzw. jenes Landes in dem Ihre Wunschfirma Ihren Sitz hat.

Nicht jeder der sich Coach nennt, hat gute Tipps parat

Die Bezeichnung Bewerbungscoach ist nicht geschützt. Bewerbungs- und Karriereberatungen dürfen zwar nur Lebens- und Sozialberater oder Unternehmensberater vornehmen, allerdings tummeln sich im Internet – wie in allen Branchen – viele schwarze Schafe, die sich nicht so genau an die Vorschriften halten.   

Beziehen Sie daher Ihre Karrieretipps in erster Linie von Seiten, die allgemein bekannt sind (z.B. Karriere.at) oder von solchen, die aufgrund von Rezessionen auf Seriosität schließen lassen. (z.B. gutgemacht.at)

Schalten Sie Ihr Hirn ein!

Kürzlich las ich den Bewerbungstipp, dass man den “Beilagenvermerk im Anschreiben” nicht vergessen solle.

Gemeint war, dass man nach seiner Unterschrift – die ich eingescannt empfehle – vermerken soll, welche Beilagen dem Anschreiben folgen.

Das Wort “Anschreiben” stammt aus dem deutschen Sprachgebrauch. Unglücklicherweise drückt es nicht aus, worum es wirklich geht. Unklar ist somit in vielen Beiträgen, ob die Autoren damit die Begleitemail oder das Motivationsschreiben meinen. 

Wenn die Begleitmail gemeint ist, dann ist ziemlich widersinnig, gesondert anzumerken, dass man Anlagen mitschickt. Wenn auch es korrekt wäre, macht das niemand, da ersichtlich ist, ob eine email Anhänge bzw. Beilagen enthält.

Ist das Motivationsschreiben gemeint, dann stellt dieses selbst meist die “Beilagen” dar, weshalb das Anfügen des “Beilagenvermerks” nicht nur genauso antiquiert sondern schlichtweg falsch ist!

Der Bewerbungstipp ist also ähnlich veraltet, wie jener, den ich in einem Schulbuch des Jahres 2016 fand. Dort wurde den Schülern gelehrt, dass das Motivationsschreiben mit dem Einleitungssatz “Hiermit bewerbe ich mich für die in der xy (Quelle) ausgeschriebene Stelle …” beginnen sollte. 

Viele Bewerbungstipps sind daher (leider) auch aus seriösen Quellen wie einem Schulbuch mit Vorsicht zu genießen.

www.dieBusinesscoach.at

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aktualisiert im Mai 2019