arbeitslos? was schreibt man in den Lebenslauf?

Kürzlich wurde ich wieder einmal gefragt, wie man denn die Zeiten der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf darstellen soll?

Das ist eine sehr schwierige Frage, da Personalisten einerseits nicht lesen wollen, dass man überhaupt arbeitslos war, andererseits soll der Lebenslauf keine Lücken aufweisen und lügen soll man auch nicht!

Prinzipiell stellt sich die Frage erst nach einer längeren Arbeitslosigkeit und vor allem, wenn Sie gerade auf Arbeitssuche sind.  Wenn Ihre Arbeitslosigkeit bis zu sechs Monate dauerte und sich zwischen verschiedenen Jobs befand, brauchen Sie sie gar nicht zu erwähnen! Führen Sie die Jobs mit den richtigen Daten an.  (Hier auch ein wichtiger Tipp: wenn sich mehrerer Jobs nahtlos aneinander reihen, wird der Personalist hellhörig und vermutet eine Unwahrheit!)  Gab es Phasen längerer Arbeitslosigkeit sollten Sie diese Lücke z.B.  mit Worten wie “Orientierung nach Insolvenz des Arbeitgebers” oder “Teilnahme an mehrstufigen Auswahlverfahren” schließen.

Wenn Sie gerade auf Arbeitssuche sind und diese Phase bereits länger als sechs Monate dauert, ist es an der Zeit, sich etwas einfallen zu lassen, weil Ihre Chancen zunehmend sinken.

Wenn Sie noch keine Zusatzausbildungen gemacht haben, dann besuchen Sie jetzt sofort eine. Aber auch hier ist Vorsicht geboten – die Aneinanderreihung von mehr als zwei aufeinander folgende Ausbildungen während der Arbeitslosigkeit ist kontraproduktiv!

Haben Sie Verwandte oder Freunde, die selbstständig sind? Bitten Sie sie, Sie ein Praktikum machen zu lassen oder übernehmen Sie eine Projektarbeit. Da man Ihnen derartige Tätigkeiten auch nicht durch offizielle Meldungen wie z.B. bei der Sozialversicherung absprechen kann, bieten sie sich auch für die Vergangenheit an!

Wenn Sie gerade einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, dehnen Sie ihn um einen passenden Zeitraum aus!

Wenn es bisher noch keine “Auszeiten” gab und Sie bereits einige Jahre die Karriereleiter erklommen haben, dann ist die Angabe einer “persönlichen Auszeit” eventuell mit dem Zusatz “Weltreise” oder ähnlichem legitim!

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7 superwichtige Tipps für Ferialjobs

Sommerzeit ist für viele Jugendlichen die Zeit, in der sie sich etwas zu ihrem Taschengeld dazu verdienen können!

Unbedingt erforderlich ist, dass Ihr 1) einen Arbeitsvertrag bekommt, wo zumindest drinnen steht, was Ihr zu tun habt und wieviel Geld man Euch dafür bezahlen wird. In diesem Zusammenhang erfolgt seitens des Unternehmens auch die Anmeldung zur Sozialversicherung, deren Höhe von Eurem Gehalt abhängig ist. Ihr müsst über diese Anmeldung eine Kopie bekommen.  Wichtiger Tipp dazu: viele Arbeitgeber, lassen das vereinbarte Arbeitsmonat bereits einige Tage früher enden, um weniger zahlen zu müssen, wenn die letzten Tage dieses Monats auf ein Wochenende fallen! Stellt Euch darauf ein, da es auch bedeutet, dass Ihr weniger (nämlich nur “aliquot”, was “anteilig” bedeutet!) bezahlt bekommt!

2) Da es sich bei einem Ferialjob um ein “ganz normales” Dienstverhältnis (im Unterschied zu einem “Pflichtpraktikum”)handelt, unterliegt Ihr dem Schutz diverser Arbeitsgesetze. Deshalb muss bei solchen Jobs ein Mindestgehalt bezahlt werden, das sich nach den kollektivvertraglichen Bestimmungen bemisst!

3) Ihr habt das Recht auf die Einhaltung von Pausen , egal welcher Arbeit Ihr nachgeht! Wenn Ihr unter 18 Jahre alt seid, muss euch nach viereinhalb Stunden eine Pause von mindestens 30 Minuten gewährt werden. Über 18 gilt, dass Euch nach längstens sechs Stunden eine Pause von mindestens 30 Minuten zusteht! Insgesamt dürfen Jugendliche unter 18 wöchentlich maximal 40 Stunden arbeiten (ausgenommen Gastgewerbe, hier sind es 45 Stunden).

4) Da Ihr ein Dienstverhältnis mit dem Unternehmen eingeht, habt Ihr Rechte wie alle Mitarbeiter in diesem Unternehmen. Dazu zählen auch (anteilig) Urlaubs- und Weihnachtsgeld und (anteilig) Urlaub. Den Urlaubsanspruch (2 Tage pro Monat) wird man nicht während der Ferialpraxis beanspruchen, wenn diese nur einen Monat dauert, sondern bekommt ihn abgegolten.

5) Wer unter 18 ist, kann von Gesetzes wegen keine gültigen Verträge (zumindest nicht solche, die ihn/sie verpflichten) schließen. Ein Vertrag bedarf daher immer auch der Unterschrift des gesetzlichen Vertreters. Ihr solltet daher ohne Eltern gar nichts unterschreiben – wenn Euch was “untergejubelt” wurde, bindet jedenfalls Eure Eltern ein! Wichtiger Tipp dazu: nicht nur bei der Ferialpraxis sondern immer dann, wenn Ihr was unterschreiben sollt, verlangt eine Kopie davon!

6) Lasst Euch unbedingt ein Arbeitszeugnis ausstellen, damit Ihr später für den ersten “richtigen” Job bereits eine Beurteilung aus der “Arbeitswelt” von Euch vorweisen könnt! Jede Ferialpraxis ist für späterer Berufseinsteiger ideal, um Motivation, Eigeninitiative und Lernbereitschaft nachweisen zu können! Vergesst daher nicht, die Praxis in Eurem Lebenslauf zu erwähnen! Wichtiger Tipp dazu: die wenigsten Unternehmen denken von sich aus daran, ein Arbeitszeugnis auszustellen! Ihr habt aber ein Recht darauf, auch wenn Ihr dem Unternehmen diesbezüglich nachlaufen müsst!

7) Wer unter € 12.000.- im Jahr (Stand 2015) verdient, muss keine Lohnsteuer bezahlen! Diese wurde aber bereits vom Arbeitgeber an das Finanzamt gezahlt! Wenn Ihr also innerhalb eines Jahres unter diesem Betrag verdient, könnt Ihr Euch das Geld vom Finanzamt mittels Lohnsteuerausgleich zurückholen!

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was ist ein “Freier Dienstvertrag”?

Immer häufiger bieten Arbeitgeber Bewerbern freie Dienstverhältnisse an. Ob ein freier Dienstvertrag das richtige für Sie ist, müssen Sie anhand der folgenden Überlegungen anstellen.

Was ist der Unterschied?

In einem “normalen” Dienstverhältnis hat man Anspruch auf Urlaub. Ein freier Dienstvertrag sieht einen solchen nicht vor. Das heißt, Sie können nur dann auf Urlaub gehen, wenn das Dienstverhältnis im Einvernehmen unterbrochen oder, auch einseitig, beendet wird.

Sie erhalten keine Sonderzahlungen. Ein freier Dienstvertrag wird ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld abgeschlossen. Die Folge daraus ist, dass Sie mehr Geld als Monatsgehalt verlangen müssen, um auch in den monetären Genuss eines 13ten und 14ten Gehalts zu kommen.

Sollten Sie krank werden, haben Sie beim freien Dienstverhältnis keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Das bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall kein Geld bekommen.

Sie haben auch keinen Anspruch auf Bezahlung eines kollektivvertraglichen Mindestlohns und unterliegen nicht dem Schutz diverser Arbeits(schutz)gesetze.

Das Wesen des freien Dienstvertrags

Der “freie” Dienstnehmer stellt seine Arbeitsleistung zur Verfügung, ist aber gar nicht oder nur in geringem Ausmaß von seinem Arbeitgeber abhängig. Das bedeutet, dass Sie im wesentlichen selbst bestimmen können, wann und wo Sie arbeiten. An diesem Aspekt scheitert es in der Praxis oft. Denn der Arbeitgeber möchte zwar häufig die Vorteile des freien Dienstvertrages nutzen, ansonsten erwartet er, dass sich der freie Dienstnehmer an Anweisungen hält wie jeder andere Dienstnehmer auch.

“Freie” Dienstnehmer sind von Gesetzes wegen also nur in sehr geringem Ausmaß in die Organisation des Unternehmens eingebunden.

Sie haben z.B. auch keinen Arbeitsplatz im Unternehmen, verwenden keine Arbeitsmittel des Unternehmers und haben, wie erwähnt, auch keine fixen Arbeitszeiten.

Die Rechte aus dem freien Dienstvertrag

Auch als freier Dienstnehmer steht Ihnen die  “Abfertigung neu”. Das bedeutet der Arbeitgeber führt Beträge für Sie in einer Mitarbeitervorsorgekasse ab.

Sie erhalten im Falle der Arbeitslosigkeit Arbeitslosenunterstützung und im Falle einer Schwangerschaft Wochengeld.

Auch im Fall eines freien Dienstverhältnisses müssen Kündigungsfristen gemäß gesetzlicher Bestimmungen eingehalten werden.

Die Pflichten aus dem freien Dienstvertrag

“Freie” Dienstnehmer müssen ihre Einkünfte selbst versteuern. Das heißt, dass Sie im Unterschied zum “normalen” Dienstverhältnis,  Ihre “Lohnsteuer” (die in diesem Fall Einkommenssteuer heißt) selbst abführen müssen.  In diesem Falle wird der freie Dienstnehmer wie ein Unternehmer behandelt.

Der Arbeitgeber führt also im freien Dienstverhältnis die Lohnsteuer und die sozialversicherungsrechtlichen Abgaben nur hinsichtlich des Arbeitgeberanteils, nicht aber hinsichtlich des Arbeitnehmeranteils ab.

Sollte der “freie” Dienstnehmer ein Bruttogehalt erzielen, das über der Grenze der “Kleinstunternehmerregelung” (Stand Mai 2019: Jahresumsatz 30.000.-) liegt, so ist er auch umsatzsteuerpflichtig wie ein Unternehmer.

Sollten Sie eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen müssen, wenden Sie sich an die Arbeiterkammer.

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aktualisiert im Mai 2019