Frustrierende Bewerbungsgespräche!

Frustrierende Bewerbungsgespräche sind leider keine Seltenheit. Wie Sie daraus lernen und am Besten damit umgehen!

Nicht immer laufen Bewerbungsgespräche wie sie sollten!

Nachdem ich Studium und Gerichtspraxis hinter mir hatte, bewarb ich bei einem Rechtsanwalt. Ich traute meinen Ohren nicht, als ich einen Vortrag über die Notwendigkeit, Kinder zu bekommen und am besten zu Hause zu bleiben, hörte. Als ich die Praxis verließ, begegnete ich im Vorraum einer Studienkollegin, die ebenfalls zum Bewerbungsgespräch eingeladen war. Sie erlebt das gleiche seltsame Szenario.

Ein 58 jähriger Kunde und ehemaliger Geschäftsführer einer namhaften Firma erzählte mir, dass er von einer Recruiterin mehrmals gefragt wurde, warum er vor 40 Jahren keine Matura gemacht und wann er seinen Präsenzdienst abgeleistet hat.

Ein anderer 50 jähriger Kunde, der Zeit seines Lebens Verkäufer war, hat sich auf eine Verkaufsposition beworben. Naturgemäß waren in seinem Lebenslauf von Anbeginn Verkaufspositionen aufgelistet. Während des Gespräches fragte die Recruiterin dreimal, ob er denn tatsächlich im Verkauf beschäftigt gewesen ist.

Eine Kundin bekam von einer Headhunterin eine Stellenausschreibung in der ausdrücklich eine Generalistin gesucht worden war. Nachdem die Kundin Ihren Werdegang geschildert hatte, lehnte die Headhunterin sie mit den Worten “Wir suchen ja eigentlich eine Spezialistin” ab.

Ich könnte noch einige Geschichten mehr erzählen, denn leider kommen derart frustrierende Bewerbungsgespräche relativ häufig vor.

Auch Recruiter sind Menschen!

Nicht alle Menschen sind perfekt. Frustrierende Bewerbungsgespräche kosten leider Zeit und Energie. Sie können aber auch daraus lernen. Die geschilderten Szenarien, die nicht erfunden sind, zeigen alle, dass auf der anderen Seite – freundlich ausgedrückt – nicht immer nur absolute Profis sitzen.

Fragen Sie sich, ob Sie in dieser Firma arbeiten wollten. Ich schätze die Antwort lautet “Nein!”. Damit haben Sie aber auch etwas gelernt. Sie wissen jetzt ganz genau, was Sie nicht wollen! Sie können Ihren Blick schärfen und genauer beschreiben, was für einen Job und was für ein Unternehmen Sie suchen.

Jedes frustrierende Bewerbungsgespräch hat auch was Gutes. Es lässt Sie wachsen. Sie gehen aus einem solchen Gespräch mit Selbstbewusstsein hinaus, denn dort wollen Sie sicher nicht arbeiten!

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Blog - unterschiedlich häufig - die Sprachform des generischen Femininum oder des Maskulinums verwendet. Es wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die jeweilige Verwendung geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

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PS: Ich freue mich auf Ihre Kommentare!